Genau genommen waren wir zweimal im Westen und zwischendrin nochmal in Devonport, weil man dieses im-Auto-gecampe ja nich ewig aushält... also zumindest dann nicht, wenn man um die Ecke eine 5-Sterne-Unterkunft hat.
Der erste Teile ging in den Nordwesten.... So auf halber Strecke machen wir Pause im Rocky Cape Nat'l Park. Hier zeigt sich mal wieder der Vorteil von dem Parkpass für unserer Auto. Man hätte natürlich auch die Karre am Eingang abstellen können und den Park zu Fuß erkunden, aber die Zeit hätten wir nicht gehabt, da bis zum Strand zu laufen und zusätzlich wäre das auch eine reichlich blöde Idee bei der sengenden Sonne.
 |
| Mittagspause am Meer statt in der Pampa |
 |
| Diese bunten Bänder im Fels sind keine Gesteinsablagerungen, sondern irgendwelche Algenreste... also wenn ich das richtig verstanden habe |
Da wir noch keinen wirklichen Plan haben, wo wir pennen können, machen wir einen kleinen Umweg über Stanley - da ist die letzte Touriinfo auf dem Weg zur Westküste. Und schau mal einer guck, in passender Entfernung gibt es direkt am Meer einen Gratis-Campingplatz und umsonst dazu die angeblich sauberste Luft der Welt. Das rührt daher, dass im Südmeer so bei 40° - 50° südlicher Breite ein relativ konstanter Westwind die Antarktis umkreist. Und bevor der auf Tasmanien trifft hat der seit Südamerika kein Land berührt. Ergo ist das so die reinste Meeresluft, die es gibt... Gut, mal abgesehen von der neuseeländischen Südinsel, wo die Luft noch länger kein Land gestreift hat und der Nummer eins: Ganz südliches Patagonien. Aber wir wollen hier mal nicht so kleinlich sein, dass also eigentlich Tasmanien nur auf Platz drei liegt - es ist immerhin die klarste Luft, die ich seit drei Jahren geschnuppert habe.
 |
| The Nut in Stanley. Wurde uns auch empfohlen raufzuklettern wegen der geilen Aussicht, aber da es langsam spät wird, fahren wir weiter zu unserem Campingplatz |
 |
| Tadaa, die Westküste... hier könnte man jetzt bis Südamerika durchschwimmen ohne sich den Kopf an einem Strand zu stoßen |
Der Campingplatz ist genau oberhalb vom Strand und nach einem ordentlichen Armbrot vom Campingkocher machen wir dann noch einen kleinen Spaziergang in der [dritt]saubersten Luft der Welt...
 |
| Der Strand ist ewig breit und flach mit riesigem Wellenauslaufbereich |
 |
| Vermisst die Stadtluft... etwas verloren zwischen ganzen sauberen Luftmolekülen... und hätte gerne ein Bier |
 |
| Im Westen gibt es dann wieder den üblichen atomaren Test |
 |
| Aussicht beim Frühstück vom Campingplatz |
Dann fahren wir weiter die Küste runter nach Arthur River. Die Küste wird immer rauer und naturbelassener...
 |
| Riesige angespühlte Baumstämme in Arthur River |
 |
| Die Größe der Wellen könnt ihr vielleicht ein wenig erahnen, wenn ihr euch die Gischt über den Wellen anguckt... nix zum weit raus schwimmen |
 |
| Die Rippeln auf den Steinen sind versteinerter Meeresboden... Das Muster kennt ihr ja bestimmt vom weichen Sandboden in Seen oder der Ostsee. War hier vor vielen Millionen Jahren also auch mal weicher Sandboden und nich ganz so krasse Wellen wie heutzutage... Finde leider außer ein paar versteinerten Wurmgängen keine Tiere oder Pflanzen. Nur ganz viele Schichten Meeresboden |
 |
| Leider ist grade Feuer machen verboten und da halte ich mich in Australien mal lieber dran, wenn die das sagen... allerdings sehr verlockend solche Unmengen Strandholz... müsste man nur an einer Seite anzünden und der Wind würde den Rest erledigen... Ich könnte es aber bestimmt nicht lange genießen, weil mich ziemlich schnell ein wütender Mob von Tasmaniern verfolgen würde, der etwas erboßt ist, dass ich mal eben so ihre schöne Insel in ein Flammenmeer verwandelt habe |
 |
| Von den Wellen ausgespühlte "Straße"... macht voll Spaß da zu stehen, weil durch die Form die Wellen da ewig weit rein rollen und einem jedesmal fast die Beine wegreißen... Aber ein Tipp an alle die wie ich meinen, da könnte man super pullern gehen, weil das ja gleich weggespühlt wird und somit voll hygienisch is: Stellt euch geschickter an als ich Ü |
 |
| Baden waren wir dann auch, weil nicht nur die Luft kommt da aus'm Westen, sondern auch das Wasser strömt im Kreis um die Antarktis und ist somit extremst sauber, weil schon ewig nicht mehr an einem Hafen oder einer Stadt vorbei gekommen... Steffi ist nich zum Islam konvertiert sondern Kopftuch und T-Shirt sind hier quasi Pflicht wegen der Sonne |
Dann geht es noch ein Stückchen weiter südlich am Meer entlang bis wir landeinwärts auf den Tarkine Drive abbiegen. Die letzten Weiden sind bald vorbei und werden abgelöst von einer kargen Mischung aus Wüste und Steppe mit flachen, meist verdörrten und windgeformten Büschen und kleinen knorrigen Bäumchen...
