30 September 2024

Bolivien - Thermalbäder von Uyuni

Nach der Mittagspause geht es weiter. Eine Lagune mit potentiellen Flamingos und irgendwelche Termales, also heiße Quellen, stehen noch auf dem Programm. Das Päärchen, was mit uns im Auto is, muss zu einer bestimmten Zeit in Uyuni zurück sein, um ihren Bus zu bekommen.

 

An einer Stelle haben sie die Straße einfach durch den Berg gefräst. Warum grade da [mitten in der Pampa] Geld dafür da war, weiß ich nicht, aber nette Abwechslung zur sontigen Weite

Flussbetten mit Grün


Diese Mauern durchziehen Kilometerweise das Land. Alles von Hand gebaut. Und nur um Vicuñas zu ärgern, bzw., sie davon abzuhalten das ganze leckere Quinoa aufzufuttern


Die Lagune entpuppt sich als etwas größerer, sumpfiger Tümpel mit einer kleinen Schilfinsel...

...mit ganz vielen Vögeln aber leider keinen Flamingos


Nagut "Tümpel" ist vielleicht etwas gemein. Da war schon so eine Art See. Ein Seechen von mir aus. Erst frage ich mich schon ein wenig was so besonders daran is. Also ja, is schön da und in der Tat ordentlich viele Vögel und nette Abwechslung zur Wüste .... Naja, und dann merke ich es selbst: Ja klar is ein See was Besonderes hier in der Region. Für unsereiner in den gemäßigten Breiten ist das ja nu mal voll normal, dass sich da in einer Senke nunmal Wasser sammelt. Aber hier in so'ner Hochwüste ist das schon was Einzigartiges. Das muss man den Touris schon mal zeigen.


Yeah bro, aroha to my Quechua cuzzies. Stone yurts - kapai!


Dann kommen wir bei den Termales an. Es sind nicht nur heiße Quellen sondern sogar ein kleines Thermalbad, namens Kanqui. Aber wir haben doch gar keine Badesachen mit. Egal, kann man da ausleihen. Okay? Ich bin mir etwas unsicher. Das andere Päärchen will auch nicht. Aber wir haben eine Stunde hier und unser Fahrer empfiehlt uns mehrfach das wirklich zu tun [Alternative wäre wandern gehen]. Marie will mal gucken. Nagut. Es ist eine Art Baustelle mit Betonpools, ein paar Einheimischen und kleiner Verkaufsstelle für Bier und Badesachenverleih.

Naja, wenn man schon mal hier ist. Wir suchen uns aus dem großen Stapel einige Badesachen raus und gehen in einen der Baustellenräume, die als Umkleidekabine fuktionieren. Außer uns nur ein weiteres Weißbrotpäärchen [Deutsche natürlich] und sonst nur Einheimische.


Kaltes Bier im Hotpool unter freiem Himmel....

...besser könnt's einem nicht gehen...


Sofort in dem heißen Wasser merke ich: Geilste Idee ever! Spa und Bier und Natur! Ich bin in meinem Element und benehme mich auch gleich wieder wie man es von mir erwarten würde:

