Aruba hat einen kleinen Nationalpark - Arikok. Da sollte man dann sehen können wie die Insel aussieht, wenn man die importierten Palmen und hingebauten Häuser mal wegnimmt. Da kann man auf einer Seite mit dem Auto rein fahren, sich da einmal durchschlängeln und kommt dann auf der anderen Seite weider raus. Also schonmal vorne weg: Ich habe ja in meinem Leben schon ein paar große Kateen geseen, die in der Landschaft steen und leicht im Winde ween und auch trotz Trockenheit nicht vergeen...
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| ...aber das da war dann doch echt beeindruckend |
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| Der Südosten der Insel ist nicht nut weitläufig und stachlig sondern auch erstaunlich hügelig |
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| Mother of all cactuses, .... ...hollari, hollari, hollarooo |
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| Wir wandern da so rum und verlieren uns immer mehr auf irgendwelchen Seitenpfaden... |
Und irgendwann bringt Veit es auf den Punkt: "Ich war noch nie in einem Wald aus Kakteen." ... und da fällt es mir auch auf. Wenn ich sonst in so trocknen Gegenden war, standen die Kakteen entweder viel weiter auseinander, oder es war alles viel niedriger. Aber hier wandeln wir wirklich durch einen echten Wald aus stachelbewehrten Gewächsen
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| Und je nach Hanglage wechselt sich das Flair auch immer ein wenig. Der Grundtenor bleibt, aber manchmal wird es etwas lichter, dann auch wieder dichter... |
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| Und auch eine erstaunliche Vielfalt unsrer stachligen Freunde |
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| Und so fahren wir gemütlich von Haltebucht zu Haltebucht und erkunden, was die Natur Arubas zu bieten hat |
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| Määh |
Früher bevor die Kolonialisten kamen, gab es auf Aruba auch mal eine Einheimische Bevölkerung. Ein Ableger des Stammes der Arawak, die hierher auswanderten und es schafften durch eine vermutlich seeehr nachhaltige Lebensweise und eine seeehr fischhaltige Ernährung den doch nicht ganz lebensfreundlichen Bedingungen etwas abzuringen und überlebten hier einige Jahrtausende. Aber gerade diese Bedingungen sollten sich später als halbwegs "vorteilhaft" erweisen. Da die Spanier, die hier vor den Holländern waren, die Inseln als "unbrauchbar" einstuften, weil es kein Gold gab und man nix anbauen konnte, wurde Aruba nicht besiedelt. So wurde natürlich auch hier ein Großteil der Einheimschen versklavt und verschleppt oder von den Pocken dahingerafft. Aber dank des allgemeinen Desinteresse an der Insel, überlebten doch ein paar und so finden sich heute in der Sprache und im sehr bunten Genpool von Aruba noch eingermaßen Anteile der Arubaarawak.
Meinte ich nicht im letzten Artikel die Arubaner sprechen Spanisch? Jain, nicht ganz, wie ich im Laufe der Zeit gelernt habe: Genaugenommen sprechen sie Papiamento. Das ist eine Kreolsprache aus hauptsächlich Spanisch, etwas Portugiesisch, einer guten Portion Arawak einem Hauch Holländisch und Afrikanischer Sprachen. Da mein Spanisch jetzt aber sowieso keine hohe Kunst ist, hätte ich nie den Unterschied zwischen Papiamento und Spanisch erkennen können und so klappt die Verständigung manchmal und manchmal eben auch nicht so gut...
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| Höhle mit Blick aufs Meer? Is schon geil... |
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| ...besonders, wenn sie dann noch fette Dachfenster hat |
Irgendwo in diesen Höhlen soll es auch noch Zeichnungen der Ureinwohner geben. Wir finden sie nicht. Hauptsächlich weil wir das vorher gar nicht wussten oder wieder verdrängt hatten.
Okay, wer sich jetzt innerlich immernoch darüber aufregt, dass ich eingangs wegen des Wortspiels mit den Kaktehen die ganzen "h" geklaut habe, hier habt sie zurück h h h h ...zum ausschneiden und oben selber einkleben
Da der Ausgang des Nationalparks Richtung Süden geht, beshließen wir den Süden der Insel etwas mehr zu erkunden...
