16 Januar 2016

Die erste Sonne des neuen Jahres

...haben wir nicht gesehn. Schuld waren Alkohol und Wetter. Aber schön der Reihe nach.... erstmal sind wir von Napier nach Mahia [gelber Stern auf der blauen Linie] gefahren. Mahia is so'n kleiner Wurmfortsatz an der Ostküste. War ich auch schonmal so halb drauf [Für die Leute mit gutem Gedächtnis: Da wo die Waldarbeiter um unseren Campingplatz den ganzen Wald abgefackelt haben und wir quasi mitten in der Hölle gecampt hatten]. Aber weil alle möglichen Kiwis so viel von Mahia geschwärmt haben, dachte ick mir: Na denn musste dir dit wohl noch ma richtig ankiekn, wa?

Plan war dann da irgendwo ganz an der Spitze an nen Strand kommen. Beim Befahren der Halbinsel standen da so Schilder: "Heavy Vehicle Operation - Extreme Care!" Hmmm, was den für Heavy Vehicles? Tagebaubagger? Wieso denn extreme care, wird einen ja nicht einfach umfahren so ein Vehicle. Naja, wird schon... also die Ostseite runter Richtung Südspitze. Erst Asphalt. Zweispurig. Dann einspurig. Dann Gravel. Dann ca. Auto-breit. Und irgendwann sehen wir ein Stückchen vor uns eine riesige Staubwolke. Die Staubwolke brettert fröhlich die Straße lang - immer jib-ihm durch die engen Kurven berg-auf-berg-ab. Muss was großes und schweres sein. Bewegt sich dafür aber verdammt schnell. Irgendwann erkennt Cornelia vor der Staubwolke einen großen, roten LKW. Hmmm, komisch, was macht der denn hier? Die Straße führt ins Nix. Aber immerhin wissen wir jetzt, was diese Heavy Vehicle Operation is. Und warum extremst care. Wobei das eigentlich keinen Sinn macht vorsichtig zu sein. Wenn da ein LKW auf Gravel mit hohem Tempo um die Ecke kommt, kannste vorsichtig sein wie de willst, bremsen kann der nich mehr. Und ausweichen kannste ooch nich. Also bleibt quasi nur eins: Wenn man in der Ferne die Staubwolke sieht und die kommt auf einen zu, irgendeine Nische am Straßenrand suchen und das Auto da rein buchsieren. Aber auch nich wirklich vieler Orts möglich. Also so schnell wie möglich dem LKW hinterher, weil so lange der auf der Straße is, kann keiner von vorne kommen. Aber auch immer zig hunderte Meter hinter dem bleiben, weil das Ding so endlos viel Staub macht.

Keine Ahnung wie der das macht, der muss die Strecke schon tausend mal gefahren sein und jede Kurve genau kennen... Hier sei nochmal erwähnt die Straße ist nur ein Müh breiter als mein Auto.

Da sind mir diese Verkehrsteilnehmer doch weitaus lieber =)

Irgendwann sehen wir den LKW vor uns auf der Straße stehn. Der Fahrer läuft grade an seinem Gefährt zurück um ein Kuhgitter zu schließen, das er grade passiert hat. Er sieht uns. Wir kommen kurz vor dem Kuhgitter zum stehen. Er guckt uns an, grußlos und macht das Gitter zu. Komisch... oder zumindest Kiwi-untypisch. Dann brettert er weiter.
Immerhin konnten wir sehen was er geladen hat: Kies. Warum zum Geier bringt jemand Kies ans äußerste Ende von Mahia? Irgendwie wird das alles immer dubioser. Neben dem Kuhgitter steht ein Schild. "Achtung: Großbauarbeiten - ganz viele Gefahren, Grundstück nach Gesetz blablabla nur betreten, wenn man diese kennt." Pfffffff, wat wees ick? Zumal da nich steht was für Gefahren, nur "multiple hazards". Naja, die werden ja da keine Raketenabschussbasis bauen. Etwas unentschlossen stehen Cornelia und ich vor dem Schild. Es sagt ja nich direkt "Betreten verboten." Und hinterm Gravel is der Strand.

