Buenos Aires zeigt sich weiterhin von seiner besten Seite. Viel grün, tagsüber viel los in den vielen Parks und angenehmes Gewusel in den Straßen, aber nicht so sehr, dass man sich beengt fühlt. Nachts weiterhin so einiges Treiben auf den Straßen und von den Parks verlegt das Leben in die Bars, Klubs und Restaurants.
Eines abends ziehen wir auch ziemlich lange um die Häuser und zumindest was Vielfalt an Klubs angeht, scheint auf den ersten Blick eine Menge los zu sein. Und so finden wir einige echt coole Locations mit gutem Flair.
Einen anderen Abend sind wir auf einer Show [glaube war Salsa], wo jede Woche mehrere unterschiedliche Dirigenten dirigieren. Die war schon echt beeindruckend. Also Kultur hat die Stadt auch zu bieten. Und die Veranstaltung ist scheinbar jede Woche richtig gut besucht, die fand auf einem großen Innenhof statt und der war gut gefüllt, trotz Eintritt. Aber völlig zu recht.
Einen anderen Abend bergen Marie und ich einige Holzlatten die neben einer der vielen Mülltonnen entlang der Straße lagern und wollen Flo damit einen großen Rahmen basteln. Leider scheitert das Projekt am Werkzeugmangel. Die Müllabfuhr kommt hier klugerweise übrigens nachts. Damit stehen die nicht im Stau und verursachen auch weniger Stau.
Also irgendwas is immer los.
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| Hmmm, sollte Flo mal umziehen wollen, müsste der Affenbrotbaum auf ihrem Balkon wohl da bleiben. Aber die Wohnung is sowieso ihre, also warum umziehen? |
Inzwischen wird unser Geld immer weniger und Marie und ich nutzen einen unserer täglichen Spaziergänge durch die Stadt um sämtliche Bankunternehmen abzuklappern. Die meisten wollen uns gar nichts auszahlen. Wir fragen mit Flos Hilfe in den Banken nach Optionen, da sie ja das Geschehen vor Ort und die Fachworte besser kann und kennt als ich. Überall nur Kopfschütteln. Geld gibt es meist nur für Kunden der Bank und auch da nur begrenzt. Argentinien hatte [ich glaube 2009] einen großen Bank-Run, der das Land in eine Finanzkrise gestürzt hat, weil alle Leute ihr Geld abheben wollten und plötzlich war das Geld alle, weil die Banken keins mehr hatten. Der Wirtschaft geht es wieder schlecht, also ist diesmal der Plan einfach den Kunden nur ganz wenig Geld auszuzahlen und Ausländern schon gar nicht. Stürzt das Land auch in eine Finanzkrise, aber man muss ja kreativ bleiben. Bei zwei Banken könnten wir Geld abheben, aber nur homöopatische Mengen mit richtig saftigen Gebühren. Und selbst wenn uns das egal wäre mit den Gebühren, könnten wir wahrscheinlich nur einmal pro Tag und Bank abheben und das würde immer noch nicht reichen.
Wir gehen zu Western Union. Die haben zwar offen aber können kein Geld von ausländischen Konten nach Argentinien transferieren. Oha, Western Union geht nicht? Habe ich zumindest vorher noch nicht gehört.
Flo hat eine weitere Idee: Leonel hat ja noch ein Konto. Wir versuchen von seinem Konto Geld abzuheben und überweisen es ihm online. Stimmt, damit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich will hier jetzt keine Werbung für den Service machen, aber wenn mal wer Geld intertnational überweisen muss, fragt mich einfach. Also logge ich mich ein. Jawoll, ich kann argentinische Pesos auswählen. Ich gebe die Kontodaten ein und komme bis zu der Seite, wo ich nur noch "bestätigen" drücken müsste.... Die Seite informiert mich, dass es seit kurzem nicht mehr möglich ist Geld nach Argentinien zu überweisen und sie auch nicht wissen wann es wieder ginge. Well, shit.
Flo hat noch eine Idee: Ich soll ihr den Gegenwert in Euro von meinem deutschen Konto auf ihr französisches überweisen. Und wenn einer ihrer Freunde aus Frankreich sie besuchen kommt, überweist sie ihm das vorher, die Person hebt es in Frankreich ab, nimmt es bar mit und tauscht es in Argentinien um.... Damit kommt sie zwar nicht sofort ran, aber immerhin hat sie dann etwas Geld in Devisen.
