19 Juni 2017

1001 Nacht - Erzählungen aus dem Ultraorient

...oder: Anekdoten aus dem östlichsten Osten, wo der Tag zwar beginnen mag aber die Welt endet.


~ Geleitworte ~


1001 Nacht ist es her, dass ich nach einer langen Reise mit einem Schiff, dass durch die Winde über dem Wolkenmeer schwimmt, ein unbekanntes Inselreich am Ende der Welt betreten habe.

Einen Ort an dem der Mond auf dem Kopf steht und die Sonne durch den Norden wandert - den sie ja bekanntlich bei uns seit Anbeginn der Zeiten meidet. Auch Sommer ist im Winter und der Winter hat noch nicht bis in diesen entfernten Winkel der Welt gefunden und so müssen diese Lücke Herbst und Frühling schließen.

Die Einwohner, mögen sie auch teilweise den Bewohnern der alten Heimat in einigen Äußerlichkeiten ähneln, sind ein gar merkwürdiges Völkchen. Sie haben, vermutlich obgrund ihrer Abgeschiedenheit, doch sehr obstruse aber auch liebenswerte Bräuche und Eigenheiten entwickelt.

In den endlosen Wäldern des Inselreichs treiben wunderbarste Kreaturen ihr Unwesen. Ungefährlich zwar, aber immer mit einem Bein am Galgen ihrer Ahnenreihe.

Diese fremde Welt verleibt sich den Reisenden wohl merklich mit bestimmten Eigenheiten ein - ohne sich daran zu stören, dass er doch auch immer in wieder anderen Facetten ein Gast bleiben wird. Nicht dass dieses Neuland der Gastfreundlichkeit abgetan wäre, aber ich muss Euch schließlich nicht erklären, werte Leser, dass der Mensch sich im Innersten niemals ändert.

Von dieser wunderlichen Welt möchte ich Euch heute erzählen.

Und hier fängt die Geschichte an.


~ Von einem der auszog, die Antipoden auf den Kopf zu stellen ~


Treue Leser werden mich soweit kennen um zu wissen, dass mich des Öfteren das Fernweh plagt und ich los ziehe, die entlegensten Gegenden dieser Welt zu erkunden. Aber vermutlich nur langjährigen Weggefährten dürfte auch bekannt sein, dass schon seit meinen ersten Reisen jenseits der großen Ozeane, der Plan in mir reifte, etwas tiefer in zumindest eine dieser fremden Kulturen einzutauchen. Denn so ist man doch selbst nach einem halben Jahr unter den Chilangos jedes Mal wieder verzückt, wenn man auf den Pfaden der Azteken und Maya wandert und bleibt auch für die ganze Zeit ein Extranjero - ein Besucher auf Zeit.

Ich wollte aber weiter gehen. Ein zu Hause haben. Mit Verdruss den Zwängen der Maloche nachgehen an einem verregneten Wochenbeginn im grauen Herbst. Selbstsicher durch die Gassen wandern nach einer durchzechten Nacht in den Tavernen. Mit Freunden am Wochenende Zeit verstreichen lassen. Der ganz normale Alltag - nur eben anders. Ein neuer ganz normaler Alltag.

Der Zeitpunkt des Beginns für dieses Unterfangen war klar, aber nicht der Ort. So kam es mir sehr gelegen, damals eine Gefährtin gefunden zu haben bei der es genau umgekehrt war. Und so fügten sich die ersten Teile des Gesamtwerkes.
Nach dem ersten Viertel der nunmehr 1001 Nacht, das mit dem Erkunden des Inselreichs gefüllt wurde, war es an der Zeit den nächsten Schritt zu wagen. Notgedrungen auch, da die Winde auf Nord drehten und Kalte Luft von den endlosen Eismassen des Südkontinents brachten. So wurde das Reisen an den kurzen, verregneten Tagen beschwerlich und auch um den Reichtum stand es nicht mehr so wie zu Beginn. Kein Wunder in einem Land in dem Flüssigbrot mit Gold aufgewogen wird. Und so besorgte ich mir eine Bleibe und eine Einkunft.

So begann es also. Weder aus dem Grunde der Flucht vor der Heimat noch war dies hier mein Ziel. Das hier Leben hingegen war es, was mich zu diesen abertausenden Schritten kopfüber bewegte.


~ Schritte in die neue Welt ~


Zuerst werde ich mich der Frage widmen, die ich bereits zuvor als Annahme aufgestellt habe: Der Unterschied zwischen einem Besucher des Inselreichs und einem der teilweise schon ein Teil des Teils, der einst Fremde war, geworden ist.

So kann ich schon vorweg nehmen: Ja es gibt ihn. Aber wie nun macht er sicht bemerkbar? In Schritten, kaum merklich, zeigt er sich nur hin und wieder in kleinen Geschehnissen die einen innerlich aufhorchen lassen.
Die oben erwähnten Äußerlichkeiten, wie auch mal einen verregneten Monat nur in den eignen vier Holzwänden zu verbringen und großer Weltliteratur zu fröhnen, während draußen der Herbstwind nur grauen Trübsal und triste Wolken bläst oder aber auch mit guten Freunden oder beim Arbeitgeber plötzlich in der Position zu sein den Neulingen selbstsicher die Wege durch die Katakomben zu weisen, treten von selbst ein, wenn man nur lange genug an einem Ort verweilt. Viel interessanter sind aber die Sachen, die einem zuerst gar nicht zwingend in den Sinn kommen.

Ein bekanntes Bonmot ist, man könne eine Sprache dann sprechen, wenn man Witze in ihrer verstehen würde. Nun, so ähnlich ist es auch, wenn man an einem fremden Ort langsam ankommt. Zuerst beginnt man Witze zu verstehen. Dass dieses bei Offensichtlichkeiten oder Klischees funktioniert ist keine Kunst. Das kann man auch als Reisender schnell aufnehmen. Allerdings gibt es auch eben diese Art von Humor, die Kenntnisse in einigen Bereichen und Eigenheiten erfordert und erst die Komibination dieses Wissens lässt einen schütteln vor Lachen, wo der Gast nur höflich lächelt. Bei mir kam die bewusste Erkenntnis, dass dies auch nun bei mir der Fall sei, während es darum ging neue Mottos für Städte zu finden und als Vorschlag wurde genannt: "Huntly - Should've taken SH 27." Zum Verständnis dieses wunderbaren Vorschlages Bedarf es nicht nur der allgemeinen Kenntnis des Ortes, sondern auch der Mentalität derer die den Spruch äußerte - jedem Zuhörer war ihre Herkunft und entsprechende Assoziationen sofort klar, ohne dass sie je genannt werden musste. Des weiteren war es von Nöten über einige Zeit Erfahrungen zumindest beim passieren der Region gesammelt zu haben. Ein Besuch in Huntly hingegen ist zum Verständnis absolut nicht notwendig.
Und ohne bewusstes Sinnieren, überkam mich umgehend ein ausgiebiger Freundenausbruch, dass ich vor Lachen fast vom Wege abgekommen wäre. Dieses tiefe Verständnis von Eigenheiten, Geschenissen und Situationen ist aber nicht nur der erste Schritt den hiesigen Humor in sich aufnehmen zu können, nein, in einem weiteren Schritt ist die logische Konsequenz ja dann auch, dass man selber diesen Humor äußert. Auch hier wieder nicht in Form der offensichtlichen Oberflächlichkeiten, die auch Gäste des Inselreichs erkennen.
Dereinst echauffierte ich mich über einen Teil der hiesigen Bewohner und nannte im Rahmen meiner Ausführungen auch eine Lokalität, die für mich einen ihrer typischen Aufenthaltsorte darstellte, in dem sie bei einem Glas Gerstensaft ihrer selbst genießen unter Seinesgleichen. Und siehe da, ohne es zu wissen war es meinem Zuhörer bekannt, das sich der moderne Ponsonbyer gerne im Chapel rumtreibt. Es bedurfte keiner weiteren Erklärungen um die Situation verständlich zu machen und man konnte sich gemeinsam feixend abgrenzen und positionieren.