Plötzlich hält neben uns ein Jeep. Drinnen sitzt ein Typ mit Agentensonnenbrille. Er guckt das Gitter an, guckt uns an, steigt aus und kommt langsam rüber. Der ganze Typ sieht von Haltung und Stil absolut wie ein Agent aus und nicht wie jemand der hier zum Angeln hinfährt. Er fragt uns, ob alles okay is. Wir klären unser Erlebnis und die Überlegung, was uns das Schild und das Verhalten vom LKW-Fahrer nun sagen sollen. Er klärt uns teilweise auf, was läuft: RocketLab baut da eine Raketenabschussbasis.

Einschub: In dem Moment fiel's mir wieder ein. RocketLab ist eine neuseeländische Raketenfirma. Die wollen kommerzielle Raketen bauen und haben auch schon erfolgreiche Testflüge absolviert. 2017 oder 2018 wollen sie dann pro Monat eine Rakete ins All schießen. Ich hatte mich auch schon mal aus Spaß bei denen beworben und war bei nem Vorstellungsgespräch. Wir sind aber beidseitig ganz schnell zu dem Schluss gekommen, dass das nix wird. Da muss man absoluter Nerd sein und kein Leben außerhalb haben. Raumfahrt eben. Nee danke, ick nich! Aber gibt ja genug Space-Freaks..... Und die haben in der Tat in den Nachrichten erzählt, dass RocketLab zum Jahreswechsel irgendwas auf Mahia macht.

Kurz Cornelia aufgeklärt und dann mit dem Agenten beraten, wie das Schild zu interpretieren ist. Er ist total ruhig die ganze Zeit und überlegt auch immer bevor er was sagt. Wägt ab, scheint aber schon genau zu wissen was geht. Also nicht nur Haltung und Stil sind definitiv Agent sondern seine ganze Art: Nach kurzem Für und Wider fragt er mich nur rhetorisch: "Da steht nicht, dass es verboten ist, was würdest du tun?" Sein Angebot bei ihm mitzufahren lehne ich doch erstmal ab. Er macht das Tor auf und meint nur ich solle schon mal vor fahren er kommt dann nach und macht das Gitter wieder zu.
Auf der Weiterfahrt erörtern Cornelia und ich, wie unsere Überlebenschancen stehen, woher der Agent wohl sein mag und welche Rolle er spielt und wofür er uns braucht. Irgendwann kommen wir an die Stelle wo der LKW steht. Der Fahrer bedient jetzt einen Bagger um den abgeladenen Kies zu verteilen und würdigt uns keines Blickes. Arbeitet einfach weiter. Er muss das schon eine Weile machen: Überall Kieshaufen. Etwas weiter führt links eine Straße runter. Wieder ein großes Warnschild: "4WD only. Straße bei Nässe nicht befahren." Ich gucke mir die Straße an und gebe dem Schild recht. Gradeaus geht die Straße nicht wirklich weiter weil da irgendwelche halb verlassenen Farmen sind.
Etwas später kommt der Agent an. Ich zeige auf das Schild und sage ich komme nicht weiter und ob wir auf sein Angebot zurückkommen können bei ihm mitzufahren. In seinem Auto zaubert der Agent eine extremst genau Karte [Hohe Auflösung, Höhenlinien, jede Straße, jeder Pfad, jede Bucht] hevor. Hätte er von seinem Sohn bekommen, der da die besten Fishing-Spots eingemalt hat. Ja, nee, is klar - uns kann er nich mehr täuschen.
Dann geht es los die krass steile Straße runter Richtung Strand. Irgendwann blockieren vor uns arbeitende Bagger und Planierraupen die neu in den Berg gekerbte Straße. Unser Agent hält an, überlegt, steigt aus und nähert sich in großem Bogen den Straßenarbeitern. Die ignorieren ihn erst, stellen dann ihre Maschinen ab und schnattern eine Weile mit ihm. Wir bekommen kein Wort mit, weil wir noch im Agentenauto und 100m entfernt sind. Irgendwann macht er sich auf den Rückweg zu uns, veschwindet dabei kurz aus unserem Blickfeld. Die Arbeiter arbeiten nicht weiter sondern machen Pause. Dann kommt er zurück und meint hier gäbe es nichts weiter, fährt uns zu unserem Auto zurück und düst davon. Wir stehen noch kurz doof rum, gucken in die Einöde und überlegen, ob wir irgendwas von 007 oder Will Smith gelernt haben.

