[Violetter Punkt auf der gelben Linie]
So nachdem wir Ende letzten Jahres das vorerst östlichste Wojeht, dann zum Jahreswechsel das vorerst weit-entfernteste Wojeht hatten, gib's Anfang diesen Jahres das vorerst südlichste Wojeht: Stewart Island. Das is eine kleine Insel südlich von der Südinsel. Liegt bei 46° 50'. Nur Feuerland, ein paar Inselchen und die Antarktis liegen noch südlicher.
Aber erstmal werde ich euch ein bisschen mit Geschichte langweilen. Auch noch Maorigeschichte - Die Sagen und Mythen von den Wilden, quasi. Neuseeland wurde 750 AD von Te Kupe entdeckt und heißt auf Ureinwohnerisch "Aotearoa" - Das Land der großen weißen Wolke. Ich vermute mal der Name kommt daher, weil das hier in vielen Landstrichen ziemlich vülle regnet und der muss ja irgendwo herkommen, der Regen. Auch ohne Sateliten [schreibt man das irgendwo mit Doppelkonsonant?] hatten sie anscheinend eine ziemlich gute Vorstellung von der Form Neuseelands. Die Nordinsel stellt einen großen fetten Fisch da [ich glaube es war irgendeine Art Flunder] und die Südinsel ist ein Kanu, wo olle Te Kupe [oder irgendeiner seiner Kumpels] drin sitzt und den Fisch zu angeln versucht.
Jetzt wird meine geistig gewiefte Leserschaft natürlich sofort aufmerken: Aber so ein großer Fisch zieht doch das Boot weg und dann wäre doch Neuseeland schon längst am Äquator. Und genau da kommt Stewart Island ins Spiel. Stewart Island is nämlich der Anker von dem Kanu.
Stewart Island hat grade mal irgendwas um die 400 Einwohner, 1 Polizisten, den alle hassen & 1 Pub, wo sich alle treffen. Da ich und Abends meistens im Pub war und Abstand zu den Touristen gehalten habe, war ich zumindest ziemlich bald von den Locals toleriert. Ein interessanter Menschenschlag. Leben ein paar Monate von Touristen und den Rest der Zeit vom Fischfang und sind entsprechend rau und nich auf's Maul gefallen. Aber reden auch nich, wenn's nich nötig is. Den Polizisten hassen alle, weil er hier und da schon mal Parktickets verteilt hat [was auf Stewart Island wirklich sinnlos is] und neuerdings auch noch was gegen Alkohol am Steuer tun will. Obwohl der Bulle da eigentlich n Faulenzer-Traumjob hat [außer evtl. mal gelangweilten Jugendlichen keine wirkliche Kriminalität und wegen der 24h Einsatzbereitschaft extrem viel Urlaub], muss er allerdings auch ein ziemlicher Eigenbrötler sein, weil wenn er dann doch mal was macht, dann nehmen das die Leute gleich persönlich.
Naja, aber wir waren ja nicht nur zum Saufen auf Stewart Island sondern um wenigstens einen der Great Walks zu machen [die Touri-Abzocke-Wanderrouten, voll mit Lonely Planet Lesern]. Weil's da Kiwis in Hülle und Vülle gibt, dachten wir uns, nehmen wir die... und es war die billigste Tour.
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| Endlich mal vernünftige Bierflaschen... im Pub von Stewart Island |
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| Ein Kaka im Anmarsch in der Hoffnung, was zu Futtern zu kriegen |
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| ...und wieder wird er nicht enttäuscht. Alle gleich diese Touristen - Ein bisschen neugierig gucken und auf dem Geländer rumstolzieren und, Zack, hat man einen leckeren Muesliriegel |
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| Das Waldtelefon von Herrn Fuchs und Frau Elster... musste irgendwie an den Sprechfunk mit Käpt'n Kirk Kuttner denken |
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| Und los geht's: Auf zum Great Walk. Das langweilige Straßenstück wurden wir zum Glück von einem netten Neuseeländer gefahren... der wollte eigentlich nur Joggen gehen, aber hat dann nicht nur uns hingefahren sondern gleich noch eine anderes Wanderteam .... typisch Kiwi eben =) |
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| Erster Tag des Great Walks zur Port Williams Hut... seht ihr ganz dahinten, wo die Berge im Meer auslaufen, is ein Tal... und in diesem Tal sieht man so leicht gräulich noch weiter hinten wieder einen Berg... da müssen wir hin |
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| Obwohl schon fast wieder eure Breitengrade, sieht hier alle immernoch ne Nummer tropischer aus... Wetter is aber eher wie bei uns im Sommer |
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| natürlicher Bilderrahmen |
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| Tag 2 sind wir nicht gewandert sondern haben an einem Stand in der Nähe von unserer Hütte rumgechillt... die Zeit habe ich sinnvoll genutzt und mal eine Seetangpflanze auseinander gefaltet |
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| ...und ein bisschen die Landschaft ausgebessert... ihr seht ja, der Fluss weiß garnich wohin und muss sich da unterirdisch seinen Weg suchen.... und kommt dann da total aufgefächert am Strand raus... nich schön das ganze... |
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| ....also 1, 2 'n Kanal gebuddelt und schon is alles in ordentlicher Ordnung... und wieder ein bisschen chaotische Natur gezähmt... ich mein, nur weil das'n National Park is, kann sich die Natur da ja noch lange nicht alles erlauben, wa? |
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| Bevor das ein Nat'l Park war, wurden da die ganzen guten Kauribäume abgehackt... und mit diesen Dampfmaschinen aus dem Urwald gezerrt |
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| 2. Wandertag [3. Tag insgesamt]... von Port Williams Hut nach North Arm Hut... diesmal durch tiefen, tiefen Wald |
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| ...Hälfte jeschafft.... und genau hier fing der Regen an und Zack waren wir im Regenwald... hat gleich mal das Forscherfeeling noch ordentlich erhöht =) |
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| North Arm Hut.... also ähm ... das is die Bank vor der Hütte... |
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| Letzter Tag |
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| Sieht aus, wie ne versunkene Dampflok der alte Log Hauler .... Baumstamm-durch-den-Wald-zieh-Maschine |
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| ...irgendwer war wohl sauer und hat die alle ins Meer geworfen |
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| Die 3 Baumstämme vorne im Bild quer zum Fluss sind eine historische Sehenswürdigkeit... das war mal ein Damm für eine Sägemühle... ich habe die Mal fotografiert, weil sie sonst nicht viel Aufmerksamkeit bekommen... alle kommen da anscheinend an: "Wie? Das isses?" und gehen wieder... ich hab das gemacht, um sie ein wenig aufzumuntern, weil das ja auf Dauer dann doch sehr deprimierend is, wenn alle dich langweilig und öde finden... selbst als toter Baumstamm... |
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| Am Ende von Wandertag 3 |
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| Inzwischen hat sich in Oban rumgesprochen, dass Sonni Muesliriegel hat... aber hier sieht man auch warum füttern doof is, weil nich nur, dass sich die Kakas an Menschen gewöhnen und fett werden, es gibt auch gleich ordentlich Stress und Zankerei |
Kiwis haben wir nicht gesehen nur gehört... aber ich flieg da noch mal hin, wenn de weniger Touris sind und dann find ich ganz bestimmt n Kiwi...