Diese beiden Momente waren durchaus interessant auf meinem Weg vom Gast, der an der Oberfläche schwimmt, zum Anwesenden unter Einheimischen, der mitten im Getümmel mittaucht. Und wie Humorverständnis die Kenntnis einer gesprochenen Sprache anzeigt, so zeigte es hier meine Kenntnis der Eigenarten der Kiwis.

Ein weiterer Schritt vollzieht sich ebenfalls im Entzug des Bewusstseins bis zu dem Punkt, wo man erst durch äußere Reize wieder merkt, dass man sich an gewisse ehemalige Neuigkeiten gewöhnt hat, sie sogar in sich aufgenommen hat. So hatte ich ja bereits des Öfteren Besuch von Freunden aus der alten Heimat. Keine Kunst ist es, diese mit Worten und Details der neuen Umgebung zu überfluten, so dass diese schnell den roten Faden verlieren. Es ist nicht nur keine Kunst, sondern sogar eine unschöne Form der Arroganz, da sie ja lediglich dazu dient, sich abzugrenzen und sich als wissender als sein Gegenüber darzustellen. Dies gelingt einem schon nach wenigen Monaten oder gar Wochen und spricht nicht für Ortkenntnis.
Interessant ist hingegen, wenn man von seinen Besuchern freudestrahlend und voller Erstauen über absolute Alltäglichkeiten aufgeklärt wird und man sich im ersten Moment ein wenig über die Besonderheit dessen wundert. Erst beim zweiten Gedanken fällt einem der Moment ein, in dem man vor langer Zeit das selbe freudig überraschte Erlebnis wie der Gast hatte. In einer Zeit, als dies eben keine Alltäglichkeit war, sondern etwas, was man zuvor in seinem Leben noch nie gesehen, erlebt oder gehört hat. Eine Erfahrung die man selbst zum ersten mal vor nicht mal 1000 Nächten gemacht hat.

Aber es geht weiter. Im Laufe der Zeit, hat man nicht nur einige dieser Erlebnisse mit Besuchern, sondern man legt sich sogar ein kleines Reportoire an selbigen zu. Solche, von denen man weiß, dass der Gast sie gerne staunend erzählt. Und wenn einem beim nächsten Besucher der Schalk im Nacken sitzt, treibt man Schabernack mit ihm, indem man ihn kurzzeitig erschreckt mit Verhaltensweisen die hier usus sind, in der alten Heimat aber nicht Gang und Gäbe oder gar verpönt.
Und im Stillen freut man sich, dass man in den Anfängen selber so reagiert hat, sie daraufhin unmerklich übernommen hat und dann mitunter schon vergessen hatte, dass sie nicht in der ganzen Welt üblich sind.
Ich verzichte hier mit Absicht auf Beispiele - um zukünftigen Reisenden nicht die wunderbare Verwunderung zu nehmen.

Ich erzähle ja immer wieder gerne die Anekdote, als ich mit einem Freund aus Mexico und einem Spanier bei Freunden saß und wir zu Dritt unser Spanisch gepflegt haben. Mein Freund aus Mexico übersetzte dann regelmäßig, meist sogar ungefragt auf meinen verwirrten Blick hin, das spanische Spanisch in das Spanisch der Mexikaner, damit ich folgen konnte. Soweit, so logisch, da ich mein Spanischvokabular ja hauptsächlich aus dem Reich der Azteken hatte. Aber dann irgendwann übersetzte er auch mein Spanisch für den irritiert guckenden Spanier. Und das erstaunte mich schon ein wenig, dass ich offensichtlich einen Wortschatz hatte, der selbst muttersprachlichen Spaniern nicht geläufig war. Und zwar nicht Worte der Gossensprache oder eindeutige Lokalismen, sondern Worte und Phrasen von denen ich Stein und Bein geschworen hätte, dass sie Spanisch wären.
Nun ist mein Englisch auch weiterhin eine Zweitsprache und so schlage ich hin und wieder gerne mal im Laufe der Zeit gelernte Worte nach, um alle ihrer Facetten zu erfahren. Und es erstaunt mich doch immer wieder wie häufig dann bei der Erklärung das in eckige Klammern gesetzte "NZ" hinter der betreffenden Phrase zu finden ist. Und ich verfalle nicht diesem blöden Gesammel und Gestammel von den 10 Standard-Kiwi-Sätzen, die jeder Neutourist binnen weniger Wochen lernt, eher versuche ich diese zu meiden. Es sind eben jene, bei denen man wider besseren Wissens von bestem Oxfortenglisch ausgehen würde.

Und diese kleinen, nicht so offensichtlichen Erlebnisse, machen das Ankommen hier zwischen Alltag und Gewohnheit doch immer wieder ein wenig spannend, wenn sie einen innerlich Aufhorchen und äußerlich kurz inne halten lassen.



~ Abrechnung mit beiden Hemisphären ~


Ein Grund, jenes ferne Inselreich, in welchem ich gerade verweile, zu wählen, lässt sich wohl ganz gut mit deren oft kolportierter Selbstbeschriebung zusammen fassen, sie wären das Most Laid Back Country in the World. Ob ihre Gelassenheit nun wirklich an der Spitze der Welt steht, sei mal da hin gestellt. Aber der Unterschied zur Planungsvernarrtheit und penetranten, mürrischen Griesgrämigkeit der zuhaus Gebliebenen ist doch schon auffällig. Mehr als einmal nur wurde ich obgrund meines Handelns in der alten Heimat ja als "pragmatisch" oder "unkonventionell" betitelt.
War mir das Verhalten vieler Mitmenschen immer mal wieder etwas spießig vergekommen, merkt man hier doch umso mehr, dass man die Regeln in einer Unmenge von Bereichen selber machen kann, so man nur ein wenig mitdenkt und vorausschaut und auf seine Mitmenschen achtet, ohne dass die Gesamte Menschheit im Chaos versinkt. Und dies sowohl auch und eben grade wenn die Umgebungsbedingungen mehr Vorsicht gebieten, weil etwa Mutter Natur nicht bis ins kleinste Bisschen gezähmt ist. Das wichtigste Sicherheitsuntensiel im Überlebenskampf sind wohl immernoch das Gehirn und der Mund. Wobei natürlich auch ein Mindestmaß an Anpassungsfähigkeit und Spontanität nicht schaden.