Insel an der Südspitze Mahias. Auf dem Festland davor werden wohl bald Raketen starten. Aber entweder is da bisher noch nix oder wir durften es nicht sehen.

Mist, was mir grade beim Schreiben auffällt. Der Agent war wahrscheinlich garnich da, um die Basis auszuspionieren oder zu sabotieren. Das alles war nur, damit wir da nicht die Straße weiter runter laufen zum Strand!! Jetzt erst so von außen betrachtet, merke ich, dass wir anscheinend den Typen völlig falsch eingeschätzt hatten. Passt doch wir Arsch auf Eimer. Ein bisschen mit Infos füttern, die unrelevant sind, Vertrauen gewinnen und dadurch die Kontrolle bekommen.... ....hmmmmmm ...oder aber er wollte genau das erreichen? Dass wir das glauben?

Naja Wir sind dann erstmal wieda los, weil der LKW-Fahrer langsam fertig wurde und ich wollte den nicht zu sehr im Nacken haben auf dem Rückweg.


Trocknes Hinterland. Seht ihr ja selber. Is ja auch klar, regnet kaum, brüllende Hitze. Da is ja logisch, das da nix wächst, ne? Warum erwähn ich das also? Merkt euch das einfach mal kurz... Behaltet das im Hinterkopf.


Auf dem Rückweg sind wir dann noch runter zu einer Bucht an der Ostküste und hatten endlich unsern Strand

Wieder zurück im Nordenwesten der Halbinsel. Ich finde das sieht irgendwie voll animert aus.

...garnich real, sondern einfach mit Terragen erzeugt. Schöne Computerwelt


Hmmm, ja die Fotos doppeln sich hier grade so'n bisschen aber ich konnte mich einfach nich entscheiden, sucht euch selber das schönste aus

Die ganze Zeit, permanent, rieseln da kleine Steinchen runter. Erosion live und in Farbe.

Und Robben gib's da auch. Hach ja, Robbe müsste man sein: Den ganzen Tag faul in der Sonne am Strand auf einem Stein liegen - wat für'n Leben =)

Und dann haben wir da auch den perfekten Campingplatz gefunden. Extra die Leute gefragt die da wohnen, ob wir da pennen dürfen, essen gekocht und plötzlich kommt da wer an und schickt uns weg. Wir waren nämlich nich auf dem Grundstück der Leute, die wir gefragt haben sondern beim Nachbarn und der wollte zwar kein Hump Back sein, aber eben auch nich, dass wir da campen... also zum offiziellen Freedom Campingplatz - Schade.

Sogar ordentlich Feuerholz hätt's da gegeben. Aber gut, hat halt nich sein sollen.

Am nächsten Tag haben wir die Westküste von Mahia abgefahren. Auf dem Weg zum einzigen Naturschutzgebiet auf Mahia.


In the Mahia Natural Reserve one can explore the David Loop Track. Goyems to be kept on a leash. Closed on Shabbat. Wearing a Kippah as sun protection recommended. Left side of Picnic Area for Milk Shakes, Right side for BBQ. Track founded by Esmahel Goldstein.

So und ihr erinnert euch ja noch an das trockne Hinterland weiter oben, wa? Das ja so is, weil das eben trocken und heiß is. Segende Sonne, alle Bäche ausgetrocknet. Da kann ja nix wachsen. Die Straße führt an dem Naturschutzgebiet vorbei und auch von außen sieht das ziemlich öde aus. Kaum geht man da 5m rein, fällt die Temperatur um locker 10°C, die Luftfeuchtigkeit schnellt nach oben und es sieht so aus:


Die ganze Halbinsel wäre also voll mit angenehm kühlen Dschungl, wenn da nicht initial alles abgehackt worden wäre. Keine Erosion. In dem Bächen im Reservat floss Wasser [Schwamm Wald]... so krass der Unterschied. Man müsste einfach mal mit jedem Kiwigör da hin: Eine bessere Art live zu erleben wie krass sich der Eingriff des Menschen auswirkt geht wohl kaum. Erzählen, Filme, Infotafeln oder Animationen sind ja vielleicht schön und gut aber das is schon nochmal was anderes.