Im Hintergrund die Tür mit dem Schriftzug "Sauna" führt zur Sauna. Ich mache die Tür auf. Mir kommt eine riesige Dampfwolke entgegen und ich taste mich vorsichtig mit meinem Fuß vor. Es geht runter und fühlt sich irgendwie AUA SCHEIßE HEIß! Mein Gehirn schafft es irgendwie meinen Fuß rechtzeitig zurück zu ziehen. Der Dampf lichtet sich etwas und ich sehe vor mir einen Pool umrandet von Bänken. Ich krabbel auf eine Sitzbank zu meiner Seite. Die anderen Insassen erkundigen sich, ob alles okay ist. Ja, aber hätte ich den Schritt vollendet, dann wäre das wohl nicht so glimpflich ausgegangen. Etwas später treffen wir das deutsche Päärchen nochmal in der Sauna und er hat sich bereits vor meiner Geschichte mit dem Heißwassertest Sorgen um die Evakuierungsmöglichkeiten eventuell kollabierender Personen im hinteren Bereich gemacht [man müsste sie vermutlich durch das beinahe kochende Wasser schleifen oder sehr kompliziert durchrreichen]. Marie errät, dass er etwas mit Krankenversorgung zu tun hat. Wir beschließen, der TÜV würde dazu in Deutschland "Nein" sagen, aber zum Glück sind wir ja grade in Bolivien und so können wir eine total improvisierte aber trotzdem total geile Sauna erleben [und das von mir, jemand der eigentlich kein Saunafan ist]. Wir schnattern auch etwas mit den anderen Latinos - da kommt das Thema "Sicherheit" garnicht erst auf. Wer eben zu blöde is, soll's lassen oder hat den Schaden. Ich finde das ja immer wieder angenehm in Kulturen/Ländern unterwegs zu sein, die dem Gegenentwurf der US-Amerikanischen Sueing-Culture folgen: Wer zu doof ist, hat eben Pech. Sieh dich um, Natur und Abenteuer können gefährlich sein, etwas Mitdenken und Umsicht können nicht schaden. Und vor allem solltest du einfach mal wissen, dass Haustiere nicht in die gottverdammte Mikrowelle gehören and you should have learned in driving school that objects in the mirror are closer than they appear - bloody useless pine cone. Und ich hab mir bei Leibe nun schon oft genug weh getan durch eigene Blödheit [verschleppte Blutvergiftung, ignorierte Knochenbrüche, potentielle Borreliose, abgelöste Fußsohlen, ich habe sogar noch einen Seeigelstachel aus Acapulco in der Hand] aber ich würde keine der Ehrfahrungen missen wollen und schon gar keinem anderen in die Schuhe schieben wollen. ["Ehrfahrungen", war erst ein Tippfehler, aber ich dachte mir dann ich lass den, weil ich find den schön: "Es war mir eine Ehre, das erleben zu dürfen. Danke Abenteuerlust und Neugier."]


...krasse Landschaft drumherum

Bald sind fast alle Leute weg und wir haben die Anlage fast komplett für uns

Das ist die Dampfsauna. In der Mitte frisches heißes Vulkanwasser. Drumherum Bänke.

Dieses Tal kommen die heißen Quellen runter, die unser Thermalbad speisen


Hier nochmal grooooßen Dank an unseren Fahrer. Es gab einige andere Quellen die wohl um einges touristischer sind. Und viel "schöner" angelegt. Weniger improvisiert und mehr glatt gebügelt. Und viel überlaufener mit anderen Touris. Marie meinte sie hätte auf dem Weg hier her einige Schilder zu Thermalbädern gesehn aber unser Fahrer is immer weiter. Bis zu dem Ding hier. Hier hin gab es keine Schilder. Da ham sich ein paar Locals einfach Hütten um ihre heißen Quellen gebaut, eine kleinen Verkaufsstand, das Wasser fließt erst durch die Sauna und dann durch die Becken, ständig frisch. Fast nur Einheimische. Das ganze in einer eeeeendsgeilen Landschaft. Das ist einfach so eins der Erlebnisse, die man nich so schnell vergisst. Relativ unerwartet. Erst wollte ich gar nicht so wirklich. Ich meine, Badesachen ausleihen? Och, vielleicht gehe ich doch lieber spazieren? Zum Glück hat Marie da einfach anders entschieden. Ab-so-lu-tes Tageshighlight.

Und so kommt es, dass wir voll die Zeit verdödeln. Aber unser Fahrer macht auch keinen Stress oder Anstalten uns den Spaß zu verderben. Als wir merken wie spät es ist, hüpfen wir schnell in unsere Sachen und entschuldigen uns erstmal bei allen. Zumal die anderen ja ihren Bus in Uyuni bekommen müssen.... Keiner scheint uns wirklich böse.

Und dann ist da ja immernoch die Tankanzeige auf E. Entweder geht die nicht oder das Auto kann Wunder vollbringen. Irgendwann sehen wir am Straßenrand ein liegengebliebenes Auto, dem wir auch nicht weiter helfen.... Anderes Unternehmen? Der doofe Nachbar, der morgens immer laut den falschen Sender aufdreht?


Mein kleiner grüner Kaktus


Wir brausen also ohne Pause zurück.... hier einfach nochmal ein paar Eindrücke von den Landschaft













Nagut, eine kleine Pause is trotz aller Eile doch noch drin: Sonnenuntergang über dem Salar [unten die Ebene]


Wir liefern das Päärchen ab. Dann verabschieden wir uns in aller Ruhe von unserem Fahrer. Wieder hat er sich ein dickes Trinkgeld verdient. Und wir geben ihm auch noch gut Feedback, warum wir das alles so toll finden und was so speziell an seinem Führungsstil war. Großartigster Touristenführer aller Zeiten, sage ich euch.