Achso ja und das mit Geld von Leonels Konto? Da gibt's ja auch nicht viel pro Tag. Aber auch hier gibt es einen Umweg zum Ziel. Wir heben den unrelevanten Betrag von der Bank ab und ziehen dann durch's Viertel und kaufen in den dortigen Supermärkten jeweils ein oder zwei Artikel [gen Ende hin hauptsächlich Bier, da wir irgendwann alle benötigten Lebensmittel uns Haushaltsrtikel haben], Leonel bezahlt mit Karte und lässt uns jeweils den Höchstbetrag Bargeld auszahlen [meist merklich mehr, als uns die Bank geben wollte]. Der Hund freut sich über das heute sehr ausgiebige Gassi gehen und am Ende haben wir doch so ein erquickliches Sümmchen zusammen, was uns über die restlichen Tage bringen sollte.
Ich frage mich, was die ganzen Touristen machen, die keine Freunde vor Ort haben.
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| Die Küche ist, wie alles hier sehr, winzig aber man kommt zurecht. Die Tür führt zum zweiten Hausaufgang. |
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| Der Ausblick aus der Küche auf die Häuserschluchten. Da ist es vom Balkon zum Glück doch etwas schöner. |
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| Zwischendrin überall kleine und auch mal größere Parks, zum flanieren oder einfach nur um aus der Wohnung zu kommen |
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Das Foto hierüber muss da kurz als Ersatz herhalten, da ich leider keins zum richtigen Zeitpunkt gemacht habe. Aber so ungefähr die Szenerie. Früher Abend und die Sonne steht bereits sehr tief, genau in Laufrichtung. Die Straße und Häuser sind in ein grelles Licht getaucht. Die Bäume werfen dunkle Schatten dazwischen. Alles wirkt fast schwarz weiß. Menschen wuseln, Verkehr verkehrt. Man muss sich ein wenig vor runter hängenden Kabeln in Acht nehmen und überall tropft es von den Fassaden. Die Tropfen glitzern im Sonnenlicht. Das ganze wirkt fast ein wenig dystopisch aber trotzdem irgendwie schön: Die Häuserschluchten, die vielfältige Treiben, das besondere Licht-und-Schatten-Spiel und dazu dieses unaufhörliche omninöse Getropfe der Klimanlagen. Hat was, ich genieße die Stimmung total.
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| In einigen größeren Park kann man die Stadt nur noch in der Ferne erahnen |
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| Der ehemalige Zoo, jetzt kaum noch mit exotischen Tieren, dafür Plattformen um einheimische Vögel in den Bäumen zu beobachten... |
Aber dieser Zoo ist generell eine ziemlich tolle Geschichte. Bis vor einigen Jahren war das noch ein ganz normaler Zoo mit allen möglichen Tieren, eingepfercht in viel zu kleinen Käfigen ohne irgendwas artgerechtes zum Ablenken. Dann haben die Stadtbewohner dagegen protestiert, die Tiere unter so miesen Bedingungen zu halten. Also wurde der Zoo in einen Eco Parque umgebaut. Alle exotischen Tiere wurden zurück in die Natur geschickt. Jetzt sind von denen nur noch die Tiere da, die zu alt oder krank für die Reintegration in die Natur sind. Dafür gibt es jetzt nur einheimische Tiere, meist frei oder in sehr großen Gehegen mit sehr vielen Möglichkeiten für artgerechtes Verhalten und Möglichkeiten sich vor den Besuchern zu verstecken, wenn man keinen Bock auf die hat. Ich glaube eine weitere Ausnahme sind einige Tiere, die in ihrer Heimat in Argetinien sehr durch Jagd bedroht sind und deren Art kurz vor dem Aussterben is, da sie hier einfach sicherer sind. Aber generell sehr viel Park zum wandeln in schöner Umgebung und wer will, viel gute Information zu Ideen und Projekten. Schon ein paar Tiere aber die meisten stromern frei rum. Und das alles für lau.