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| Richtig chillig cruisen |
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| Die Ölraffinerie von Aruba |
Ich hatte ja schon erwähnt, dass viel des für karibische Verhältnisse hohen Lebensstandarts von den Ölfeldern vor der Insel herrührt. Aber nicht nur das: Bis vor kurzem hatte Aruba auch noch nebenbei venezolanisches Öl raffineriert - oder zumindest einen Teil davon(?). Das Foto oben ist nur ein Teil der gesamten Anlage - gefühlt zieht die sich endlos hin, während wir weiter Richtung Süden fahren. Allerdings stehen seit der Entführung von Maduro durch Trump die Anlagen still. So werde ich einige Tage später von meinem Tauchguide lernen, dass deshalb viele Einheimische nicht gut auf Trump zu sprechen sind. Nicht nur, dass er unnötig Unruhe in die Region bringt, man wegen ihm besser nicht mehr allzu weit aufs Meer rausfährt, wenn man nicht weggebombt werden will, nein, jetzt nimmt er den Arubanern auch noch die Arbeitsplätze weg. Hmm, is dann wohl doch langsam an der Zeit, dass man hier mal Wind und Sonne raffiniert: Gibt's hier schließlich endlos.
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| Lecker Meeresmittag mit Meeresblick |
Dann geht's weiter zum Boca Grandi Strand.... [oder war das alles schon einen Tag später und wir wieder im Süden???]... Und das Foto hierüber Meeresfrühstück? ... Wir werden es nie erfahren... und das ist ja auch ein gutes Zeichen: Urlaubsmodus - Go with the flow - One happy island [Leitmotto von Aruba]
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| Schick.... und in der ganzen großen Bucht keine zehn Leute |
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| A beautiful tradition, started in the magnificient island of Samoa and now conquering the world: Campingstuhl in die Brandung stellen und bei einem Bierchen auf's Meer starren |
So verbringen wir dann unseren Nachmittag...
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| ...kleiner Spaziergang zwischendrin zur Abwechslung |
Irgendwann geht es dann zurück Richtung Unterkunft
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| Riesige Öltanks auf dem Gelände der Raffinerie |
Auf dem Rückweg müssen wir in Oranjestad plötzlich riesige Umwege fahren, weil die ganze Innenstadt abgesperrt ist und überall sind Menschenmassen unterwegs und wir sehen hier und da geschmückte Trucks. Nanü? Was haben die denn vor? Wir googlen nach der Ankunft zu Hause "Event Aruba heute" und siehe da genau heute ist Nachtkarnevalsumzug in Oranjestad. Okay? Sind wir also zufällig genau über Karneval hier. Goil. Wir stapeln ein paar Balashi in den Rucksack und laufen Richtung Innenstadt. Alles gerappelt voll, überall Mucke...
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| Ein Kofferraum voll mit Boxen und dahinter noch mehr fette Anlagen |
Irgendwann finden wir eine Ecke wo noch Platz ist und praktischerweise auch gleich ein Bierstand daneben
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| Die Parade wird von aberwitzig Kostümierten in bunt leuchtenden Autos angeführt |
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| ...dann folgen Bands... |
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| ...Tänzer... |
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| ...und tanzende Bands. |
Und so geht es ewig. Um mich rum tanzen erstaunlich wenig Leute mit. Die meisten gucken oder filmen mit ihren Handys. Sollen sie doch: Ich tanze - wie oft landet man schon auf einem karibischem Karneval?
...der nächste Tag ist dann auch entsprechend langsam - das letzte Balashi war wohl schlecht.
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| Daher hier einfach nur ein Foto von einem Vogel |
Einen Tag danach gehe ich das erste Mal seit Jahren wieder tauchen. Ich habe mal wieder das Glück, dass außer dem Guide sonst keiner weiter mit dabei ist. Wir fahren noch vor Sonnenaufgang los, weil er den ersten Tauchgang direkt mit Sonnenaufgang machen möchte. Viele Sachen habe ich vergessen und muss mich von dem Tauchlehrer nochmal einweisen lassen. Also das faktische Wissen. Als ich dann mit ihm unter Wasser bin, bin ich dann doch sehr erleichtert, dass anscheinend das motorische Wissen nicht weg ist. Irgendwie fällt einem unter Wasser alles wieder auztomatisch ein. Druckausgleich, Auftrieb regulieren, Tankdruck checken. So schön mal wieder hier unten zu sein.
Mein Tauchguide ist allerdings auch etwas ungehalten. Nicht mir gegenüber - zu mir ist er super nett. Aber er hat von einem Kumpel an einer Tankstelle ein Foto bekommen. Von einem Druffitypen, der versucht hat an der Tanke dem Tankstellenwart Tauchequipment zu verkaufen. Leider kannte der Tankwart eben meinen Guide und wusste daher, dass bei meinem Guide vor kurzem eingebrochen wurde und eben jenes Tauchequipment geklaut wurde. Noch blöder für den Typen, weiß mein Tauchguide auch wo er den Typen finden kann. Und bei den Ausführungen meines Tauchguides merke ich ziemlich schnell, dass ich jetze echt nicht in der Haut von dem Druffi stecken möchte. Weil in Aruba ruft man bei sowas nicht die Polizei, die macht da sowieso nix. Also wird da noch selber angepackt.... wortwörtlich.