Dinosaurierschwanz

Voll die geilen Fraktale....

Hier nochmal das Bild von oben, 1000fach reingezoomt =)

Wie gesagt, drumrum Steppe - Hier kaum vorstellbar...

Aber nich nur Fraktale, sondern auch was für meine Sammlung: Geometrische Formen in der Natur: Ein perfektes Dreieck

Dann geht's weiter die Ostküste [diesmal wieder der Nordinsel, nix mehr Mahia] hoch.

Tolaga Bay.... eine der vielen Möglichkeiten Sylvester zu feiern

So, ich kannte ja Ostküste bisher nur total leer. Keine Touristen da. Und viele Leute wohnen da ja auch nich. Aber zu Sylvester ändert sich das radikal. Es sind zwar immer noch keine Touristen da und wohnen tun da immernoch nich viele. Dafür kommt scheinbar jeder Kiwi, der einen Wohnwagen, Wohnmobil oder einfach nur ein krasses Zelt hat, hier her. Is ja schließlich der Platz an dem man als erster das Licht des neuen Jahres erblicken kann.

Einschub: Ja, es mag wohl stimmen, dass es Länder oder Inseln gibt die mehr als UTC+12 haben [Kiribati, Tonga, Chathams, etc] und daher das neue Jahr da früher anfängt. Aber so jemanden kann man ja wohl nich ernst nehmen. "Was wir sind immer bei allem die letzten weil wir auf der falschen Seite der Datumsgrenze wohnen? Na dann überspringen wir einfach einen Tag und sind dann allen voraus. Ätschibätsch." Kinderquatsch! Jetzt mag der gewiefte Leser einwenden: Ja aber es gibt ja auch UTC+12 jenseits der Datumsgrenze und damit beginnt zwar das neue Jahr zur gleichen Zeit aber die Sonne geht da früher auf. Punkt 1 zählt das auch nicht: Grenze is Grenze und damit Basta. Kann doch nich jeder einfach machen was er will. Wozu gibt es denn bitteschön Grenzen, hä? Damit eben nich Hinz und Kunz da einfach ... also soweit kommt's noch, ja? Aber ich muss mich auch garnich aufregen, denn zum Glück hat Mutter Natur die Erde schief gemacht:

Sonnenaufgang am 01.01.16 in NZ danke an https://www.fourmilab.ch/cgi-bin/Earth

Einschub cont'd: Somit sehen nur die Pinguine und Polarforscher schon vorher das Licht des neuen Jahres. Aber sie sehen ja wiederum die Sonne nich aufgehn, ergo is das ja gar kein neues, frisches Licht sondern der Mist vom alten Jahr.... 

Aber von den Pinguinen zurück zu den Kiwis. Alle anna Ostküste. Jede Bucht voll mit Wohnwagen und quasi ganzen Haushalten. Die Kiwis fahren da echt alles auf: Jeeps, Quads, Boote, Pferde, Outdoorduschen, Wassersilos [Bierresevoir?], Fischfangausrüstung, etc. p.p., usw. usf. ...und damit das da alles hinpasst wird quasi der Grünstreifen zwischen Strand und Häusern in jeder Bucht an der Ostküste Freedom-Camping-Area. Finde ich ne coole Einstellung von den Behörden. Allerdings Freedom-Camping an der Ostküste kostet, so man der Geldeinsammelfrau über den weg läuft. Scheint aber nur eine für die ganze Ostküste zu sein - wir haben nur von ihr gehört.

