09 April 2017

...und plötzlich war der Sommer rum

Siehste, eben war noch Dezember '16 und der Sommer kam grade ma so aus'n Löchern jekrabbelt und nu issa ooch schon wieda vorbei. Gloobste nich. Aber is nich weiter schlimm, ich hab den Sommer äußerst gut genutzt... nur zwei 5-Tage-Arbeitswochen und überhaupt nur knapp über die Hälfte der Arbeitstage gearbeitet im ersten Quartal. Permanent Besucher da gehabt. Nur zwei oder drei Wochenenden in Auckland gewesen, sonst immer auf Achse. Über 10.000km durch die Pampa gegurkt. Kann sich doch sehen lassen.

Nachdem Veit weg war, kam Ronald und der wurde von Steffi aus dem Rarotonga Asocial Club abgelöst. Aber erstmal kam der Großteil des Clubs zu den Rugby Nines nach Auckland. Ich wohne ja direkt auf dem Eden Park Gelände [das is das Olympia Stadion von Auckland, aber weil die hier mit Olympia nix am Hut haben is das ein Rugbystadion und daneben ein Cricketfeld]. Der Zugang zu meinem Grundstück is genau zwischen der S-Bahn-Station und dem Haupteingang des Stadions. Also müssen alle 40.000 Besucher an meinem Haus vorbei. Und die komplette weitere Umgebung wird für die Nines eine Liquor Ban Area. Bis auf ein kleines Grundstück genau in der Mitte des Geschehens - unsers. Also Couches und Bean Bags [Sitzsäcke?] in den Garten, Anlage aufgebaut und aufgedreht, Kühlbox voll mit Bier neben die Couch und dann warten bis die ersten Leute fragen ob sie mitfeiern dürfen. [Dürfen sie, wenn sie Bier mitbringen =) ] Irgendwann wird das dann ein Selbstläufer und plötzlich hat man da 100 - 120 wildfremde Leute im Garten, die dann alle nach ein paar Bierchen gute Freunde sind. Vor dem Grundstück is so'ne Art Karneval, weil sich die meisten Leute für das Event verkleiden...

Josh und ich beim Luft in Bierflaschen machen... total seltenes Fotomotiv von uns beiden...

3/4 des Rarotonga Asocial Clubs... Steffi, Lorenz, Grege.... nur der Veit fehlt.
Am Sonnabendabend haben dann irgendwelche Rugbyschränke bei uns im Garten mit Wrestlingkämpfen und Full-Blow-Ineinander-Rennen-mit-fiesen-Tricks angefangen - sogar mit Schiedsrichter. Plötzlich also eine riesen Menschentraube am zugucken im Garten und vor unserm Haus. Bis irgendwann die Bullen Wind davon kriegen, dass wir Spaß bei uns im Garten haben [dass alle bei uns saufen, können sie nich verbieten - is ja Privatgrund - und Noise Complaint aus dem Arsch ziehen, geht während der Rugby Nines ja auch schlecht] also wird der Spaß verboten, weil wir ja eine Verpflichtung für unser Umfeld haben [absoluter Nonsense] und wenn Leute dis sehen, dann geht ja die Welt unter und es werden alles geisteskranke Massenmörer [ja, nee, klar]. Diskutieren mit Bullen bringt nirgends auf der Welt was also müssen wir das unterbinden.

Das Ergebnis von 2 Tagen Party... in und vor den Tonnen sind fast nur Bier- und Alkoholflaschen... Der Pappestapel hinter den roten Tonnen sind alles Bierkartons.... was unsere Party die lokale Wirtschaft unterstützt, sag ich euch. Aber sponsorn will uns dann auch keiner.

Danach hat sich der Rarotonga Asocial Club in alle Winde zerstreut und ich bin erstmal ein wenig mit Ronald durch die Lande getourt. Schönes Highlight war das Art Deco Weekend in Napier. Napier wurde beim großen Beben in 1932 völlig zerstört und danach in damals modernster Architektur komplett wieder aufgebaut - Art Deco. Und jedes Jahr gibt es da ein Festival, wo sich alle im 30er Stil verkleiden, hunderte Oldtimer tuckern durch die Stadt [für neue Autos is das Zentrum dann gesperrt], über den Dächern der Art-Deco-Fassaden ziehen alte Flugzeuge ihre Runden, überall Swing und Tango auf den Straßen... also man fühlt sich echt wie in die Dreißiger zurück versetzt, weil auch fast alle mit machen.