 |
| Hier muss man als Pflanze schon echt genügsam sein um zu überleben... Wir haben in Tasmanien vielerorts riesige vertrocknete Wälder gesehen. Schwer zu sagen, ob die komplett verdorrt waren oder einfach nur Sommertrocken sind. Wäre mal interessant rauszufinden, weil dann wäre Tasmanien im Winter grün... hat man ja auch nicht überall |
 |
| Plötzlich wieder Dschungel... der Tarkine Drive gibt sich extremst abwechslungsreich |
 |
| Die Pausen werden mit kleinen Wanderungen verbunden... |
 |
| Ich hätte in Australien nirgends so riesige Bäume erwartet... Tasmanien beweist mal wieder, dass es immer weider erstaunen kann |
 |
| Ein Sinkhole... da hat sich irgendwann mal der Waldboden aufgetan und jetzt ist das irgendwie schon 50m oder so tief... oder waren's nur 20m? Na auch egal, aber wenn man da also zur falschen Zeit am falschen Ort doof im Wald rumsteht, kann man auch mal ganz schnell weg sein |
 |
| Ein Muppetmonsterbaum |
 |
| Irgendwann wird der Dschungel wieder lichter ... nur noch das innere der Bäume lebt |
Die Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz neben einer Taverne. Irgendwie erinnert mich das ein wenig an die Südinsel von NZ. Sämtliche Locals treffen sich da abends im Pub. Eine illustre Mischung aus allen Facetten der Gesellschaft und doch irgendwie alle von einem Schlag - rau aber freundlich.
 |
| Zum Frühstück machen wir dann nochmal einen Abstecher zum Rocky Cape Nat'l Park vom ersten Tag... somit schließt sich der Kreis |
 |
| Unser Ausblick beim Frühstück... doch irgendwie schöner als auf'm Campingplatz, wa? |
 |
| Der einzige Schattenplatz in Rocky Cape... bitternötig wenn man es da länger als 1 Minute sitzend aushalten will |
 |
| A truly Aussie sign Ü |
Dann geht's wieder zurück nach Devonport uns erstmal wieder verwöhnen lassen...
 |
| Tagestour nach Launceston. Da haben die mitten in der Stadt eine Gorge... die australische Variante des Stadtparks |
Der zweite Tour in den Westen wird auch gleichzteitig unsere letzte in Tasmanien sein. Viel fahren, aber macht mir ja Spaß mit dem Auto auf den Straßen. Ein schöner 3-tägiger Roadtrip zum Abschluss...