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| Oijoijoi, wenn dir so'n Araucarienzapfen uffn Deetz fällt, denn is aba erstma Ruhe im Karton... oda dit Jeschrei is groß, je nachdem watte für'n Dickschädel hast |
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| ...und Kunst gibs auch im Zoo... Ein Armadillo... aus Gold ... aufm Autowrack ... Joaaa, warum nich, wa? |
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| Hier ein eindeutiger Pluspunkt für Mexikostadt: Street Food. Also is nicht schlecht hier und ich habe mich total in Empanadas verguckt, aber das kommt einfach nich an Mexiko ran... |
Dann ging es weiter zum einem nächsten Highlight auf das ich mich freute auf dieser Reise. Endlich würde ich den Atlantik von der Westseite aus betrachten. Bisher war ich schon an den Seitengewässern Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer. Und auch wenn die im Westen des Atlantik sind, wäre das so, wie zu behaupten nach einem Besuch von Ost- und Nordsee wäre man am Atlantik gewesen. Flo meinte die ganze Zeit, da wäre nur der Rio de la Plata wo wir hingehen. Aber ich hatte ja vorher auf einer Karte nachgeguckt. Endlos viel Wasser, also ganz klar der Strand des Atlantik. Und so kamen wir am Wasser an, et voila...
Hmmm, sehr viel Wasser ja, aber irgendwie ziemlich ruhig und brackig... Und man sieht dahinten in der Ferne Land. Afrika? Man, müssen wir heute eine gute Sicht haben. Laut Flo is das Land nicht Afrika sondern Uruguay und vor uns der Rio de la Plata. Deshalb auch keine Wellen und Wasser voll Sediment. Wenn ich den Atlantik sehen wöllte, müsste ich noch ein ganzes Stückchen die Küste runter fahren.
Als ich später nachgucke, muss ich feststellen, Flo hatte recht. Da is zwar ganz viel Wasser aber ich hätte bei der Karte weiter rauszoomen müssen. Der Mündungstrichter des Rio de la Plata ist hier bereits 50km breit. Und wir sind hier noch ganz am Anfang des Trichters. Der wird noch viel, viel größer. Grade in Wikipedia nachgeguckt: Wird 220km breit. Und dabei noch was gelernt: Das was ich da vor mir hatte war nicht der Mündungstrichter des Rio de la Plata, sondern der Mündungstrichter ist der komplette Rio de la Plata und alle Zuflüsse in den Trichter heißen anders. Der Fluss ist damit nicht nur der breiteste Fluss der Welt, sondern mit seinen grade mal 290km länge, hat er bestimmt auch das unproportionalste Längen/Breiten-Verhältnis. Und er is erheblich kürzer als die Spree :)
Der Fluss ist den Gezeiten ausgesetzt. Und das hat einen Künstler zu einem Werk über die Desaparecidos [die Verschwundenen der Militärdiktatur] animiert. Da steht bei Ebbe ein Figur ein gutes Stück weit draußen im Schlick ganz einsam. Und bei Flut, wenn das Wasser kommt verschwindet die Figur. Endlich mal Kunst, die auch so ein Kulturbanause wie ich versteht.
Als nächstes gehen wir in eine Kunstaustsellung zur Militärdiktatur. Und einiges war ja auch ganz spannend. Am besten fanden wir dann aber alle den abgedunkelten Raum mit bequemen Couchen und Filmvorführung, wo wir alle erstmal ein Nickerchen gemacht haben.
Dann steht Maries Geburtstag an. Ursprünglich wollten wir dafür ein, zwei Nächte in Tigre bleiben mit Flo, Leonel und Rafael. Das sah so ein wenig wie Spreewald in groß aus. Und man käme mit der S-Bahn ganz einfach hin und ab da fahren Fähren zu den Unterkünften. Aber während der Planungsphase fing Flo an zu schreiben, dass man da zu der Zeit nicht hin könne, weil alles total überflutet sei. Außerdem sei grade in Buenos Aires eine Mückenplage biblischen Ausmaßes [und wie schlimm muss es dann erst in Tigre sein] und diese Mücken hätten auch jetzt Dengue nach Argentinien gebracht, was es vorher nur in Brasilien gab. Na gut, dann nicht. Schade.