Und Gebrauchsgegenstände? Werte Leser, warum nennt ihr sie "Besitz" so es keine Couch oder keine Gartenbank ist? Was sich bewegt hinterlässt Spuren - Gebrauchsspuren eben. Und was keine hat, hat sich offensichtlich wohl nie großartig unter eurem Hintern hevor bewegt: Und dann ist es schade um das schöne Geld, welches ihr darin investiert habt.
Versteht mich nicht falsch, ich rede hier bestimmt nicht von Achtlosigkeit vor dem eignen eigentümlichen Eigentum oder gar anderer Leute Schätzen, aber auch 1 Kilo Gold mit einer Delle wiegt immernoch 1000 Gramm. Es eignet sich wunderbar als Briefbeschwerer oder um unliebsame Zeitgenossen für eine Weile ruhig zu stellen. Die Delle also ist kein Schaden an sich. Aber natürlich, wenn sich jemand ungefragt eine Ecke abschneidet, und sei sie noch so klein, ist dies eine Vendetta wert, da nun seine Funktion 1kg Mehl für euren Lieblingskuchen abzuwiegen nicht mehr gegeben ist. Und bei Kuchen hört bekanntlich der Spaß auf.
Vielleicht lässt sich mit obrigem Beispiel ganz gut die Sichtweise des gemeinen Kiwis auf sein Hab und Gut beschreiben: Ein entspannter aber dennoch nicht respektloser Umgang. Und nutzt es wozu es da ist, anstatt seinen tristen Verkaufsstatus zu vergöttern.

Bei einer Sache tue ich mich auch nach all diesen Tagen und Nächten noch schwer. Dem Verständnis von Grund und Boden. Wenn man Zeit lebens gelernt hat an fremden Toren zu klingeln und auf Einlass zu warten, fällt die Gewöhnung daran, Grund und Boden anderer einfach so zu betreten, doch schwer. Zum Glück ist die Erfindung des mobilen Funkapparates hier angekommen, so lässt sich auch ohne Klingel die eigene Ankunft dem Gastgeber mitteilen. Nicht das dies erwartet werden würde oder nötig wäre - die Türe steht ja offen - aber so verhindert es doch, dass ich Stunde um Stunde zweifelnd am Tor warte.
Nur sollte ich wohl, wenn ich alsbald zurück komme, schnellstmöglich wieder lernen, wozu Schlösser da sind, denn nicht in allen Teilen dieser Welt schützt eine zue, aber nicht abgeschlossene Tür vor Langfingern.

Allerdings lernt man hier nicht nur Tugenden. Zwei Dinge fallen auch dem Gast hier sofort auf: Hilfsbereitschaft und Höflichkeit. Und mag die zwecklose Hilfsbereitschaft, wenn auch anfangs stark irritierend, noch annehmenswert sein [und sei es nur um andere Berliner zu verwirren], ist die Höflichkeit zum Kotzen. So mir jemand auf den Fuß tritt, gehört es zum guten Ton ihn mindestens mit einem tötenden Blick zu strafen oder aber am Besten sich nach den Nachtschattengewächsen auf seinen Glotzern zu erkundigen. Aber bei Belzebub und Satan nicht, sich zu entschuldigen. Mein Fuß stand da! Das war sein recht und kein Versehen. Und auch wenn das nun sowas von offensichtlich ist, nicht im Chor mit dem Treter "Sorry!" zu sagen, schleicht sich diese widerliche Unart im Laufe der Zeit ein. Und man bekommt sie nur so schwer wieder los.
Ich erlaube hiermit alljenen, denen ich bei meinen kommenden Reisen in die alte Heimat ein nicht angebrachtes "Sorry!" an den Kopf werfe, dies mit einem ordentlichen Rippenstoß zu beantworten. Nein, ich bitte sogar darum.

Eines habe ich noch nicht zufriedenstellend über meine Gastgeber rausgefunden: Wie sie sich denn vermehren. Denn obwohl die weiblichen Kiwis als erste der Weltgemeinschaft wählen durften und sich sonst auch für kaum etwas zu fein waren schon in relativ frühen Zeiten, so haben sie doch beschlossen beim Dating & Mating im Geiste in Zeiten zu verweilen, von denen man meinte sie seien vorbei. Nicht nur, dass sie größtenteils auf ihren Traumprinzen hoffen und es nur Alles oder Nichts gibt, man also am besten schon vor dem ersten Treffen ein gemeinsames Haus kauft mit Platz für Kind und Hund, nein, auch überlassen sie jede Initiative dem männlichen Gegenüber. Selbst jene, welche im Gespräch so wirkten als würden sie ihr Leben selbst bestimmen, scheinen sehr viel Zeit darauf bedacht zu haben, Männer-ignorieren zu üben und es so zur Perfektion gebracht.
Sollte jetzt der schüchterne Teil meiner weiblichen Leserschaft mit dem Gedanken spielen mal das Reich der Kiwis zu besuchen, um sich angeln zu lassen, so muss ich davon abraten. Das würde ein reichlich nutzloses und deprimierendes Unterfangen werden. Denn auch wenn hier die Initiative voll und ganz beim Manne liegt, so ähnelt der männliche Kiwi in dem Punkt weniger dem Latino und mehr dem Finnen. Zum Glück gibt es Bier und Einwanderung. Ersteres führt dazu, dass auch Kiwis manchmal einen Partner finden und dann auch gleich behalten. Auch wenn beide Seiten nicht mehr ganz so genau wissen wie und wann es eigentlich dazu kam. Zweiteres führt dazu, dass die hiesige Bevölkerung in der Zwischenzeit zwischen der Scheidung und bis der Kiwi dann mal wieder sein Glück im Suff findet, das Bevölkerungswachstum nicht komplett stagniert.

Da nun die Klamotten meist anbleiben, hat der Kiwi eine relativ entspannte Haltung dazu entwickelt. In der alten Heimat gibt es ja endlose und sinnlose, meist ungeschriebene Regeln wie man sich in der Öffentlichkeit zu bewegen hat. Wenn man hier nach der Maloche auf dem Weg nach Hause noch Besorgungen machen will und die stahlbeschlagenen Arbeitsschuhe schon in den Fond der Kutsche geworfen hat, würde kein Mensch hier erwarten, dass man sie wieder anzieht um durch den Einkaufsmarkt zu schlendern. Auch ist es nicht vonnöten sich fein herauszuputzen nur weil man das Haus verlässt, eine gemütliche Freizeithose tut ja auch ihren Job und wenn das Gör nunmal im Bademantel rumlaufen will, dann kann es das gerne machen.
Aber wo dann die Prüderie der Kiwis den Ordentlichkeitswahn der Heimat ganz schnell einholt, ist wenn es darum geht, wenn man nur mit dem bedeckt ist, was einem Mutter Natur mit auf den Weg gegeben hat. Schnell hat sich ein Mistgabelmob formiert und man sollte sich entweder schnell bedecken oder schnell laufen. Einzige Ausnahme für Nacktheit is begründete Nacktheit. So wurde einst ein nackter Kiwi von der Gendarmmrie festgesetzt und in den Kerker geworfen, weil er sich zeigte wie er zur Welt kam. Der Protestzug der deswegen und daraufhin jährlich stattfindet darf allerdings nackt sein, da dieser das ja als begründete Form der Auflehnung unbedeckt durch die Stadt flaniert.