Diesmal geht es etwas weiter südlich, zur mittleren Westküste und dann quer durchs Herz Tasmaniens zurück nach Hobart.
 |
| Und bald beginnt auch wieder Dschungel... |
 |
| ...wird immer dichter und höher. |
 |
| Zeit für kleine Wanderungen bleibt trotzdem |
 |
| Irgendwann finden wir die kleine pussierliche Spinne. Sitzt ganz ruhig da und sieht interessant aus. Wir stehen um sie herum und ich mache ein Foto. In dem kurzen Moment, wo die Kamera das Foto anzeigt gucken Steffi und ich für einen Sekundenbruchteil nicht hin. Plötzlich ist die Spinne weg. Wie weggezaubert. Da wir keine Ahnung haben wie giftig oder aggressiv sie is und doch schon ein wenig erstaunt, WIE schnell sie sich bewegen kann, entfernen wir uns mit möglichst großen Schritten vom Geschehen. Habe später rausgefunden, dass das eine Red-And-Black-Spider is und die zwar giftig aber nicht tödlich sind |
 |
| Hier hat ein Riese mit einer großen Kelle ein Stück Wand entfernt und sich daraus eine leckere Suppe zubereitet... |
 |
| Irgendwann weicht der Dschungel wieder lichteren Wäldern... |
 |
| ...und irgendwann wieder Steppe... |
 |
| ...die dann plötzlich von Alpenpanoramen abgelöst wird... und das alles in kürzester Zeit |
Laut Karte gibt es einen Campingplatz am Ende der Landspitze von Strahan [mittlere Westküste]... wir fahren ewig eine Sandpiste runter. Endlose Natur, keine Menschenseele. Wir haben keine Ahnung, was uns erwartet, aber da es langsam spät wird, müssen wir nehmen was kommt. Zu unserem Erstaunen kommen wir dann an einem doch ziemlich großen Campingplatz an. Aber in viele kleine Separees aufgeteilt, so das man doch fast überall das Gefühl hat noch mitten in der Natur zu sein. Fast ausschließlich Dauercamper mit Jeeps, Booten, Quads und allem, was man sich so vorstellen kann...
 |
| Strand vor dem Campingplatz... also wir sind da etwas gelaufen, weil direkt am Campingplatz doch noch Menschen zu sehen waren. Ich finde das ja auch hier noch etwas Überlaufen, aber Steffi meinte man könne den Strand ja sehr wohl mit einer anderen Person teilen und wenn wir nicht bald unser Bier trinken, gib's das im Dunkeln und nicht im schönen Abendlicht... das Argument mit dem Bier überzeugt |
 |
| Hat sich die Stunde Sandpiste doch gelohnt... |
 |
| Am nächsten Morgen entdecken wir beim Frühstück diese Monsterameise... um einiges größer als unsere Waldameisen... wir sind vorsichtig, weil die bestimmt voll gefährlich sind im Gegensatz zu den schwarzem Mikroameisen überall... |
 |
| Ja Pustekuchen... Als die große Ameise ins Territorium der Miniameisen läuft, beißt sich eine Kleine in ihrem Bein fest und lässt nicht locker... Egal was die große probiert, sie wird die kleine nicht los... Irgendwann fängt die Große auch an sich immer komischer und unkoordinierter zu bewegen. Merken uns in Zukunft doch lieber mehr Respekt vor den kleinen Ameisen zu haben... |
 |
| Unsere Ecke... Jeder Gast kann sich auf Wunsch da auch wie alleine mitten in der Natur fühlen |
Die Landspitze vor Strahan hat zur einen Seite offenes Meer und zur anderen Seite ein Inlet. Da der Strand an dem wir waren zum Inlet hin war, wollten wir am nächsten Morgen noch ein letztes Mal zum richtigen Meer.
Laut dem Vertrag mit unserem Autovermieter sollte ich immer auf asphaltierten Straßen bleiben. Also hatte ich einfach die Sandpiste zum Campingplatz als "Zufahrt" deklariert... also eben eine Ein-stündige Zufahrt. Australien wie man es kennt. Zum Strand führte aber keine wirkliche Sandpiste sondern mehr ein 4WD-Track. Naja, hatte ja 4-Wheel-Drive... muss ja auch mal Spaß haben das Auto. Ganz geheuer war mir das nicht. Wäre die Karre auf der Sandpiste zum Campingplatz verreckt, hätte ich mich noch von einem der Hin- und Wieder vorbei fahrenden Auto abschleppen lassen können, bis die Asphaltstraße wieder anfängt und hätte dann den Vermieter angerufen. "Zufällig Auto grade vor Beginn der Sandpiste verreckt, hach sowas aber auch, Sachen gib's... aber war ich nie nich drauf auf der Sandpiste, nee nee... Der Staub überall im und am Auto? ... Ja der, ähhh... War schon!"
Aber hier wäre es interessant gewesen unser Vehikel wieder rauszubekommen. Einerseits obgrund des doch sehr naturbelassenen Geländes aber besonders in Anbetracht der Abwesenheit anderer Menschen.