Als wir ankommen sehen wir die Videos von der "Sintflut". Da steht eben der Garten vom Hotel unter Wasser. Aber weil die das kennen, bauen die da alle ihre Häuser auf Stelzen. Also alles kein Problem, man kann nur grade den Grill im Garten nicht nutzen. Bzw., ginge sogar, man holt sich nur nasse Füße. Und natürlich ist die Flut bei unserer Ankunft auch schon lange wieder weg.
Und die Mückenplage? Nun ja, also zugegeben für eine Stadt gibt es abends schon ordentlich Mücken. Aber im Verhältnis zu zu Hause ein ganz normaler Sommerabend. Und es gab auch in der Tat ein paar Denguefälle da, aber dafür sprüht man sich einfach mit etwas Anti-Brumm ein und gut is. Würde man denken. Der Durchschnitts-Buenos-Airer sieht das aber ganz anders: Die ganze Zeit reagieren sie panisch auf alles was fliegt und machen sich selber damit völlig kirre. Ich hab noch niemals zuvor so kollektiv unangemessenes Verhalten bei stinknormalen Mücken gesehen. Ungefähr so kompetenter Umgang mit dem Thema, wie bremer Autofahrer mit Schnee.
Aber ganz putzig, da es sonst bisher kaum Mücken gab, gab es natürlich auch keine nennenswerten Mückenmittelreserven und so ist bei uns im Viertel schnell alles ausverkauft [ich tippe mal auch auf einige Panikkäufe und ein florierender Schwarzmarkt]. Also teilen wir unsere Reserven gerne mit unseren Gastgebern. Flo beauftragt uns, die Augen offen zu halten. Und in der Tat auf einer unserer Touren [da war Flo grade arbeiten und nur Marie und ich unterwegs] durch ein anderes Viertel entdecken wir eine Apotheke mit einem großem selbstgemalten Schild vor der Tür "Repelente de mosquitos". Wir gehen also rein und in der Mitte steht ein großer Tisch voller Mückenmittel und ganz vielen Menschen drumherum mit einem glückseligen Lächeln hier noch etwas Stoff zu finden. Auch die Preise sind noch scheinbar normal, also bringen wir unseren Freunden natürlich eine gute Portion von dem lebensretteden Elixir mit.
Aber zurück zu Maries Geburtstag. Marie möchte gerne trotzdem noch nach Tigre und ich auch. Dann eben als Tagestour. Wir fahren also mit Flo erstmal Richtung China Town, von wo wir in die S-Bahn Richtung Tigre umsteigen können. Wir holen uns in China Town was zu essen und laufen dann Richtung S-Bahn. Plötzlich fällt Flo ein, dass sie ja ihren Sohn von der Schule abholen muss und wenn wir jetzt noch bis nach Tigre fahren, müsse sie ja schon sofort zurück, wenn wir da ankämen. Weder Leonel noch ihre Mutter könnten heute Rafael abholen. Und weg is sie Richtung Innenstadt. Marie is schon ordentlich enttäuscht von dem Verhalten. Zumal wir nicht so ganz verstehen können, warum Flo Tigre so meidet. Wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
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| China Town mit original chinesischem Sushi und Empenadas |
Dann fahren wir eben alleine nach Tigre. Dort angekommen brauchen wir erstmal eine Weile, um uns an den vielen Ticketschaltern für die Fähren zurecht zu finden. Weil da gibt es enorme Preisunterschiede zwischen den nahverkehrsartigen Fähren und den kleinen Touristenbootsfähren.
Wir haben noch etwas Zeit bis unsere preiswerte Fähre losfährt also holen wir uns noch zwei, drei Bierchen für die Tour.