Da wir noch etwas Zeit haben, bis unser Bus fährt, gucken wir uns noch etwas in Uyuni um und zu unserem Erstaunen gibt es eine Nebenstraße mit haufenweise Bars im sonst so tristen Uyuni

Dann geht es zurück zum Busbahnhof vorbei an weiter fleißig übenden Militärkapellen - schöne Untermalung zu unserem Abmarsch

Das Salar und der Eisenbahnfriedhof von Uyuni standen ja schon seit vielen, vielen Jahren ganz weit oben auf meiner To-Do-Liste, aber dann noch das Extra mit dem Hinterland und den Thermalquellen... und das Salzhotel. Einfach nur zwei so krasse Tage. Also ich habe ja jetzt die vier letzten Blogeinträge nun schon genug geschwärmt und gelobhudelt und gepriesen und so weiter.... Insofern möchte ich es einfach nur abrunden mit folgendem sachdienlichen Hinweis an die werte Leserschaft: Uyuni? Geile Scheiße, alta. Kannick nur wäääärmstens empfehln. Is die Reise wert.

12 September 2024

Bolivien - Hinterland von Uyuni

Am nächsten Morgen holt uns unser Fahrer wieder in dem Salzhotel ab. Zum Glück ist es wieder der gleiche Fahrer und wir sind jetzt nur noch zu fünft unterwegs: Eins der beiden Päärchen hat nur eine Eintagestour gebucht. So genau haben wir nicht verstanden was heute so alles ansteht, also lassen wir uns doch einfach überraschen. Bevor es losgeht, fahren wir noch einmal beim Haus von unserem Fahrer vorbei um unser Mittag abzuholen.

 

Die Vororte von Uyuni wirken absolut trist und ärmlich. Überall Häuser mit hohen Mauern, fast alle im gleichen Stil. Staub-Matsch-Straßen. Keinerlei Geschäfte, Plätze oder irgendwas außer den Häusern.


Dann fahren wir los Richtung Hinterland. Wieder betet unser Fahrer und tätschelt sein Auto, dass es auch diesen Tag überstehen möchte. Es geht hoch in die Berge, die die Salzpfanne von Uyuni umgeben. Schnell ändert sich die Landschaft. Unser Fahrer kommt hier auch aus einem Dörfchen in den Bergen, er kennt die Gegend also gut und so werden wir im Laufe des Tages neben den Standardtourisachen auch viele interessante, kleine Details über Land und Leute erfahren.


Die Landschaft wird relativ bunt und grün... im Verhältnis zum Salar und drumrum.


Wir schlängeln uns höher uns höher in die Berge. Irgendwann biegen wir von der Landstraße ab und fahren an einer Militärkontrolle vorbei. Dahinter befindet sich das Örtchen Pulacayo. Früher war hier mal eine riesige Silbermine. Heute ist nicht mehr allzu viel los, aber anscheinend immernoch genug, dass das Militär da aufpassen muss.


Und das, meine Damen und Herren, ist die allererste Lok, die je ein Gleis in Bolivien befahren hat. Achtzehnhundertirgendwas. Echt putzig gegenüber den Stahlungetümern vom Eisenbahnfriedhof von Uyuni

Das Haus gehörte Mal den Minenvorstehern, aber hier wurde auch irgendeine erste Republik oder so ausgerufen, weil damals war die Mine quasi auch das politsche Zentrum von Bolivien [damals noch spanische Kolonie], weil hier das ganze Geld gemacht wurde... sonst gab es scheinbar nicht viel im Land

Heute scheint das Städtchen fast komplett ausgestorben. Nur hinter irgendeiner Tür hören wir etwas wie eine Schule oder einen Chor? Aber man sieht nirgends Menschen in den Straßen

Auf den Hügeln über uns sieht man, dass einige Teile bereits komplett aufgegeben sind

Hier gibt es auch einen Minieisenbahnfriedhof...

...und einen Industriekunstskulpturenpark. Über dem Hausgiebel in der Mitte des Fotos ist auch zu erkennen, dass jemand auf dem Berg dahinter mit weißen Steinen(?) den Namen des Ortes in die Landschaft gemalt hat. Also irgendwas scheint hier doch noch zu gehen.... Oder ging mal

Die Loks hier sehen mehr aus, wie aus einem Steampunkwestern

Aber hier wird meine Frage vom Eisenbahnfriedhof in Uyuni beantwortet: Die portablen Stahlbunker sind in der Tat die Heizkessel... hier noch in der Lok

Voll stylisch designt, die Lok

Auch wenn der Ort echt trist is, so sind doch die Berge drumrum schön bunt

...aus der Zeit als Wagons noch aus Holz gebaut wurden

Die Drehscheibe erinnert mich an S Heinersdorf... jaja, die guten alten Tage, als der berliner Osten noch übersät war mit verlassenen Industrieanlagen


Dann geht es weiter, immer tiefer ins Hinterland. Und auch wenn es so eine Art Grundthema gab, "wüstenartiges Bergland", war es doch erstaunlich abwechslungsreich. Jedes Tal war anders, jedes Mal wenn wir abbogen durch einen Bergkamm ergab sich dahinter ein erstaunlich anderes Bild, was Details angeht....