Falls sich der geneigte Leser nun wundern mag, wofür der Kiwi denn so alles Zeit hat und ob er keine anderen Sorgen habe, dann sei ihm gesagt, nein, hat der Kiwi nicht. Die Geschichte dass meine Freunde aus Napier es mit ihrer verlorenen und wieder gefundenen Katze auf die Titelseite der Lokalpresse geschafft hatten, hatte ich ja schon in einer früheren Geschichte erzählt. Aber neulich war dann wieder einer dieser Tage, an denen man merkte, dass dieses Inselreich tatsächlich noch weit ab von den großen Problemen der Weltgeschichte liegt. Erst hatte es der Ausbau des Einkaufsmarktes bei mir um die Ecke auf die Titelseite der größten Postille des Landes geschafft, inklusive eines exklusiven Interviews von zwei Anwohnern, die ihn nun zu groß fanden. Hier sei erwähnt, dass es sich um einen ganz normalen Einkaufsmarkt handelt, welcher sich durch nix besonderes auszeichnet. Dann später wurde im Rundfunk lange und ausführlich erörtert, dass an jenem Tage 72 Strohballen auf der Südinsel entwendet wurden mit Erwähnung der speziell eingerichteten Kontaktnummer der Gendarmerie, so denn jemand etwas gesehen oder gehört hätte. Vermutlich die Sonderkommission Wieso-liegt-denn-hier-kein-Stroh.


~ Neue Erkenntnisse aus der neuen Welt ~


Aber man lernt nicht nur Dinge über die hiesigen Gegebenheiten, sondern lernt auch interessante Dinge über sich und die eigene Kultur. So ist ja bekannt, dass die Welt den Deutschen daran erkennt, dass er nackt mit einem Bier in der Hand in seinem BMW mit 220km/h über die Autobahn zum Würstchen-Grillabend fährt. Aber neben diesem offensichtlichen und total üblichen Verhalten, gibt es auch noch unbekanntere Eigenheiten, die ich vorher so nicht als typisch erachtet hätte. So habe ich mehere Male bereits von Leuten aus aller Herren Länder erfahren, dass der Deutsche anscheinend eine wunderbare Haut hat, ohne jedwede Imperfektionen. Und hier ging es um deutsche Haut allgemein. Dies war mir nicht bewusst und noch weniger, dass das vielerorts bekannt ist. Auch scheint der deutsche Dialekt auf zumindest einige Personen, aber ebenfalls aus aller Welt, sehr erotisch zu wirken. Ich wäre vom Gegenteil ausgegangen. Aber nun gut, auf der anderen Seite weiß ich natürlich auch nicht, welchen Praktiken jene Personen so hinter verschlossenen Türen nachgehen - es gibt ja bekanntlich alles mögliche in diesen modernen Zeiten. Aber auch dies waren allgemein geäußerte Aussagen über den Teutonen an sich.
Aufgrund der erbärmlichen Höflichkeit der hiesigen Einwohner erfährt man allerdings leider nicht, was sie denn am Germanen nicht mögen. Allerdings hoffe ich, dass unsere Direktheit dazu zählt, mit der man den gemeinen Kiwi schnell verunsichern kann.
Auch ist den meisten Einwohnern Alemaniens geläufig, dass wir im Ausland schnell gutes Brot vermissen und man den meisten fremden Freunden erstmal den Augenkontakt beim zuprosten beibringen muss. Allerdings ist es auch interessant zu sehen, dass es anscheinend sehr, sehr tief sitzt mit jedem neuen Getränk anstoßen zu müssen. Ich hatte mich ja schon früher echauffiert, dass hier nur mit dem ersten Getränk auf gemeinsame Gesundheit und Wohlbefinden angestoßen wird und es auch irgendwann aufgegeben diesen ungehobelten Wilden ein wenig Kultur beizubringen. Aber hin und wieder kommen alte Gewohnheiten doch durch und dann sitze ich da und warte geduldig auf eine Gesprächspause oder stoße mein Getränk an der eignen Faust an, da ich es nicht übers Herz bringe, den ersten Schluck zu nehmen ohne ein Salut auf die Santé.

Woran man sich allerdings recht schnell gewöhnt ist Natur um sich zu haben. So gibt es ja in den hemischen Gefilden keine Natur mehr. Selbst die nationalen Schutzgebiete sind kultiviert und aufgeräumt und selbst vom Zentrum der kleinen Flecken, wo der Mensch mal nicht seine Finger im Spiel hat, ist der nächste Einfluss des Menschen nur einen Steinwurf entfernt. Schnell wurde es hier usus mal kurz vor der Zivilisation zu fliehen. Bei einem Lagerfeuer in einem echten Wald oder an einem echten Strand unter einem echten Sternenhimmel, darüber zu sinnieren, dass man erst so weit reisen musste um so wenig reisen zu müssen, wenn man mal weg will vom Menschen und seinem Werk. Und interessant eben auch wie lange man Wälder, Strände und den Nachthimmel in der Heimat als kaum vom Menschen beeinflusst betrachten kann. So sehe ich jetzt auch meine Heimat mit anderen Augen und weiß schon, was ich wohl am meisten vermissen werde, wenn es mich wieder für längere Zeit in die Heimat zieht.

Die ganze Unternehmung hat für mich die Welt gleichzeitig gefühlt kleiner und größer gemacht.
Kleiner ist offensichtlich. Immerwieder treffe ich hier Leute für die eine Reise in so weit von der Heimat entfernte Gefilde ein erfüllter Lebenstraum ist. Ich pendle Allerdings nun alljährlich zwischen den Hemisphären hin und her. Waren für mich früher die langen Reisen mit dem Luftschiff in fremde Länder eher eine lästige Strapaze die man auf sich nehmen musste, so ist es jetzt normal geworden. Stunde um Stunde über den Wolken, zwischendrin endloses blau oder grünbraun. Das Wandeln und Warten an den immer anders und eben doch gleich wirkenden Knotenpunkten und die Ruhe bei Unvorhergesehenheiten auf der Reise. All das ist im Laufe der Zeit doch so vertraut geworden ist.
Aber eben auch ein Gefühl der Größe ist dazu gekommen. Nun wusste ich auch bereits vorher, dass unsere Welt eine andere Seite hat, wo die Menschen nicht nur kopfüber laufen, sondern auch Tages- und Jahreszeiten vertauscht sind. Aber seit ich hier vertraut mit meiner Umgebung bin, habe ich das bloße Wissen darum, um das Gefühl dafür erweitert. Das ist etwas schwer zu beschreiben, daher lasst es mich kurz an zwei Beispielen erklären.
Als ich hier am Morgen des ersten Tages anno 2016 aus meinem Schlafgemach krabbelte und den Maorikindern beim über den Strand reiten zuguckte und mich über die erste Sonne des neuen Jahres freute, wurde mir plötzlich klar, dass in der Heimat noch der Abend davor ist. Noch das alte Jahr. Erinnerungen kamen hoch wie man in den Jahren zuvor mit Freunden in der Wohnung saß und die ersten Biere öffnete. Der Blick vom Balkon kam mir in den Sinn, mit den fast konstanten Feuerwerksexplosionen in den Straßen lang vor Mitternacht, ein Gefühl der kalten Nachtluft kroch über die Haut und der Geruch von Schnee und Schwarzpulver stieg mir in die Nase. Ich wusste und fühlte genau, was just in diesem Moment auf der gegenüberliegenden Seite der Welt passierte. Ich konnte förmlich spüren was auf der anderen Seite gerade passiert. Nicht aufgrund höherer Mächte oder Wodkaresten in meinem Körper, sondern, weil ich genau das all die Jahre davor, zu genau dieser Zeit gemacht habe. Und es war genau das Gegenteil zu dem Bild was sich mir bot. Sommersonne statt Schnee. Strand statt Straßenabahn. Pazifik statt Häusermeer. Und Frische Luft statt Schwefelduft.
Aber auch die regelmäßige Korrespondenz mit der Heimat führt irgendwann zu einer interessanten Wahrnehmung für Sonntagabende die es so woanders noch gar nicht gibt. Frühlingsgefühle in der Herbstsonne, weil man gerade über Reisepläne für den anstehenden Besuch der Zurückgebliebenen gesprochen hat. Und wie oben erwähnt wusste ich schon vorher, dass die Sonne sowohl im Herbst als auch im Frühling die gleiche ist und das was sie in unserm Inneren anstellt auch aus unserm Inneren kommt, aber interessant es auch mal zu direkt spüren.