Wir sind dann bis Tokumaru Bay [2015] und haben uns da eine schönen Campingplatz zwischen Strand und erster Häuserreihe gesucht. Nicht lange dann waren wir auch schon zu den Leuten, vor deren Haus wir gecampt haben, eingeladen:
Er [kommt grade vom Surfen wieda]: Was macht ihr Sylvester?
Icke: Ja wir machen Feuerwerk und saufen....
Er: Ja, na, wir haben da Grill und machen Party, kommt doch rüber.
Und weg issa. Naja. Super. Irgendwann tingeln wir da mit unserm Gin und Bier und der riiiiiesen Box Feuerwerk hin. Endsfettsuperoberlecker Grillparty mit allem drum und dran. Hin und wieder gab's ein bisschen Regen, aber die hatten Megagroßen Pavillion am Start und da stand man dann für die 10min eben drunter. Dann wurde irgendwelcher uralter Rum verkostet. Live-Rap-Show, ...erst rappt der eine ordentlich was vom Kasten und dann steigt der Zweite ein und beide legen gemeinsam ihre Show hin... wussten nur vorher nicht vom jeweils anderen das er rappen kann und im Publikum wusste das anscheinend auch keiner selbst während der Show ...erst als sie das danach aufgeklärt hatten, dass sie selber überrascht waren =)
Mittennacht hatten wir beinahe verschlafen wegen dem ganzen gefeiere. Dann ordentlich Feuerwerk und weiter feiern. Und irgendwann vor Sonnenaufgang ins Bett. Wecker gestellt und am nächsten morgen pünktlich etliche Stunden nach Sonnenaufgang wach geworden.
Der Kater wurde mit Neujahrsanbaden vertrieben. Das Wasser war so warm, dass man da locker 20, 30 Miniten in den Wellen rumtoben konnte ohne, dass man zu frieren angefangen hätte.... Einige Kinder wollten dann wissen, ob wir mit ihrem Papi einen Battle hatten, wer das krassere Feuerwerk gemacht hat [die hatten ein heftiges Strandfeuerwerk]. Hatten wir zwar nicht offiziell, aber Punkt 1 habe ich sowieso gewonnen und Punkt 2 finde ich es schön, dass ich schon wieda mal zu Sylvester ordentlich für Aufmerksamkeit gesorgt habe =) ....unsere Gastgeber haben sich auch zig mal für das geile Feuerwerk bedankt - Gern geschehen.

Und während in Villa Occidente noch Dinner For One geguckt wird, wird in Villa Oriente schon fleißig am Strand rumgeritten. Tokumaru Bay - Twentysixteen - East Coast
Dann da noch eine Nacht geblieben und dann zum Mt Hikurangi. Der Gipfel is der Punkt an dem man als erstes in Neuseeland das Licht der Aufgehenden Sonne sehen kann. 1700m hoch und relativ nah an der Küste also sieht man da die Sonne noch vorm Strand. "Aaaaccchhhh, und warum warste nich da zu Sylvester?" ....ganz einfach der Berg is Sylvester geschlossen. Der is den dortigen Maori heilig, aber man darf da normalerweise auch rauf - außer eben Sylvester ...da machen die Maoris da oben ihre eigene Party. Pakehas [Weiße] und andere Iwi [Stämme] kommen da nich rein.
Inzwischen geht es mit dem Wetter immer weiter bergab. Aber wir wollen trotzdem Mal hingucken.

Kein Fahrzeug kommt uns die 20km zum Mt Hikurangi entgegen.

Aussicht vom Autoparkplatz am Fuße des Mt Hikurangi. Wieder was zum merken: Behaltet mal im Hinterkopf, wie leer das Flussbett is. Könnte man ja super durchlaufen, wa? Und da bei der kleinen Baumgruppe in der Mitte könnte man bestimmt su-per Zelten, wa? Wat soll schon passieren?

Auch am Mt Hikurangi selbst is nüscht los. Wir fragen noch bei einem Local nach ob's sicher is hochzugehen und damit jemand bescheid weiß, wo wir sind. Wir haben sogar Wetter technisch ziemlich Glück weil es klart etwas auf und regnet kaum noch....

Großteil des Aufstiegs geht leider über Weideland...

...sogar mit Kühen!! Wenigstens kann ich Cornelia mit meiner Angst vor Kühen anstecken.


Kurz unterhalb der Hütte hat da ein Künstler diese Figuren aufgebaut....

Die Hütte is an sich ganz gemütlich aber hat kaum noch Feuerholz und da der Regen wieder einsetzt, macht sammeln keinen Sinn.