Das ist Quinoa. Hier kein Powerfood, sondern Grundnahrungsmittel. Blühte da in allen Farben.

Vicuñas. Mit Llamas verwandt, aber doch eine eigene Art. Die waren mal ziemlich vom Aussterben bedroht und sind daher heute geschützt. Scheint zu funktionieren, denn die standen da überall rum.

Sehr wüstige Wüste...

...mit ausgetrocknetem Flussbett...

...dann da hinten durch die Berge schlängeln...

...kurz davor wird die Wüste nochmal ordentlich grün [fast ein tropischer Regenwald]...

... noch mehr Vicuñas mit Lagune im Hintergrund...

...dann machen wir eine kurze Pause auf dem Pass...

...endlose Weite vor uns ... also gut, die endlose Weite endet hinter der Lagune an den Bergen... also sagen wir einfach: ordentlich Weite

...und ordentlich große Kakteen...

...und eine erstaunliche Vielfalt an kleinen Kakteen... Also mal so echte Wüste, wie ich sie mir vorstelle...

20 Bolivianos, wenn sich da wer runter rollt

Leider nicht genug Zeit um auf die Bergspitze zu klettern

Saftiges Hochtal

...und dann wieder Wüste mit Vicuñas...

...und Flussbett... wie vorhin, nur anders


Hmmm, okay, ich weiß jetzt nicht, ob die Fotos das so wirklich rüberbringen, mit dem "voll vielfältig". Wenn ich mir die angucke mit den Erinnerungen an die wirkliche Landschaft, fällt mir das natürlich wieder ein, wie beeindruckend das war mit der Weite und so. Die Fotos an sich könnten aber auch monoton wirken? Vielleicht liegt das aber auch wieder daran, dass ich mit Wüste bisher nicht viel am Hut hatte [außer ab und zu auf Reisen]. Aber das ist echt so'ne Landschaft, da könnte ich ewig wandern gehen - die Größe, die Endlosigkeit, die Kargheit: Total Beeindruckend.

Dann halten wir an einem verlassenen Dorf an, wo früher einmal Leute gewohnt haben. Ist schon ewig her. Das scheint fast mehr sowas wie eine archäologische Stätte zu sein. Wobei hier die Zeit generell vielerorts anders zu ticken scheint, bzw. ganz stehen geblieben is. Also schwer da irgendwas zu schätzen, altertechnisch. Nicht viel Entwicklung hier, aber in der Wüste vergeht auch alles sehr langsam. Wenn ich mich richtig erinnere war die Beschreibung von unserem Fahrer, dass hier "abuelos" gewohnt hätten. Abuelo ist Spanisch für Opa. Aber es klang mehr so als würde er es für "Vorfahren" verwenden. Also keine Ahnung wann die Häuser gebaut worden sind oder wann sie zum letzten Mal bewohnt waren.


Das Dorf liegt unterhalb einer Klippe mit markanten Steinbrocken, die man schon von Weitem sehen konnte... also zumindest einfach wieder zu finden, wenn man von der Kneipe nach Hause kommt und nicht mehr genau weiß, wo in der Wüste jetzt das zu Hause is

Marie und ich haben es inzwischen fast zum Ritual gemacht, erstmal von der eigentlichen Attraktion weg zu laufen und das Drumherum zu erkunden, also steuern wir auf die Klippe hinterm Dorf drauf zu

In der Tat führt da ein Weg immer weiter hoch. Wir sollen leider nicht erfahren, was da oben kommt, da auch hier die Zeit für eine ausgedehnte Wanderung nicht ausreicht

vertseinerte Welle

Seinen Bruder hatte ich jahrelang zu Hause. Hier hatte er also seine Wurzeln.