Irgendwann fangen Dünen an, mit superweichen Ostseesand und doch recht steil. Trotz Allradantrieb und vorsichtigster Fahrweise drehen die Reifen durch... Nicht das passende Profil, zu klein und zu viel Luftdruck. Ich lasse also das Auto die Düne wieder runter rollen. Zum Glück gabs vor der Düne keine Senke, sondern nur flaches Land.
Naja, parken wir einfach davor und laufen rüber. Dahinter is ja bestimmt das Meer.
 |
| Parkplatz vor der Düne... |
Oben angekommen sehen wir, dass sich diese hügelige Sandlandschaft ewig weiter erstreckt. In der Ferne sehen wir das Meer, aber defintiv zu weit zum Laufen oder für irgendwelche Experimente mit'm SUV, der eben doch nur ein Möchtegern-Jeep bleibt.
 |
| Vorne Verdun und hinten das Inlet von Strahan... Foto von der Düne |
Laut unserer eher schlechten Karte gibt es evtl. ganz am Anfang der Sandpiste noch eine weitere nicht asphaltierte Straße vor zum Meer. Probieren geht über Studieren. Also fahren wir da runter...
 |
| Die Gravelroads in Australien sind nochmal ein Stück staubiger als die in NZ, wie man an den weißen Farnen ganz gut erkennen kann. |
Aber der extra Abstecher lohnt sich. Ein kleiner Parkplatz mit 2 Picknicktischen. Hier gib's unser Frühstück. Wir setzen uns an einen Tisch und packen unser Essen aus. Ein weiteres Auto hält und vier junge, deutsche, dumme Work-&-Travel-Tusneldas steigen aus und stellen sich uns genau in die Optik direkt vor uns. Ca. 20 oder 30m Platz zum Aussicht genießen und diese Planschkühe packen ihre hässlichen Fettärsche in unsere Frühstücksaussicht und labern eine gequirlte Mäusekacke, wie sie nur von verwöhnten, weltfremden Dummbratzen kommen kann. Steffi und ich gucken möglichst böse. Eine dreht sich um, sieht unsere Blicke und fragt auf deutsch: "Was denn?" Ich antworte leider viel zu höflich. Sie ist total erstaunt, dass ich auch deutsch kann. Leider gehört es auch in Australien zum guten Ton, dass man in der Öffentlichkeit keinen anderen Menschen mal ordentlich eine schallert - verdient oder nich. Irgendwann ziehen sie zum Glück von Dannen.
 |
| ...und wieder mal eine schöne Aussicht zum Frtühstück |
 |
| ...und wieder so viel Sand und so breit Strand, dass nich auf ein Foto passt |
Am Strand treffen wir sie nochmal kurz wieder und sie überzeugen weiter mit ausgesprochener Dämlichkeit bevor wir uns weit genug weg verdrücken können. Aber immerhin, auf dem Rückweg gibt es noch eine kleine Genugtuung. Etwas vor dem Ende der Staubpiste sehe ich ein kleines Mietauto im Schneckentempo über den Gravel kriechen. Es ist das selbe kleine Mietauto, welches vorher auf dem Parkplatz die Mädels ausgespuckt hat.
Normalerweise überholt man auf Sandpisten immer sehr langsam, damit der andere nicht komplett eingestaubt wird. Gesunder Menschenverstand eben. Naja, ihr könnt euch ja bestimmt jetze zusammenreimen, dass ich all meinen Menschverstand zusammengenommen habe und mit dezenten 70 Sachen an ihnen vorsichtig vorbei gefahren bin... Sehe im Rückspiegel noch ewig meine lange, weiße Wolke ... Grüße aus Aotearoa
 |
| Alpen weit im Inland |
 |
| Bunte Felsen |
 |
| Noch buntere Felsen |
 |
| Übernachte-See südlich von Mt Crap |
 |
| Aussicht beim Armbrot am selben See |
 |
| Randalierende Kängurus? |
Merkt man doll, dass ich die letzten 6 Fotos keinen Bock mehr auf Schreiben hatte?
...letzte Nacht hat Steffi noch'n Katzenpossum entdeckt, das hat sogar mal an meinem Bier geschnuppert - sympatisch...
So fertig, aus, Ende.
Gute Nacht allerseits.