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| Mittag gibt's dann wieder in unserer Lieblingshafenbar |
Den letzten Nachmittag und Abend verbringen wir einfach wieder an dem Strand in der Nähe unserer Unterkunft. Noch einmal ordenltich Sonne tanken, bevor es zurück ins kalte, mistige Europa geht....
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| Das Wetter ist auf unserer Seite |
In der letzten Nacht schüttet es wie aus Eimern. Oder war es sogar nur am letzten morgen? Na jedenfalls, wie üblich in Gegenden mit wenig Regen, ist nach einem ordentlich Guss erstmal alles überschwemmt
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| ...und die meisten Autofahrer waten entsprechend vorsichtig durch das Wasser, da die Straßen auch nicht zwigend eben sind - was man jetzt nicht mehr sieht |
Wir betrachten die Autofahrer, bis plötzlich einer mit vollem Karacho die Straße runter brettert. Man sieht nicht so wirklich viel von dem Auto, außer zwei riesiger Fontänen. Dann verändert sich irgendwie die Form der Fontänen und das Geräusch. Wir beobachten, wie sich das Auto anfängt quer zu stellen bis es sich einmal fast um eigene Achse gedreht hat und nun rückwärts die Straße runter schlittert bis *BÄÄM!* es final an einem Laternenpfahl stoppt. Der obere horizontale Teile der Laterne kippt in sich zusammen...
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| Das Foto ist von etwas weiter weg aufgenommen, aber bestimmt erkennt ihr den eingedellten Kotflügel und rechts hinter der Palme vielleicht auch den jetzt schiefen Laternenpfahl |
...da der Autofahrer mit seiner riesigen Fontäne den Unfall quasi angekündigt hat, haben auch einige der umstehenden Leute und bestimmt auch der anderen Autofahrer die ganze Show komplett miterlebt. Alle halten inne und gucken. Einer der Bauarbeiter auf dem Gerüst neben mir kommentiert das Geschehene nur mit "Maricón.". Irgendwann steigt der Fahrer aus und betrachtet die Situation. Weiterhin beobachtet von allen Anwesenden. Nach einiger Zeit fließt der Verkehr weiter und wir ziehen auch weiter Richtung Frühstück. Aber trotzdem eine echt tolle Show - Veit und ich sind begeistert. Und das Schöne ist, man fühlt nicht mal wie einer dieser widerlichen Gaffer, wenn der Akteur vorher mit allen Mitteln auf sich aufmerksam macht und dann so einen krönenden Abschluss darbietet.
Und wenn da jetzt irgendwer einwenden möchte, wie ich mich in NZ immer bei Überflutungen, beim Furten von Flüssen oder jeder größeren Pfütze verhalten habe, dem möchte ich entgegenbringen, dass ... ... also ... äähmm ... Oh, guck mal, da, ein Eichkater.
Auf dem Weg zum Flughafen dinieren wir zum letzten mal in unserem Hafenrestaurant und da wir diesmal woanders sitzen entdecken entdecken wir eine interessante neue Art der Trinkgeldverwahrung:
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| In mehreren Schichten an Decken und Wänden... und keiner macht Anstalten, das abzupopeln |
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| Wie sagten schon die alten Arawak: "...dann wirst auch Du merken, dass man Dollarnoten nicht trinken kann." |
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| Adios Aruba |
Das war mal wieder ein echter Traumurlaub. Viel gesehen und erlebt, aber alles total entspannt. Sonne, relaxed, Meer, gechillt, Natur, angenehm, Leute, gemütlich. Die Insel hat es nicht nur als Motto und sodern sogar in großen Buchstaben im Passstempel stehen: "Aruba - One happy island." Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Aber das allergeilste kommt zum Abschluss. Rückflug ist an einem Freitag den 13.. Am letzten Freitag der 13., an dem ich geflogen bin, hatte ich mir ja fast direkt nach Ankunft [auf Rarotonga] eine Blutvergiftung eingefangen, die ich aufgrund mangelnder mediziner Erfahrung [höflich verklausuliert] zwei Wochen mit mir rumgeschleppt hatte, ganz zum Missfallen der Ärzte [gelinde gesagt].