~ Abschließende Worte ~


Diese Reise in eine neue Welt, in der ich nicht mehr nur als Gast verweile, ist wohl etwas das man nur schwerlich vermitteln kann mit diesen meinen Worten. Aber dennoch hoffe ich, meine Leserschaft kann sich zumindest ein Bild aus allen meinen Anekdoten zusammen basteln - jeder sein eignes für sich selbst in seinem Kopf.
Für mich war und ist es die wohl größte und spannenste Unternehmung bisher. Und damit ist mir auch gleichzeitig das Gelungen, wofür manch einer seine ersten fünf Leben benötigt - das erste Lebensziel erreicht. Ob das nun uneingeschränkt gut ist, ist schwer zu sagen, da es ja bekanntlich besser ist hoffnungsvoll zu reisen, als anzukommen. Aber dann kann man sich ja einfach wieder auf die Reise machen. Allerdings erstmal ausschlafen, morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Einfach war es auch, zumindest den ersten Schritt zu wagen, wenn man dem Motto der großen Literaten Icke & Er folgt: "Mach et einfach." Wenn es auch nicht jedermans Sache sein mag, aber denjenigen die auch schon mit diesem Gedanken gespielt haben oder für die es ebenfalls ein lang gehegter Traum ist, ist es definitiv ans Herz zu legen. Erwähnen muss ich wohl nicht, dass es nicht eignet um zu flüchten, da man sich ja selber mitnimmt und wie schon eingangs erwähnt man selbst immer nur man selbst bleibt. So man aber seinen Horizont erweitern will, ist eine Reise diesen Umfanges wohl eine der besten Möglichkeiten eben dies zu tun.

Werte Leser, ich sehe es ist schon spät. Die Glut hat die letzten Scheite bereits in Gänze durchzogen. Ich werde also alsbald ins Land der Träume eintauchen und ihr müsst wohl bald aufstehen und endlich mal zur Arbeit.

Und so, in Anlehnung an einen alten Freund, schließe ich nun meine Erzählungen mit den Worten des Reisenden zwischen den Welten:


Ich werd hier weiter Abenteuer finden,
Auf Hermes Wink nicht rasten und nicht ruh'n,
Wenn wir uns drüben wieder binden,
Will ich mit Euch das gleiche tun.

28 Mai 2017

Home Brewing - So, jetzt mal Butter bei die Fische

Endlich is Herbst und damit wieder Brausaison. Im Südwinter 2016 hatte ich ja erstmal angefangen mit Malzsirup Bier zu brauen [wer das besoffen gelesen hat und deshalb schon wieder alles vergessen, siehe hier]. Der letzte Brau [wie sagt man auf deutsch?] war dann sogar nach deutschem Reinheitsgebot. Böhmisch-Pils-Stammwürze mit reinem Gerstenmalzhefefutter. Und dann bei einigen Flaschen nach der Abfüllung die Monosaccharosebonbons zur Nachgärung weggelassen - damit waren die zwar schal wie Sternie 3 Minuten nach'm öffnen aber immerhin habe ich mein erstes Bier nach deutschen Reinheitsgebot gebraut. Im übrigen zum 500. Geburtstag von Selbigen [1516 - 2016].

War ja alles ganz schön, man kommt schnell und billig zu guten Erfolgen mit dem Sirup. Was dabei rauskommt, kann man auch trinken und macht lustig. Aber jetzt isses mal Zeit für echtes Brauen - sprich selber Würze kochen. Um Kosten und Equipment zu sparen, habe ich mich für BIAB entschieden. BIAB heißt auf deutsch "Brau In Ainem Beutel" und man kann damit alles in einem Topf machen und spart sich den sogenannten Maischbottich in dem normalerweise das Gerstenmalz rausgefiltert wird... so viel zur Theorie [Randnotiz, falls hier Brauer mitlesen, nich schimpfen, dass ich hier vieles vereinfache oder nicht mit Fachbegriffen benenne, aber dann versteht der normalsterbliche Leser vermutlich nur noch Bahnhof]

Der Brautag beginnt früh morgens um 13:00 mit nochmal über alles belesen, planen, Notizen machen, etc...


Der aufmerksame Leser wird gemerkt haben, dass inzwischen auch schon eine Menge Zeugs dazu gekommen is... aber auch die Brauzutaten sind jetzt etwas näher an dem was man bei einem Brauer zu finden gedenkt...


Das große silberne Paket is die Gerste, die beiden kleinen silbernen Pakete sind 2 Sorten Hopfen, die Backpulvertütchen sind die Hefe... Die weiße Plastedose links hat nix damit zu tun, das is einfach Desinfektionsmittel...

Dann geht's daran das ganze Equipment zusammen sammeln, damit man nich, wenn's dann mal schnell gehn muss, plötzlich losrennen und suchen muss...


...die Sprühflasche is Desinfektionsmittel, was man nicht abspühlen muss. Und auch in dem Behälter mit dem Rührlöffel, Thermometer und Hydrometer is Desinfektionsmittel. Grade gegen Ende nach dem Kochen der Würze und beim Umfüllen in den Gärbehälter sind Fremdbakterien außer der Hefe eine große Gefahr für's Bier. Also vorm Brauen Küche und Bad putzen und alles desinfizieren und auch die ganze Zeit beim brauen immer drauf achten dass kein Fremdbakterientsunami über den leckeren Gerstenjungsaft herfällt.

Die Alufolie auf dem Herd is um den Herd vor der klebrigen Würze zu schützen, falls man da was verkleckert... soll eine ziemlich leidige Arbeit sein das vom Herd abzubekommen


Das Handtuch am Herdgriff is übrigens auch nur zum Brauen und wird vorm nächsten Mal auch ausgekocht. Das is jetz keine Paranoia oder so aber das is das einzige wo sich einmal alle Homebrewer im Internet und in der realen Welt einig sind: Sterile Utensilien und saubere Arbeitsumgebung sind mit Abstand das Wichtigste neben den Temperaturen beim Würze kochen und fermentieren - da geht am meisten schief. Also auch das ganze Equipment desinfizieren...


Wer sich wundert wozu man ein löchriges Kuchenblech braucht... nun, damit macht man im Brautopf einen doppelten Boden...


...damit die Gerste später nicht am Boden des Topfes anbrennt.

So endlich kann es mit dem eigentlichen Brauen losgehen. Ich bin es ja inzwischen gewöhnt, das der oberste Brauleiter immer mit einer fadenscheinigen Ausrede verschwindet, wenn's ans Putzen und sauber machen geht. Also gehe ich ihn holen... Er sitzt im Wohnzimmer und meint nur ich solle schonmal anfangen mit dem Brauen, er würde nur noch schnell eine Hopfenzigarette rauchen, damit er dann so "richtig chillig den Brew managen kann, Alter"...