Wir haben zwar nicht viel Hoffnung am nächsten Tag einen Sonnenaufgang zu sehn aber wir Stellen uns trotzdem den Wecker auf um 3:00.... falls der Regen nachlässt. Am nächsten Morgen um 3:00 höre ich draußen einen brachialen Regensturm, mache den Wecker aus und schlafe weiter. Als wir dann Stunden später aufstehn tobt der Regensturm immernoch. Rausgehen is die Hölle. Sofort is man klitschnass, selbst wenn es nur die 3m zur Toilette sind. Proviant würde im Notfall noch einen Tag reichen. Um 12h lässt dann der Sturm etwas nach, aber immernoch unmöglich auf den Gipfel zu kommen, aber immerhin sollte man jetzt vom Berg runter kommen. Nach wenigen Metern is alles durchnässt, überall plötzlich kleine Bäche... Auf dem Rückweg müssen wir wegen Jungbullen auch noch größere Schlenker laufen [später hieß es, die würden angeblich nix machn... glaub ich ja nich].

PPPFFFFFFÜÜÜÜÜÜÜÜFFFFSSCCCCHHHHHHHÜÜÜÜUUUUUFFFFFFFFFFF
Unten angekommen, kommt die Sonne raus aber der Regen hört ewig nich auf [das is auch so'n Ding hier unten.... Regen und blauer Himmel *kopfschüttel*]

So und guckt euch mal das Flussbett jetze an. Na? Immernoch passierbar? Immernoch campen an den Bäumen? Und das passiert hier binnen Stunden.

Die Fluten reißen ganze Bäume mit

Und die Pegel steigen bis ca. 10cm unter Straßenniveau... etwas mehr Regen und wir wären da erstmal ne Weile nich wieda rausgekommen... also auch nich schlimm, aber muss eben hier immer mit rechnen... quasi überall im Land

Und kaum sind wir wieder zurück am Meer [vielleicht ne Stunde oder 2 später], tut das Wetter so als wäre nix gewesen... auch typisch NZ




In Gisborne haben wir uns nach den Entbehrungen [Entbärungen? Wie schreibt man dis?] und weil wir quasi alles einmal trocknen mussten ein Motel gegönnt... bzw. eine Motor Lodge... [afaik mein erstes Mal in sowas gewesen, oder?] ...aber egal wie es sich schimpft, ich finde ja das bleibt so'n bisschen dodgy... hat irgendwie was anrüchiges [30 Jahre Hollywood Filme haben ein Bild geprägt =) ] ...Wir haben uns sogar eins mit Spa gegönnt - wenn schon, denn schon.

Dann ging's am nächsten Tag zurück. Aber erstmal noch zu der Bäckerei die deutsches Brot ...oder Brot deutscher Backart verkauft.... also die werben nicht mit "deutsch", die machen einfach gutes Brot und die Schlangen da sprechen für sich - auch der Kiwi mag gutes Brot, wenn's denn welches geben würde.
Auf halber Strecke in der Wairoaschlucht machen wir noch eine kleine Wanderung.

Falls sich wer wundert warum in Neuseeland überhaupt wer Autos klaut, nun ja, man fährt dann damit illegale Rennen und zündet sie danach an. Und so so sehen die Überreste von so einem Torching aus, wenn das DOC die Karosserie wieder ausm Wald gezerrt hat... Die Pfütze da unten is auch mehr Motoröl als Wasser... und das mitten im Naturschutzgebiet.

Die Brücke is in den 20ern eingestürzt, wurde dann neu gebaut, is dann verfallen und in den 90ern repariert und soll jetzt angeblich tippitoppi sein.... Nun jaaaa

Aber immerhin die Aussicht von der Brücke is schön


Der nächste Fluss muss dann schon ohne Brücke gequert werden





Tip-Toeing on the Edge to the New Year

Eigentlich dachte ich mir ja: "Ey super, 11 Tage Zwangsurlaub, fahr ick doch einfach wieda auffe Südinsel und toppe das Sylvester vom letzten Jahr." Etliche Kilo Feuerwerk zu Guy Fawkes besorgt [man kann hier Feuerwerk nur im November kaufen] und dann mal nach Fähren auffe Südinsel geguckt... Tja, also entweder schon ausgebucht oder zu ganz sinnfreien Zeiten für $400 - pro Richtung! Och nö, dachte ich mir, Nordinsel is ja ooch schön, wa? Feierste einfach Ostküste.