Ich kann die Geschichte hier nicht mit allen Hintergrunddetails erzählen, aber wen's interessiert, der kann ja nachfragen. Das Flugzeug ist im Anflug auf Amsterdam. Es berührt die Landebahn und macht dann einen weeeiiiten Sprung. Relativ sanft zwar [ich hatte schon schlimmer], aber dafür eben noch nie so weit. Beim Abbremsen gucke ich wie immer auf die Flügel und so halb bewusst registriert mein Gehirn, dass einer der Spoiler nicht draußen ist. Wer nicht weiß, was Spoiler sind, guckt mal auf dem Foto hierrunter: Da steht oben auf dem Flügel eine Klappe hoch. Beim Abbremsen sind davon im Normalfall alle oben, um die Luft zu verwirbeln. Und genau die, die auf dem Foto oben ist, war während des Abbremsens unten. Nicht total beunruhigend, aber wenn man von Berufs wegen die meiste Zeit seines Lebens mit Flügeln zu tun hatte, dann fällt das schon auf.
Zum zu viel Grübeln komm ich gar nicht, weil am Ende der Landebahn gehen zwei oder drei superheftige Rucke durch das Flugzeug - so wie wenn ein BVG-Busfahrer mal wieder einen schlechten Tag hat oder jemand vorm Bus spontan die Straßenseite wechselt. Ich dachte ja immer das "Liebe Fluggäste, bitte bleiben Sie angeschnallt bis wir am Gate sind", sei hauptsächlich psychologischer Natur und für Notfälle, aber ein Glück, dass alle noch brav saßen. Dann kommen wir auf der Landebahn zum stehen.
Das ist nun wirklich komisch. Landebahn blockieren macht man eigentlich mal so garnicht. Nicht nur weil, dass einen belebten Flughafen wie Schiphol [bzw. letztendlich die blockierende Airline] ordentlich Kohle kosten kann, wenn da Starts und Landungen verschoben oder abgebrochen werden müssen, sondern man ist auch auch ein Sicherheitsrisiko. Irgendwann bekommen wir dann auch noch Besuch...
Der Pilot meldet sich: Wir hätten Öl verloren und können deshalb nicht selber zum Gate fahren. Da kommen jetzt ein paar Fahrzeuge an und schleppen uns ab. Über die Flughafenfeuerwehr sollen wir uns keine Sorgen machen, das wäre völlig normal, wenn wir da Öl auf der Landebahn verteilen.
Aha! Das erklärt dann auch den/die nicht-funktionierenden Spoiler [ich konnte ja nur einen Teil sehen]. Dass ein Teil der Spoiler noch funktioniert, liegt daran, dass es mehrere Ölsysteme im Flugzeug gibt, die unterschiedliche Spoiler antreiben. Idee dahinter ist, dass ein Flugzeug mit ein paar Spoilern weniger noch ganz brauchbar fliegt. Ganz ohne Spoiler wird es langsam haarig. Ist also eine Sicherheitsmaßnahme und soll so.
Und am Ende konnten wir nicht lenken und selber zum Gate fahren, weil das nicht überlebenswichtig ist. Scheinbar wird die Lenkung vom Bugrad von dem Ölsystem angetrieben, welches jetzt nicht geht.
Ich gucke was Flightradar dazu sagt:
Ordentlich Zeit vergeht. Zum Glück hat Schiphol noch zwei weitere Landebahnen parallel und jetzt drängeln sich alle anderen Maschinen da. Also haben wir zumindest Schiphol nicht komplett blockiert.
Irgendwann meldet sich der Pilot wieder und erklärt ein wenig was gerade passiert. Und dabei rutscht ihm folgender unglücklicher Satz raus "Ja, wir wissen nicht, wie lange das hier noch dauert. Wir verlieren immer noch Öl und wir kennen uns mit den Prozeduren nicht so genau aus ... Haha, aber das ist ja auch gut so. Passiert nicht so häufig." Also klar, mit "wir" meint er allerhöchstwahrscheinlich nicht sich selbst explizit, sondern will nur nicht mit dem Finger auf das Flughafenpersonal zeigen, was nicht jeden Tag leckende Flugzeuge an Tow-Cars koppeln muss, aber ich hoffe doch mal inständigst, dass er seine Prozeduren kennt. Auch wenn sie selten auftreten - in der Luft kann er nicht so lange überlegen und abwägen.
