05 Oktober 2017

Wo die kleinen Hubschrauber herkommen

Neuerdings gibt es ja in vielen Haushalten den Trend sich ein oder gar mehrere Hubschrauberküken zuzulegen - meist unter dem Marketingnamen "Drohnen" bekannt. Als langjähriger Aeroavioluftflugspezialist halte ich das ja für eine zweischneidige Entwicklung. Natürlich kann ich das gestiegene Interesse voll und ganz verstehen, allerdings bereitet es mir doch ein wenig Sorgen wie unbedarft und unwissend viele Mitmenschen an das Thema rangehen. Da kauft man sich einfach eine Drohne online mit allem drum und dran, geht dann mit ihr in der Nähe vom Flughafen spazieren, weil sie ja da so viel Auslauf hat und ist dann verwundert, wenn sie plötzlich zu ihren Artgenossen ausbüchst und vom vorbeifliegenden A380-Triebwerk aufgesaugt wird.
Zwar hat der Gesetzgeber jetzt reagiert und verlangt einen Kenntnisnachweis aber trotzdem ist immer wieder erschreckend, wie wenig der gemeine Otto-Normalverbraucher über das Leben und die Haltung von Hubschraubern weiß. Ich habe mal ein wenig bei mir im Nicht-Avio-Umfeld rumgefragt, ob die Leute denn wüssten, wo die kleinen Hubschrauber herkommen. Und da kamen echt nur so Antworten wie: "Mediamarkt", "Ebay" oder "Unterm Weihnachtsbaum"... Ja und die Milch kommt aus'm Supermarkt, wa? Manmanman... aber gut, dann werde ich hier heute mal ein wenig Aufklärungsarbeit leisten, da ich heute grade wieder auf Arbeit dem Wunder der Geburt eines Babycopters beiwohnen durfte.

ZK-ISE hatte die letzten Tage schon ein auffällig hohes Abfluggewicht und daher war ich auch nicht dolle verwundert aber umso mehr erfreut als ich das Geburtshelferteam [GHT] bei ihr heute gesehen habe...


...das sind die Kollegen vom GHT bei ISE, gucken ob alles in Ordnung is. Die Geburt von einem Hubschrauberküken geht zwar auch unbegleitet und grade in freier Wildbahn kann ja nicht immer wer zur Stelle sein, aber die Anwesenheit eines professionell ausgebildeten GHT hat sich grade bei domestizierten Hubschraubern als sehr sinnvoll erwiesen, damit es nicht zu Komplikationen kommt.

Plötzlich geht alles total schnell, das GHT nimmt in gewohnter Routine seine Positionen ein: Einer legt sich unter die Hinteröffnung des Mutterkopters und sichert, dass sie offen bleibt. Die anderen positionieren sich um die Mutter herum, um sie zu beruhigen und dem Heliküken, welches von Geburt an fliegen kann, den Weg zu ihr zu weisen...


Es ist einfach immer wieder extremst beeindruckend wenn man ein nur wenige Sekunden altes Kopterküken noch etwas unbeholfen über das Vorfeld fliegen sieht...


Falls ihr euch jetzt wundert, warum der kleine Hubschrauber vier Rotoren hat, obwohl die Mutter nur einen Hauptrotor  und einen Heckrotor hat: Gut beobachtet aber das ist ganz normal. In der Pubertät verliert der Jungkopter zwei Rotoren und der hintere der beiden übrig gebliebenen dreht sich um 90° ... so kann man sehr gut erkennen, ab wann sie geschlechtsreif werden.

Dann hilft der Helfer unter der Mutter beim schließen der Hinterklappe, damit die Mutter nach der Anstrengung nicht zu sehr friert oder parasitäre Vögel anfangen in ihrem Inneren zu nisten. Während die andern Helfer das Hubschrauberküken zum Cockpit der Mutter weisen...


Nach der ganzen Aufregung lässt das GHT die glückliche Mutter und das erschöpfte Küken erstmal auf dem Vorfeld, damit sie sich etwas ausruhen können...

Das Küken ist links neben der Mutter zu sehen... anfangs sind sie noch etwas schüchtern und trauen sich nur wenige Meter von der Mutter weg

Sorry, dass die Fotos nicht so hochauflösend sind, aber ich wollte bei der Geburt da nicht zwischen drinnen rumfunken. Das erhöht den Stress doch ernorm.

Und wer sich jetzt die ganze Zeit gedacht hat: "Mensch, samma, irjendwoher kenn ick die Mutta doch... irjendwie kommt die mir bekannt vor." Kann in der Tat gut sein. Die gute ISE hat bis letzten Sommer für den ADAC in Deutschland gearbeitet, bevor sie nach Neuseeland ausgewandert ist. Damals hieß sie noch D-HSFB und zeigte sich in strahlendem Gelb aber sonst ist sie ganz die Alte. [Wer mehr wissen will, einfach "BK117 7240" googlen]. Allerdings hatte sie irgendwann die öde Bonner Landschaft satt und kein Bock mehr ständig das ganze Blut an den Leitplanken zu sehen, also isse eben zu uns. Das hat sich inzwischen rumgesprochen: Ihre Schwester D-HBAY hat auch zu uns rüber gemacht und lässt sich hier grade zu ZK-HES umoperieren...


...noch sind das ADAC-Gelb und die europäische Flagge am Heckleitwerk zwar untrügliche Zeichen, aber bald werden nur noch das Aircraftregister und ihre Logbücher ihre wahre Identität kennen.... na und einige tausend Planespotter und andere Bekloppte, bzw. jeder der Google bedienen kann und die Leser dieses Blogs.... ... und sicherlich werden ihre Kinder in der Flugschule noch ein paar Generationen lang wegen ihrem Dialekt gehänselt ... Die Gute hat nämlich in Bautzen gearbeitet. Aber klar, dass sie da ncih geblieben is. Ich meine, wer wie ein Hubschrauber gerne Freiheit träumt und lebt, wird wohl grade alles tun, um aus Ostsachsen wegzukommen... hier war übrigens am gleichen Wochenende wie bei euch auch Parlamentswahl ... ich weiß nich, kam das bei euch in den Nachrichten? Ja? Nee? Na egal, ich durfte zwar eigentlich noch nicht wählen aber habe trotzdem schonmal geübt. Zur Auswahl für mich standen:


...Home Brew oder White Russian. Habe das Wahlverfahren ein paar mal an dem Abend ausprobiert. Is schonwas feines so'ne Demokratie.

Aber war nicht nur weltweite Wahlparty sondern auch genau 3 Jahre NZ... Sonni und ich hatten ja eine Wette laufen, wer zuerst Resident hier wird. Nicht nur das die doofe Sonni gewonnen hat [wofür sie von mir natürlich nur Kommentare erhalten hat, die ich jetzt hier nicht wiedergeben werde], zusätzlich hat sie ihre Residency auch noch auf den Tag genau[!] drei Jahre nach unserem Auswandern erhalten... Und dafür hatte sie sich dann doch einen leichten Schulterklopfer verdient... auf ihren Wunsch hin, hier der Beweis:

So'ne Mischung aus Hover-Hand und Schulterklopfer muss reichen...

Aber alles nicht so schlimm: In der Berliner Zeitung stand neulich, das Forscher jetzt heraus gefunden haben, dass Bier glücklich macht. Und zwar nicht wegen dem Alkohol, sondern sie haben entdeckt, dass Gerstenmalz Hordenin enthält, was an die Dopaminrezeptoren andockt. 13.000 Moleküle untersucht und im Bier fündig geworden. Na bitte! In diesem Sinne: Prost:

Alles, was einen guten Skipper ausmacht