Gesagt, getan. Musste am 24. noch halbtags arbeiten, denn war Firmengrillen und dann ging's nach Tauranga [genauer gesagt Papamoa - blauer Marker auf der roten Linie]. Da habe ich mich mit Cornelia getroffen, die grade von Coromandel runter kam. Eigentlich wollte ich ja Weihnachten komplett ignorieren [wozu bin ich schließlich ausgewandert, nech?], aber die Firma hatte allen Untertanen eine $100-Kreditkarte geschenkt. Also sind wir davon super-fancy essen gegangen. Omnomnomnom lecker, sag ich euch. Hab lange nich mehr sowas leckeres Gegessen. Das wohl leckerste Steak wo jibt [im Pfeffer-Kaffee-Mantel] und die wohl zarteste Ente auf der südlichen Hemisphäre. Hat dann aber auch gleich mal meinen Kreditkartenrahmen gesprengt =)

Am nächsten Tag ging dann die eigentliche Tour los. Von Tauranga nach Waikaremoana [grauer Marker auf der roten Linie]. Waikaremoana war der große See mit den Felsklippen, wo wir letztes Jahr schonmal waren.

Darauf habe ich mich seit letztem mal die ganz Zeit gefreut: 3 - 4h Gravel! Und diesmal war so gut wie kein anderes Auto unterwegs. Konnte man ordentlich durch den Dschungl heizen... und auch das ist wieder mal ein ganz offizieller State Highway

Abends dann in Orangiwangiknofi angekommen.... das is eine DOC-Site kurz vor Waikaremoana..... und erstmal schön Feuerchen gemacht. Keine Sau da und für Lau... und mitten im Dschungl ein gefliestes Klo - wenn das mal kein Komfort is


Wenn ihr janz jenau hinkiekt, könnta mein dämonisches Grinsen sehn ...ick beschwöre da grade die Geister der Ahnen, damit uns nachts kein Ast auffe Karre fällt

Hat schon echt Flair, wenn man auf einer Lichtung mitten im größten Dschungl der Nordinsel sitzt, Feuer am start hat in dem man sich lecker Essen zubereitet und dann der Mond langsam über die Baumkronen klettert und alles in so'n fahles Licht taucht... kann ick nur empfehlen.

Und wie das gebrannt hat Kinnas . Heidewitzka! Leider sollte das nicht nur das erste sondern auch das letzte Feuer auf dieser Tour sein... anscheinend wollten die Götter noch mehr Opfergaben haben. Jetzt wollte ich aber nich Cornelia den Geistern dar bieten, sonst hätte ich ja den Rest der Tour mit mir selber reden müssen

Ihmchen habe ich vor den Flammen gerettet - er hatte sich an einen der Feuerholzstämme geklammert. Allerdings ist er quasi direkt nach dem Verlassen von Urewarewa [der Dschungl um Waikaremoana] eingegangen. Er dachte sich wohl: Heimat oder Tod! Lieber Sterben als unter einer fremden Sonne zu wachsen und fremde Wasser zu trinken. Besonders Auckland!! [Was dem Berliner der Schwabe ist dem Restneuseeländer der Aucklander - ich entschuldige mich auch immer, wenn ich sage, dass ich in Auckland wohne um nich gleich auf die Fresse zu bekommen ...die Ablehnung hat es sogar bis in die deutsche Wikipedia geschafft]

Am nächsten Tag gings dann zum Waikaremoana. Letztes mal hatte ich ja das Ding noch 'Lake' Wakaremoana genannt. Allerdings habe ich inzwischen gelernt das 'Moana' auf maori ein großes Gewässer bezeichnet... das is also so'n bisschen wie PIN-Nummer, HIV-Virus oder Mount Maunganui [Maunga = Berg auf maori].
In der Parkinfo haben wir gelernt, dass das jetzt kein Nationalpark mehr ist [der Urewarewa-Dschungl ....hmmm vermutlich heißt jetzt "Rewa" Wald =) ], weil sich die Maori den vom DOC zurück geholt haben [ähnlich wie Whanganui, wo wir die Kanutour gemacht hatten]... und war ganz ineteressant über die Probleme und Lösungsideen mit dem Typen in der Info zu reden. Und er konnte sogar deutsch, weil Teil seiner Familie kam aus Österreich. Er war aber bisher nur in Deutschland, weil er hatte im Maoribatallion gedient. Das Maoribatallion hat sich in den Weltkriegen doch einen Namen gemacht und ein Gefangenenlagerkommandeur im 2. WK und König von Hannover [oder so] hat sich so gut mit den gefangenen Maori verstanden und fand die so beeindruckend, dass er sie zu seinem 89. Geburtstag nochmal nach Hannover eingeladen hat, also war er vor kurzem in Deutschland in einem Schloss mit Dienern und allem drum und dran... aber sehta, wusstet ihr, dass wir noch Könige haben? Ich kenne nur den Prügelprinzen von Hannover der auch mal gerne den Türken an die Messestände pisst...
Ah, und Hitler meinte: Gebt mir eine Million Maorikämpfer und die Welt gehört mir.... [dummerweise gab es keine Million]. Und ich mein, wenn der Führer das sagt...