Hmmm, denk ich mir, nun gut seine Sache. Fang ich eben schonmal an. Erstmal 32 Liter Wasser in den Topf schütten um am Ende hoffentlich 23 Liter Würze zu erhalten. Leider gibt es keine genauen Werte wieviel Wasser beim Brauen verloren geht, da das von zu vielen Faktoren abhängt. Also muss man das für sein Setup selber durch ausprobieren rausfinden. Und 40% Wasser mehr als die Zielmenge erschien mir ein guter Startwert.


Der oberste Brauleiter fragt ob, ich auch mal ziehen wolle, der Stoff sei echt gut... Ich lehne dankend ab. Dann stell ich den Ofen auf volle Pulle. und warte bis das Wasser 68°C erreicht hat.


Aus dem Wohnzimmer höre ich den obersten Brauleiter jetzt laut und falsch "Somewhere over the rainbow" singen. Gut, der is wohl erstmal mit sich beschäftigt.

Eigentlich hätte ich einen noch größeren Topf kaufen sollen. Der steht nur halb auf allen Kochelementen. Dafür habe ich jetzt eine richtig geile Beleuchtung, da wo der Topf nicht die Elemente berührt.


So, Wasser is heiß, jetzt wird's spannend also erstmal vernünftige PPE anlegen... Auf dem Bild sieht man leider nich, das Pantoffeln natürlich auch zur Homebrewerschutzausstattung gehören. Die Ohrenwärmer habe ich wegen dem Gesinge aus dem Wohnzimmer aufgesetzt...


So, und jetzt kommen wir zurück zum eingangs erwähnten BIAB. Dazu besorgt man sich einen übergroßen Teebeutel und macht der Gerste da rein....


..hier fast 5kg Gerste im Sack und den stellt man dann vorsichtig auf den doppelten Boden im Brautopf.


Das muss jetzt eine Stunde bei 68°C im Wasser sitzen, damit da das Malz aus der Gerste gekocht wird. Also ich erstmal außer ab und zu Temperatur messen und Herd regulieren nicht mehr viel zu tun.
Da ich schon ewig nichts mehr vom obersten Brauleiter gehört habe, sehe ich mal nach dem Rechten... Er sitzt neben einer Tüte Brauzucker und zieht sich davon was in den Schnabel. Auf meine Frage, was das jetzt bitte soll, entgegnet der oberste Brauleiter der Hopfen hätte ihn "volle Kante weggeballert - echt gut der Shit" und um wieder klarzukommen und mit helfen zu können müsse er sich erstmal einen "kleinen Muntermacher reinfahren" und wäre dann sofort zur Stelle.


Auf meine Frage, ob das nich etwas viel Brauzucker für seine Körpergröße sei, ernte ich nur einen bösen Blick. Bevor er mich runterputzen kann, was ich glaube wer ich sei und so weiter und so fort, verschwinde ich wieder in der Küche.

Dem Brau geht es gut, da 32 Liter Wasser ihre Temperatur erstaunlich lange halten.


Nach einer Stunde bei 68°C erhöhe ich die Temperatur auf 75°C und lassen nochmal 10 Minuten vergehen.


Falls ihr euch über die Kopflampe wundert. Die Skala von dem Thermometer is extremst doof zu lesen, besonders wenn das Thermometer beschlägt und sobald man es rauszieht, saust das Quecksilber nach unten... aber so ging's ganz gut.

Der oberste Brauleiter flucht aus dem Wohnzimmer laut über die Idioten von der deutschen Lebensmittelaufsichtsbehörde. Ich denke mir nur: Oh oh, jetzt geht das wieder los. Er schimpft über die Verräter an der Bierkultur und das man ja dann gleich auch Gülle als Bier verkaufen könne, wenn jetzt schon Brause aus Maisstärke anstatt Gerstenmalz als Bier in Deutschland verkauft werden darf. Wozu denn bitte sein Urururururgroßvater mit seinen Mönchkumpels das deutsche Reinheitsgebot entwickelt hätte, wenn da jetzt so'n Billigmist ins Bier kommen darf. Und alles nur wegen dieser Glutenfreiheitsarschgeigen. Sollen die halt Wein trinken... Und so weiter... Ich kenne diese Anfälle und weiß, dass ich da besser garnix zu sage.
Und ein wenig hat er ja auch recht mit seiner Kritik, allerdings ist seine Wortwahl bei dem Thema immer etwas derb. Aber eins sei dem Leser hier versprochen. Wenn ich jemals Bier nach deutschem Reinheitsgebot verspreche, dann is da wirklich auch nur Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe drin. Nix weiter. Und bis dahin müssta eben gucken, was euch da als Bier angedreht wird.
Immerhin ist der oberste Brauleiter jetzt anscheinend wacher aber eben auch nicht sonderlich hilfreich, sondern pöbelt nur Ewigkeiten rum.

So als nächstes kommt die Gerste aus dem Topf raus...


Und jetzt wird das ganze zum Kochen gebracht... Währenddessen gehe ich nochmal die nächsten Schritte durch... Bei den Hopfenzugaben ist Timing wichtig...


Achso, der hintere Kühlschrank ist übrigens extra zum Brauen angeschafft worden [ich hab ihn gratis bekommen =) ]. Das Pale Ale hatte ich ja auf einem Heizpad und bei ca. 20°C gären lassen. Aber jetzt braue ich ja Pils und das braucht 10°C zum Gären... also Kühlschrank mit Zeitschaltuhr. Und so lange nicht gebraut wird, is das unser Beer Fridge - braucht eigentlich jede WG. Und ja, der Brew-&-Beer-Fridge ist natürlich größer als der Futterkühlschrank.

Der Gerstenbeutel hängt zum Abtropfen über dem Gärbehälter und da kommen nochmal so 1 - 2 Liter Würze raus. Schön trüb.... eher wie Apfelsaft oder so...


 Der Gersterest sieht dann nicht mehr wirklich lecker aus. Soll aber angeblich super Kuhfutter sein. Allerdings gibt es relativ wenig Kühe in Auckland. Und so landet der Rest im Müll.


Kurz bevor die Würze am Kochen ist gucke ich nach dem obersten Brauleiter. Er sitzt vor der Tüte mit den Monosaccharosebonbons. Ich gucke ihn fragend an, worauf er mich mustert und meint ich solle ma nich so blöde kiekn, der Brauzucker hätte ihn "volle Kante aggro gemacht, ey, und so kann man nich Arbeiten" und zum runterkommen will er "erstmal zwei Teile droppen". Dann wäre er sofort da.


Seufzend gehe ich zurück in die Küche... Immerhin kocht inzwischen die Würze.


Der Schaum in der Mitte, das sind ausgekochte Proteine. Das soll so. Nach 30 Minuten kochen erfolgt die erste Hopfengabe. Früher waren es Hopfenblüten. Heutzutage nutzt man meist Hopfenpellets. Einfach weil besser zu transportieren und zu handhaben.


 Nach 90 Minuten folgt die zweite Hopfengabe, der Ofen wird ausgemacht und die Würze steht 20 Minuten rum bevor sie möglichst schnell gekühlt werden muss. Dazu kommt der Topf in die Wanne - voll mit kaltem Wasser und Eisflaschen...