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| Einer der Hauptkanäle [oder evtl ein Seitenfluss?] wo die ganzen Fähren ablegen |
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| Dann biegen wir ab in einen der Flussarme des Deltas |
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| Da jetzt auf seiner eignen Insel sitzen, schön mit Bierchen am Feuer... Das wär schon was |
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| Oder mit einem kleinen Boot diese mystischen Miniabzweigungen erkunden, die wir überall entdecken |
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| Übernachten in so'nem geilen Stelzenhaus mit Blick auf'n Fluss |
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| Zurück Richtung Tigre auf der anderen Flussseite des Paraña |
Dann chilln wir uns mit einem Bierchen nochmal an einen der Kanäle und beobachten das Treiben. Und da sehen wir Leute die vom Zug oder mit dem Fahrrad kommen und in eins der kleinen Boote steigen und wegtuckern. Wie geil is das denn? Die wohnen da also irgendwo im Delta auf so einer Insel, fahren morgens erst mit ihrem eignen Boot und dann weiter mit Bahn oder Fahrrad in die Stadt zur Arbeit. Könnte ich mir auch vorstellen - fetzt schon mehr als mitda Karre blöde im Stau rumzuhocken.
Den letzten Tag spaziere ich nochmal alleine los. Ich wollte sowieso einmal alleine durch die Straßen schlendern und alles auf mich wirken lassen und da, wo ich heute hin will, war Marie schon. Also macht sie nochmal einen Tag mit Flo zusammen.
Und dann komme ich am Tagesziel an, dem Reserva Ecologica Costanera Sur. Einem riesigen Naturschutzgebiet mitten in Buenos Aires an der Küste des Rio de la Plata. Kaum Leute da. Man fühlt sich echt nicht wie von einer Millionenstadt umgeben.
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| Sümpfe, Wald, Lagunen, sumpfige Waldlagunen, bewaldete Lagunensümpfe und lagunige Sumpfwälder |
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| Die Skyline der Stadt sieht man nur hin und wieder in der Ferne aufblitzen. |
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| Was ist besser als Boardwalks? Boardwalks, die um Bäume drumrum gebaut sind |
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| Auf dem Weg zurück. Erinnert mich irgendwie an Hamburg. Keine Ahnung warum. |
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| Wenn ich mich richtig erinnere, ist das ein Theater |
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| Am letzten Abend klettern Marie und ich nochmal auf die Dachterrasse von Flos Haus um den letzten Sonnenuntergagn in Buenos Aires zu genießen |
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| Das Wäscheabnehmen hat größtenteils der Wind übernommen |
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| Auf anderen Häusern sind die Dachterrassen richtig schön eingerichtet |
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| Moma, der Hund von Flo und Leonel |
Also, ich kann ja Hunde immernoch nicht ausstehen, aber mit Moma, bin ich erstaunlich gut klargekommen. Früher gab es in Buenos Aires nicht wirklich viele Hunde, weil die Wohnungen dafür meist viel zu klein sind. Dann während der Corona-Lockdowns durften nur Hundebesitzer mal kurz raus an die frische Luft. Also hat sich gefühlt halb Buenos Aires einen Hund besorgt. Aber etwas is total interessant in Buenos Aires. Wenn man auf der Straße rumläuft sind fast ausnahmlos alle Hunde total gechillt. Nicht nur, dass sie andere Menschen ignorieren, sondern sogar auch andere Hunde sind fast nie von Interesse. Kein Knurren, Bellen, Zerren, Arschschnuppern... absolutes Desinteresse. Und deshalb bin ich dann auch irgendwann abends echt gerne mit Moma spazieren gegangen. Sie lief einfach mit. Irgendwer meinte später, als ich das erzählt habe, das käme wahrscheinlich dadurch, das fast alle Hunde während Corona sozialisiert wurden. Bezugsgruppe sind nur die eigenen Leute und der Rest interessiert nicht. Würde das zumindest erklären. Das einzige wo Moma doch ein wenig gezerrt hat: Wenn man eine Straße parallel zu einem ihrer Lieblingsparks lang gelaufen is. Dann wollte sie an jeder Straßeneecke immer Richtung Park abbiegen. Nicht weiter schlimm, doll hat sie nicht gezogen, aber so konnte ich irgendwann ziemlich genau eingrenzen, wo die Parks ungefähr sind, auch ohne ihr nachzugeben ... so eine Art lebendiger Parkkompass.
Am nächsten Tag müssen wir um 3:00 raus um unseren Flug nach Bolivien zu bekommen. Auf zu weiteren Abenteuern... diesmal etwas mehr Natur.









































