Ich stelle mir aber amüsiert vor, wie da unten die ganzen Kollegen stehen und irgendwie das leckende Flugzeug an das Tow-Car bekommen sollen und jeder hat irgendwelche guten Vorschläge, wie man das jetzt da ran knoten/binden/schrauben/klöppeln könnte. Ich hätte gerne das Gespräch live gehört... zumal auf Holländisch :)
Nebenbei lasse ich meinen Chef wissen, dass bald Arbeit kommt und ich ganz heiße Infos dazu habe... weil so ein Vorfall auch für uns Arbeit bedeutet. Jeder Vorfall im Flugbetrieb wird nämlich auf Abnormalitäten untersucht, oder ob eben alles wie erwartet lief. Und das geht dann an die Luftfahrtbehörde. Sicherheitsmaßnahmen. Weil sowas muss ein Flugzeug ja abkönnen, aber wir wollen sicherstellen kein Fehlerszenario übersehen zu haben.
Nach einer Stunde haben sie es geschafft und es geht los Richtung Gate...
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| Viel Landebahn war nicht mehr... Aber immerhin mal Aktion für die Flughafenfeuerwehr... Also zumindest "Ausrücken und Bereit sein" |
Am Gate sehe ich dann auch was das Problem war beim Abschleppen war:
Das Tow-Car nimmt ja normalerweise das Bugrad in sich auf, zwischen die Hinterräder. Aber oben seht ihr ja, das ging nicht und die mussten da hinten so eine Konstruktion ranbauen, an die sie dann irgendwie das Bugrad angebunden(?) haben. Genau über dem Bugrad seht ihr ja vielleicht die Klappe auf der ETOPS steht. Die is auf, wenn das Bugrad draußen is, und zu wenn es drinnen ist - logisch. Links davon ist ja noch eine größere Klappt. Und die ist normalerweise nur in dem Moment offen, während sich das Bugrad rein oder raus bewegt und sonst immer geschlossen, wegen Luftwiederstand und damit da nicht so viel Wasser von der Landebahn reinspritzt. Da die Klappe aber auch nicht überlebenswichtig ist, wird sie auch nur von einem Ölsystem angetrieben - anscheinend von dem was ausgelaufen ist. Also konnte sie nicht geschlossen werden, also konnte uns das Tow-Car nicht einsammmeln, also mussten die Kollegen vom Bodenpersonal kreativ werden.
So für die Nerds unter euch, die schon Hydraulikschematik vom A330 offen haben: Passt das zusammen? Spoiler #5 [plus evtl andere weiter innen] geht nicht, Bugradlenkung geht nicht und Spritzschutzklappe geht nicht? Ich weiß nicht genau, ob ich die Antwort darauf hier posten darf, aber so viel:
Ich bin einfach nur hin und weg. Wie aus dem Handbuch der Luftfahrtsicherheit - ich zitiere: "Luftfahrzeuge sind so zu konzipieren und auszulegen, dass wenn dann da doch ma die Kacke am dampfen is, dit Ding trotzdem halbwegs jeschmeidig erst runta und dann zum stehn kommt. Der Rest is ejal." Okay, gucken wir mal:
1) Öl weg [ = Kacke dampft]
2) wichtige Systeme haben Sicherheitsnetz [ = Lande sanft]
3) wenn Gefahr abgewehrt ist, mach am besten nix mehr [ = Problem nicht verschlimmern]
Einige Kollegen waren dann auch schon ein wenig neidisch, dass ich praktisch erleben durfte, was wir die ganze Zeit theoretisch machen.
Ich hatte mich ja vorhin ein wenig über die Kommunikation des Piloten lustig gemacht wegen dem "keine Ahnung von den Prozeduren". Vielleicht sollte ich noch gerade rücken: Im Großen und Ganzen war die aber echt gut. Er hat nicht schon beim Landeanflug für Unruhe gesorgt mit für die Passagiere unrelevanten Infos über ausgefallene System: "Het Oel - alls naar de Kloote! Het wer dodelig!", er hat uns danach auf dem laufenden gehalten und den Sachverhalt erklärt und die Situation entschärft indem er darauf verwieß, dass z.B. die Feuerwehr nur als Vorsichtsmaßnahme da ist. Und mit seinem holländischen Dialekt, klang das sowieso alles nicht ganz ernst zu nehmen oder gar bedrohlich. =)
Ergo, fliegen ist sicher - bisher nur eine Behauptung meinerseits, jetzt auch bewiesen.

























































