Die Straße direkt am See fetzt auch einfach nur... es sei denn, dir kommt ein Jeep mit ebenfalls 60km/h entgegen, dann zerfetzt es dich.

Da wird's am nächsten Tag rauf gehen - die Klippen auf der anderen Seite... war ich zwar schon mal, aber das war so fett, das kann man ruhig öfters machen.


Ich hatte ja schon öfters von meinem Faible erzählt oben auf Wasserfällen rumzuklettern anstatt doof davor zu stehn. Endlich habe ich mal ein ordentlich großes Exemplar gefunden [hoch und mit ordentlich Wasser]


Voll die Wasserrutsche... da mal reinspringen... Huiiii.....

...wobei einem die Lust ein wenig vergeht, wenn man einen Schritt zurück geht... weil es wäre mehr Huuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii *platsch-matsch*







Abends waren wir dann Rosie Bay [der einzige kostenlose DOC-Campingplatz direkt am Waikaremoana]... widerlich voll da... Und ganz viele Franzosen... erinnerte mich kurz an Akaroa genau ein Jahr zuvor. Was Michel Le Baguette in Akaroa macht leuchtet mir ja noch ein - schließlich hat sein Vorfahr Akaroa gegründet - aber hier? Vielleicht kommen die einfach immer um Weihnachten raus?

Am nächsten Tag ging es dann auf die Klippen aber erstmal eine schönen Platz zum frühstücken gesucht... und wir wurden nicht enttäuscht:

Schön einen Parkplatz direkt am See gefunden... ein ganz sicher ganz 100%ig offizieller Parkplatz... In diesem Punkt werde ich immer mehr Kiwi - wenn man da nicht mit Auto hin kommt, lohnt es auch nicht =)

...überall das gleiche Problem. Da geht man einmal kurz spazieren und schon hat man vergessen hinter welchem Stein man geparkt hat. Und dann sucht man die Karre wieder ewig.

Wenn mal wer ein Werbefoto für Mazda braucht: Da bitte.

Unser Parkplatz hatte sogar eine Küchennische....

....und eine voll konkrete Aussicht. Allet was man sich wünschen kann.

Der Weg hoch nach Bald Knob [Die Klippe] war echt geil.... letztes mal war ja Sonne und geiles Wetter und diesmal komplett anders wegen der Wolken überall... total mystisch...

"Ja, nee, geh ma noch'n Stückchen nach links... ja, super, 'n Stückchen noch... fast gut...."

Als wir dann am Bald Knob waren, klarte es auch langsam auf.

Aber irgendwie hatte ich da die Wanderwege breiter in Erinnerung... aber is ganz sicher auch wieder offiziell. Sonst wäre da ja ein Zaun und ein Verbotsschild. Is ja klar.

So, Bild durchgescrollt? Habta Cornelia gesehn? Dann viel Spaß beim Suchen... [is bei dem Bild in der Tat etwas schwer zu finden, aber sie is drauf]



Ich suche immer noch mein Auto

Gnihihi.... ja, musste sein =)




Dann ging's weiter nach Napier.... schön wieder mal im Whirl Pool sitzen. Hatten wir uns nach der Wanderung auch echt verdient.

Soooo.... zweiter Teil der Sylvestertour is in der Mache.... ich hab das mal aufgesplittet, weil sonst wird doch etwas viel und dann habt ihr schonmal was zu lesen....