Bunte Echse. Laut unserem Fahrer, dem ich meinen Fund total freudig zeige, handelt es sich hierbei um eine Echse, korrekt... Hmmm, er versteht meine Begeisterung nicht so ganz. Vamutlich so, als würde eim jemand in Berlin n Foto vonna Taube zeign und total bejeistat "Schicker Vogel" sagn

Marie beschließt Schamanin zu werden

In diesen Mauern wohnten früher die Vicuñas

Die Häuser bestehen aus ordentlich dicken Steinwänden. Vermutlich Kälteschutz? Weil viel Holz zum Feuer machen gibt's hier nicht. Marie lässt den magischen Knochen und ihren Zauberstab für die nächsten Hexenanwärterinnen da ...rechts oben davon guckt auch noch ein heiliges Horn aus dem Gemäuer

Hab ich euch eigentlich schon ein Foto von Vicuñas gezeigt?

Oder von Landschaft?

Das wohl einsamste Kind der Welt in dem Moment. Kein Dorf in Kilometern. Kein anderer Mensch zu sehen. Kein Vehikel. Nix. Nur Wüste und das Kind mit dem Fußball. Aber hey, vielleicht ist es auch nur alleine mit seinem Fußball und gar nicht einsam.


Dann kommen wir in Tomave an. Hier gibt's Mittag. Und während unser Führer den Tisch für uns deckt, können wir uns gerne noch ein wenig umgucken. Dann säuft sein Auto ab. Wir überlegen eine Weile hin und her. Unser Fahrer meint, manchmal bräuchte sie einfach eine Pause. Wir bleiben also beim Plan, erstmal Dorf erkunden, dann Mittag und dann sehnwa ja, ob sie wieder will.


Entgegen jeder Erwartung is das Zentrum von Tomave total rausgeputzt

Und das Örtchen schien auch generell mal goldene Zeiten gehabt zu haben

Wir schlendern ein wenig außerhalb

...und machen dann einen Schlenker zurück

Einige Teile des Ortes scheinen wirklich schonmal bessere Zeiten gesehen zu haben.


Wiedermal kaum ein Mensch zu sehen, aber immerhin gibt es hier ein wenig Infrastruktur und Freizeiteinrichtungen [also damit meine ich dieses leere Stadion hier]

Oha, es gibt Menschen hier... wie es scheint allerdings fast die einzigen

 

Dann gehen wir Mittag essen. In einem kleinen Hinterhof hat unser Fahrer einen Tisch mit lecker Sachen hergerichtet. Scheinbar kann man hier entweder Essen bekommen oder man bucht einfach einen Tisch.

So ganz verstehe ich die Gegend noch nicht. Also es passt total in diese Wüstengegend, dass hier die Dörfer fast alle komplett verlassen sind. Diese fast ramontische Einsamkeit gepaart mit ein wenig Verfall und Erinnerungen an den Glanz alter Tage. Das ganze gebettet auf der Einfachhheit des allgemeinen Lebens hier. Aber dann wieder so kleine Highlights wie der total schöne zentrale Platz hier mit Kunst und mühevoll gehegt und gepflegt.

Das absolute Gegenstück zu den wirklich krassen Eindrücken vom Vortag mit den Highlights wie Salar und Eisenbahnfriedhof... eben die Touristenmagnete der Gegend. Aber Marie und ich finden, dieser Tag ist fast genauso speziell wie der gestern. Eben nur auf ein ganz andere Art. Beeindruckend und fremd und schön, aber irgendwie auch total ... ... bescheiden? Ich meine klar, wenn man durch das Salar fährt oder über den Eisenbahnfriedhof von Uyuni wandert, versteht man warum das weltbekannt ist und als ein "Muss" gilt, wenn man mal hier ist. Aber hier und heute? Wir würden es auf keinen Fall missen wollen. Eine eigene Welt - ein wunderbares Gegenteil zu gestern, aber ebenso.... ... beeindruckend... Ach, keine Ahnung, schwer das in Worte zu fassen. Vielleicht wird ja so halbwegs klar, worauf ich hinaus will. Und wenn nicht, auch nicht schlimm. Wir finden auf jeden Fall, dass die zwei-Tagestour echt sinnvoll war, weil sonst hätte uns was gefehlt an Erlebnissen, von dem wir nie erfahren hätten, dass es uns gefehlt hätte.

Wir haben auf unserem Spaziergang eine geschlossene Autowerkstatt gesehen, aber immerhin mit Handynummer draußen dran. Wir gehen erstmal mit unserem Fahrer zurück zum Auto. Das Fahrzeug macht es nochmal spannend aber springt dann endlich an. Ich weiß nicht ob es mir hier zum ersten Mal aufgefallen ist, aber die Benzinanzeige ist bei E. Hmmm, die nächste Tanke sollte sehr weit weg sein - hoffen wir unser Fahrer kennt sein Auto sehr, sehr genau.