...allerdings speichern 32 Liter 100°C heißes Wasser doch eine Menge Hitze also muss ich nächstes Mal noch mehr Eisflaschen vorbereiten. Während des Abkühlens gucke ich nochmal nach dem obersten Brauleiter. Er sitzt auf der Couch und meint wie toll doch alles wäre und wie schön er es findet, dass ich auch vom Brauen so begeistert bin und ob wir danach noch auf'n Rave gehen...


...ich beschließe in Zukunft das ganze Zeugs wegzuschließen.

Dann wird die Würze in den Gärbehälter umgefüllt....


Allerdings komme ich auf fast 26 Liter im Gärbehälter. Also beim nächsten Mal nur 29 Liter Brauwasser nehmen. Und das Specific Gravity Reading ist auch ziemlich gering [ihr erinnert euch, das gibt an, wieviel Zucker die Würze enthält und damit auch wieviel Futter der Hefe zur Verfügung steht, was letztendlich den Alkoholgehalt des fertigen Bier bestimmt]. Also wird das Bier wohl eher ein leichtes werden.


Auf dem Boden des Topfes hat sich ordentlich Gerstenzeugs und Hopfenzeugs abgesetzt... Im innern des doppelten Boden ca. 3cm hoch


Der schwarze Rand sind die Reste der Proteine die beim Kochen oben aufgeschwommen sind. Also auch normal. Weil die müssen aus der Würze raus. Weil ... ähm... also, das muss so, weil wegen dem Geschmack, denn sonst... ach, fragt doch den obersten Brauleiter, wenn er wieder nüchtern is.



Dann Hefe in die Würze streuen, Deckel druff uffn Fermentor und ab in Kühlschrank.
 

Die Tage ziehen ins Land und das Bier fängt an vor sich hin zu fermentieren. Viele kleine Hefebakterien futtern den Zucker aus dem Gerstenmalz. Und weil es ihnen so super geht in der Zuckerbrühe, machen sie unzüchtige Sachen im Jungbier und werden immer mehr. Aber nicht nur, dass sie im zukünftigen Flüssigbrot weltlichen Freuden nachgehen, nein, der ganze Zucker den Freund Hefebakterium da mampft muss ja auch irgendwann irgendwo hin. Und da ihnen keiner beigeracht hat Latrinen zu buddeln machen sie das einfach mitten in ihrer großen Wohnung....



... man sieht, dass es den Hefen gut geht, wenn sich oben Krausen bildet. Das is der weiße Schaum, der da zwischen dem grünen Aufschwimmsubstrat hochblubbert. Ich habe keinen Plan ob das im Deutschen auch Krausen heißt, aber im Englischen heißt es so - und "Krausen" klingt ja wohl mal wie ein Engländer der deutsch Sprechen will, ohen es je gelernt zu haben. Generell sind recht viele Worte im Brauerenglisch deutsch oder deutschen Ursprungs.

Wer sich jetzt übrigens dachte, na bestimmt wird das Hefenpfupfui am Ende rausgefiltert, der hat im Chemieunterricht in der wichtigsten Stunde nicht aufgepasst: Das Defäkationsprodukt is das, was uns am Ende lustig macht und mit überhöhter Geschwindigkeit in die Leitplanke fahren lässt, weil wir der Meinung waren ja noch fahren zu können.
Und weil die kleinen Einzeller alle Rohstoffe aufbrauchen, sich unkontrolliert vermehren und ihre ganze schöne Umwelt mit ihrem Abfall versauen, sterben sie irgendwann. Sind eben nicht so klug wie wir Menschen.

Nach drei Wochen ist es dann so weit: Abfülltag...



Nachdem der oberste Brauleiter nach seinen Eskapaden am Brautag erstmal 2 Tage auskoman musste, war ihm dann die ganze Sache doch ziemlich peinlich. Und so gab's am Bottling-Day ordentlich Frühstück ans Bett... Das leckerste, was er auftreiben konnte. Nur das beste vom besten für mich... stimmt wohl, kann ich ihm nicht absprechen, aber wenn ihr mal bei Wikipedia guckt, was Kiwis so auf ihrem Speiseplan haben, werdet ihr sehen, dass man sich da erstmal dran gewöhnen muss. Naja, der Wille zählt... und während ich das NZ-Breakfast noch verzehre, räumt er schonmal die Crates in die Küche. Crates sind die hiesigen Bierkästen... mit 0,75l Flaschen... dafür leider nur 12 pro Kasten.


Aber nicht nur das, er putzt und desinfiziert die Flaschen sogar. Gott muss der Arme ein schlechtes Gewissen haben. Aber recht so, ich gönne mir erstmal einen Kaffee - er kann schließlich auch mal was tun.




Auf dem Foto seht ihr die erste [links] und die letzte [rechts] Flasche von der Abfüllung [sind beide Plaste, weil ich noch nicht genug Glas habe]. Hier sieht man einen kleinen Nachteil von BIAB: Es kommt doch eine Menge Sediment mit ins Bier. Is nich schlimm, setzt sich ab, aber sieht eben unschön aus und man muss beim eingießen aufpassen.... Anmerkung: Da das Sediment sich unten absetzt und das Bier von unten abgefüllt wird, is da nur in den ersten paar Flaschen Sediment mit drinne, der Rest ist so schön golden wie die Pulle rechts.


Der Eifer der obersten Brauleiters kennt kaum Grenzen. Allerdings beim Kronkorken aufs Bier machen muss er dann doch klein beigeben - Arme zu kurz. Also helfe ich mit...


Hier seht ihr auch endlich mal die volle Schutzmontur eines Braumeisters: Dödelhose und Pantoffeln.


Tadaaaaa.... Meine ersten beiden "echten" Kästen mit "echtem" Bier... Nur immernoch nich nach deutschem Reinheitsgebot - das kommt dann demnächst...


Da das Abfüllen am Vormittag erledigt war, habe ich mich am Nachmittag gleich an den nächsten Brau gemacht. Tschechisches Pilsner... Und diesmal schon etwas mehr Basic: Nur frisch gemahlene Gerste, Hopfen, Hefe und ein Zettel mit ein paar Notizen zum Rezept... Schritt für Schritt Richtung Braukaiser von Neuseeland.

Notiz an mich selbst: 29l im Topf ergibt 22l im Fermentor.

09 April 2017

...und plötzlich war der Sommer rum

Siehste, eben war noch Dezember '16 und der Sommer kam grade ma so aus'n Löchern jekrabbelt und nu issa ooch schon wieda vorbei. Gloobste nich. Aber is nich weiter schlimm, ich hab den Sommer äußerst gut genutzt... nur zwei 5-Tage-Arbeitswochen und überhaupt nur knapp über die Hälfte der Arbeitstage gearbeitet im ersten Quartal. Permanent Besucher da gehabt. Nur zwei oder drei Wochenenden in Auckland gewesen, sonst immer auf Achse. Über 10.000km durch die Pampa gegurkt. Kann sich doch sehen lassen.