Ready to swing it [Note: The blue light in my hand is an original 30ies candle and definitely no modern device... candles used to be blue back then. You just didn't know, as you've seen only black&white-photos from that time so far...]


The boys are back in town

Aber ich war auch zwischen drin mal auf Arbeit. Da hatte sich dann auch einiges geändert - z.B. lag meine Arbeitsstelle plötzlich am Wasser.

Das war mal unser Parkplatz, jetzt eine schöne Seenlandschaft.

Rechts is auch nochmal die ehemalige Straße zu sehen... auch alle Felder drumrum waren endlose Seen... Und das war jetzt zweimal binnen vier Wochen... schimpft sich Flash Flooding.
Hier tummeln sich normalerweise Hubschrauber. Heute nich, die ham nämlich nich gerne nasse Füße.

Das geilste war der Weg zur Arbeit. Durch diese Mischung aus Sturmböen, Straße überflutet und nicht angepasster Geschwindigkeit war ich am Ende pitschepatschenass und auch meine Karre sah von innen so aus als wäre sie inne Wanne gefallen, obwohl das Fenster nur'n Spalt weit auf war. Aber zum Glück kann mein robuster Japaner mit Wasser umgehen... ich wette ja immernoch es is sowieso ein Amphimobil.
Achso, wer denkt Überflutung führt zu arbeitsfrei - nix da... Dixiklos bestellt [Wasser fließt ja nich ab bei Flut, also gingen Klos nich]. Der Dixiservice fährt auch ins Überflutungsgebiet - Geld is Geld. Sonst fand ich das ja immer toll hier in NZ, dass einfach alles weiter macht egal ob grade Katastrophe oder nich... aber doof, dass das eben auch für Arbeit gilt.

Auf der Tour mit Steffi nach Northland war auch noch alles unter Wasser. Und teilweise der Regen so krass, dass ich 10m vor mir die Rücklichter vom Vordermann nich sehen konnte...

Auf dem Weg in den Norden... hinter der Ecke war dann die Straße auf ganzer Breite überflutet... Kinnas, wat für ein Spaß, sa'ick euch.

Überall wo flach is, is Wasser bis nich mehr flach is...
...zu guter Letzt einfach ein paar Impressionen von der Ostküstentour mit Steffi, um nochmal so zu zeigen, was außer den Highlights mein ganz normales Standartprogramm im Sommer war.


Vorne weg: Es gibt hier die Rache-des-Montezuma-Zikaden, die mich fast oben auf'm Huayna Picchu in Peru umgebracht hatten... genau die gleiche Art. Sie folgen mir!! [Die Geschichte is aus Prä-Blog-Zeiten... wer sie hören will, frage also nach beim nächsten Treffen]


Wir sind dann in den tiefsten Osten... Infrastruktur ähnlich wie in Deutschland


Wieder ganz viel Natur


Und ganz viel rumklettern

Neue Sachen ausprobieren... [Aber auch in NZ gilt, keine roten Pilze mit weißen Punkten essen]


Zu verlassenen Orten wandern [Sandy Bay Hut]... man könnte kaum weiter von der Zivilisation weg sein als hier...

...ganz viel kokeln wieder

...uff's Meer kiekn

In irgendwelchen menschenleeren Buchten anhalten und campen

...abends Strandlagerfeuer

...und wieder auf's Meer kiekn

Viel neues ausprobiern... Was hier jetzt neu is? Ich könnte mich nich erinnern, vorher je ein gottverdammtes Selfie gemacht zu haben... aber wurde hier dazu genötigt. Also kann's jetzt auch die ganze Welt wissen: Ja auch ich bin jetzt im Kreis der Selfiedeppen... Nie wieder. Wenn nochmal Foto von mir, dann schön klassisch mit Selbstauslöser und panisch durch die Gegend rennen, nachm drücken

Und wer sich fragt, was mein Auto bei exakt 300.000km gemacht hat... nach logisch, es hat auch am Strand gechillt, voll NZ-style, alta!

So, eine gute Sache hat der aufziehende Herbst... ich kann mich endlich wieder der Braukunst widmen... dazu mehr demnächst!


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Fotos sind viele von Steffi und eins von Michael - Dankö!