Nachdem Veit weg war, kam Ronald und der wurde von Steffi aus dem Rarotonga Asocial Club abgelöst. Aber erstmal kam der Großteil des Clubs zu den Rugby Nines nach Auckland. Ich wohne ja direkt auf dem Eden Park Gelände [das is das Olympia Stadion von Auckland, aber weil die hier mit Olympia nix am Hut haben is das ein Rugbystadion und daneben ein Cricketfeld]. Der Zugang zu meinem Grundstück is genau zwischen der S-Bahn-Station und dem Haupteingang des Stadions. Also müssen alle 40.000 Besucher an meinem Haus vorbei. Und die komplette weitere Umgebung wird für die Nines eine Liquor Ban Area. Bis auf ein kleines Grundstück genau in der Mitte des Geschehens - unsers. Also Couches und Bean Bags [Sitzsäcke?] in den Garten, Anlage aufgebaut und aufgedreht, Kühlbox voll mit Bier neben die Couch und dann warten bis die ersten Leute fragen ob sie mitfeiern dürfen. [Dürfen sie, wenn sie Bier mitbringen =) ] Irgendwann wird das dann ein Selbstläufer und plötzlich hat man da 100 - 120 wildfremde Leute im Garten, die dann alle nach ein paar Bierchen gute Freunde sind. Vor dem Grundstück is so'ne Art Karneval, weil sich die meisten Leute für das Event verkleiden...

Josh und ich beim Luft in Bierflaschen machen... total seltenes Fotomotiv von uns beiden...

3/4 des Rarotonga Asocial Clubs... Steffi, Lorenz, Grege.... nur der Veit fehlt.
Am Sonnabendabend haben dann irgendwelche Rugbyschränke bei uns im Garten mit Wrestlingkämpfen und Full-Blow-Ineinander-Rennen-mit-fiesen-Tricks angefangen - sogar mit Schiedsrichter. Plötzlich also eine riesen Menschentraube am zugucken im Garten und vor unserm Haus. Bis irgendwann die Bullen Wind davon kriegen, dass wir Spaß bei uns im Garten haben [dass alle bei uns saufen, können sie nich verbieten - is ja Privatgrund - und Noise Complaint aus dem Arsch ziehen, geht während der Rugby Nines ja auch schlecht] also wird der Spaß verboten, weil wir ja eine Verpflichtung für unser Umfeld haben [absoluter Nonsense] und wenn Leute dis sehen, dann geht ja die Welt unter und es werden alles geisteskranke Massenmörer [ja, nee, klar]. Diskutieren mit Bullen bringt nirgends auf der Welt was also müssen wir das unterbinden.

Das Ergebnis von 2 Tagen Party... in und vor den Tonnen sind fast nur Bier- und Alkoholflaschen... Der Pappestapel hinter den roten Tonnen sind alles Bierkartons.... was unsere Party die lokale Wirtschaft unterstützt, sag ich euch. Aber sponsorn will uns dann auch keiner.

Danach hat sich der Rarotonga Asocial Club in alle Winde zerstreut und ich bin erstmal ein wenig mit Ronald durch die Lande getourt. Schönes Highlight war das Art Deco Weekend in Napier. Napier wurde beim großen Beben in 1932 völlig zerstört und danach in damals modernster Architektur komplett wieder aufgebaut - Art Deco. Und jedes Jahr gibt es da ein Festival, wo sich alle im 30er Stil verkleiden, hunderte Oldtimer tuckern durch die Stadt [für neue Autos is das Zentrum dann gesperrt], über den Dächern der Art-Deco-Fassaden ziehen alte Flugzeuge ihre Runden, überall Swing und Tango auf den Straßen... also man fühlt sich echt wie in die Dreißiger zurück versetzt, weil auch fast alle mit machen.

Ready to swing it [Note: The blue light in my hand is an original 30ies candle and definitely no modern device... candles used to be blue back then. You just didn't know, as you've seen only black&white-photos from that time so far...]


The boys are back in town

Aber ich war auch zwischen drin mal auf Arbeit. Da hatte sich dann auch einiges geändert - z.B. lag meine Arbeitsstelle plötzlich am Wasser.

Das war mal unser Parkplatz, jetzt eine schöne Seenlandschaft.

Rechts is auch nochmal die ehemalige Straße zu sehen... auch alle Felder drumrum waren endlose Seen... Und das war jetzt zweimal binnen vier Wochen... schimpft sich Flash Flooding.
Hier tummeln sich normalerweise Hubschrauber. Heute nich, die ham nämlich nich gerne nasse Füße.

Das geilste war der Weg zur Arbeit. Durch diese Mischung aus Sturmböen, Straße überflutet und nicht angepasster Geschwindigkeit war ich am Ende pitschepatschenass und auch meine Karre sah von innen so aus als wäre sie inne Wanne gefallen, obwohl das Fenster nur'n Spalt weit auf war. Aber zum Glück kann mein robuster Japaner mit Wasser umgehen... ich wette ja immernoch es is sowieso ein Amphimobil.
Achso, wer denkt Überflutung führt zu arbeitsfrei - nix da... Dixiklos bestellt [Wasser fließt ja nich ab bei Flut, also gingen Klos nich]. Der Dixiservice fährt auch ins Überflutungsgebiet - Geld is Geld. Sonst fand ich das ja immer toll hier in NZ, dass einfach alles weiter macht egal ob grade Katastrophe oder nich... aber doof, dass das eben auch für Arbeit gilt.

Auf der Tour mit Steffi nach Northland war auch noch alles unter Wasser. Und teilweise der Regen so krass, dass ich 10m vor mir die Rücklichter vom Vordermann nich sehen konnte...

Auf dem Weg in den Norden... hinter der Ecke war dann die Straße auf ganzer Breite überflutet... Kinnas, wat für ein Spaß, sa'ick euch.

Überall wo flach is, is Wasser bis nich mehr flach is...
...zu guter Letzt einfach ein paar Impressionen von der Ostküstentour mit Steffi, um nochmal so zu zeigen, was außer den Highlights mein ganz normales Standartprogramm im Sommer war.


Vorne weg: Es gibt hier die Rache-des-Montezuma-Zikaden, die mich fast oben auf'm Huayna Picchu in Peru umgebracht hatten... genau die gleiche Art. Sie folgen mir!! [Die Geschichte is aus Prä-Blog-Zeiten... wer sie hören will, frage also nach beim nächsten Treffen]


Wir sind dann in den tiefsten Osten... Infrastruktur ähnlich wie in Deutschland


Wieder ganz viel Natur


Und ganz viel rumklettern

Neue Sachen ausprobieren... [Aber auch in NZ gilt, keine roten Pilze mit weißen Punkten essen]


Zu verlassenen Orten wandern [Sandy Bay Hut]... man könnte kaum weiter von der Zivilisation weg sein als hier...

...ganz viel kokeln wieder

...uff's Meer kiekn

In irgendwelchen menschenleeren Buchten anhalten und campen

...abends Strandlagerfeuer

...und wieder auf's Meer kiekn

Viel neues ausprobiern... Was hier jetzt neu is? Ich könnte mich nich erinnern, vorher je ein gottverdammtes Selfie gemacht zu haben... aber wurde hier dazu genötigt. Also kann's jetzt auch die ganze Welt wissen: Ja auch ich bin jetzt im Kreis der Selfiedeppen... Nie wieder. Wenn nochmal Foto von mir, dann schön klassisch mit Selbstauslöser und panisch durch die Gegend rennen, nachm drücken

Und wer sich fragt, was mein Auto bei exakt 300.000km gemacht hat... nach logisch, es hat auch am Strand gechillt, voll NZ-style, alta!

So, eine gute Sache hat der aufziehende Herbst... ich kann mich endlich wieder der Braukunst widmen... dazu mehr demnächst!


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Fotos sind viele von Steffi und eins von Michael - Dankö!