11 Dezember 2009

EY!

*krrrcchhh* Cuernavaca an Deutschland, bitte kommen *krrz* Cuernavaca an Deutschland, bitte kommen *krrrrrcccchhhhhhhhh*

Liest hier überhaupt noch wer mit? Guckt euch mal das hier an...


Der Werteverfall
ist überall

Jaaa, ich hatte heute Abend lange Weile... ich hatte Zeit, weil ich hab Chili con Carne gemacht. Das ist ja in Mexiko angeblich komplett unbekannt. Aber Leti hat es leider erraten, weil für sie schonmal eine Deutsche Chili con Carne gemacht hat. Hat aber bestätigt, dass es das hier nicht gibt ...Morgen früh kommt Rey vorbei, mal gucken, ob er das schonmal gesehn hat =)
Aber guckt euch mal die Grafik an. Wenn das so weitergeht gibt es in Zukunft negative Kommentare... keine Plan wie das gehen soll, aber die Grafik zeigt es ganz eindeutig und offensichtlich!!
Also von mir aus tun's auch Urlaute und Beleidigungen. Aber dieses Rumgeschweige... neenee! Und mir fällt grade auf, wenn ich in die Grafik noch die zeitliche Verteilung der Posts mit einfließen lassen, sieht's ja noch schlimmer aus. Weil so, wie es jetzt ist, musstet ihr ja anfangs auch erstmal warm laufen. Aber seinerzeit, damals ... früher hab ich ja fast täglich gepostet... also gab's pro Woche auch relativ viele Posts und nur jetzt ist fast Funkstille. Seita alle im Weihnachtsstress?

Und passend zum Thema hier noch eins meiner Lieblings-Zitate von meinem damaligen English-Dozenten Williams:
"There's three kinds of lies: White lies, real lies, ...and the worst of all lies: Charts." =)

Gute Nacht Deutschland. Over und aus! *kkrrrrcccccchhhhhhhh*

09 Dezember 2009

Berufliche Weiterbildung - Bloggathon Teil 3

UPDATE: Fotos hinzugefügt, Text erweitert und korrekturgelesen

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So, man soll sich ja ständig weiterbilden, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Da es ja immerwieder Tage bei mir auf Arbeit gibt, die doch eher flojo [kann beides heißen: "faul" oder "nichts los"] sind, habe ich auch die Zeit dazu. Und so habe ich auch schon bei Mario und auf der Baustelle mit gearbeitet. Mario hat die Autowerkstatt auf der Rückseite meiner und kümmert sich um neue Bereifung und die Austarierung der Reifen sowie Ausrichtung der Räder und Lenkung.

Mit der Baustelle das kam so, dass zum Einbau der Treppe eine Tür und ein Fenster vertauscht werden mussten. Erstmal komische Vorstellung, weil ja für mich bisher so'n Haus was stabiles und beständiges war. Aber innerhalb eines Tages kann man doch mal einfach so 'ne halbe Wand rausstemmen um 'ne Tür und'n Fenster auszutauschen und danach so tun als wär nichts gewesen. Aber ich hatte ja vor meinem Studium Metall für etwas stabiles gehalten, verhält sich aber bei entsprechenden Kräften auch nich dolle anders als eine Mischung aus Gummi und Butter =) ...
Und da grade nichts zu tun war, hab ich Güero Loco und dem Immer-Gut-Gelaunten beim Wand kaputt machen zugeguckt. Also ich hab ihnen ja schon öfters bei der Arbeit zu geguckt, aber sie müssen diesmal irgendwie mein gesteigertes Interesse gemerkt haben [ein leuchten in den Augen?? =D ] und so hatte ich schon kurze Zeit später einen Meißel und einen Hammer in der Hand und hab geholfen Türrahmen aus dem Mauerwerk zu lösen, Mauern einzureißen und Löcher ins Mauerwerk zu meißeln.
Somit hatte ich für den Tag die Seiten gewechselt. Automatisch habe ich mit den Bauarbeitern mitgegessen. Auch hier wieder krass, wie wenig sie hatten [im Verhältnis zu der Arbeit, die sie da jeden Tag leisten] und wie selbstverständlich sie geteilt haben. Ich musste mir wirklich jeden weiteren Tortilla aufschwatzen lassen, weil ich mir ein wenig dreist vorkam, aber so lange ich nicht mindestens mengenmäßig das Gleiche gegessen hatte, "durfte" ich nicht aufhören. Und Mittags gab's dann kaum noch Fleisch, also wurden die letzten Tortillas nur mit Soße gegessen. Einfach aber auch sehr lecker. Ich hab dann zum Schluss hin mir natürlich immer weniger Soße auf die Tortillas geträufelt, aber wurde dann nur belehrt "Nee, nimm die Tortillas mal zum Schale auswischen, sonst haste ja gar keine Soße drauf" ... =)
Während der Mittagspause haben sie dann irgendwann sich über Tätowierungen unterhalten und auf den Boden gemalt, was sich die Leute so haben stechen lassen. Und irgendwann malen sie auch ein Hakenkreuz [wissen aber nicht, was es ist] und dann noch ein Friedenssymbol [kennen aber auch hier die Bedeutung nicht]. Und wenn ich sie richtig verstanden habe, hat ein und dieselbe Person die beiden Tattoos ... Hmm, ich würd den Friedens-Nazi mal echt gerne kennenlernen und wissen, wie seine Traumwelt aussieht =) ...Aber einige Mexikaner [und andere Latinos] haben eine komische Vorstellung von den Nazis. Können z.B. echt nett und tolerant sein, finden aber Hitler voll toll ... Nagut in Europa wird auch nicht viel über den Genozid an den Ureinwohnern der Amerikas gelehrt ...außer ein wenig über den der Nordamerikaner aus Wild-West-Filmen aber die Metzeleien der Spanier kennen wohl auch nur die wenigsten im Detail und finden die Geschichte der Entdeckung der Neuen Welt vielleicht interessant. Also erstmal vor der eigenen Tür kehren, bevor man sich über die Weltunkenntnis der Latinos lustig macht. Aber auch zu geil der Typ in Morelia [oder war das in DF]: Fette Lederjacke, überall Nieten und Aufnäher, lange fettige Haare, schmutzig, Springerstiefel .... der absolute Punk - bis auf die große, lederne Armbinde mit einem Hakenkreuz drauf. Hmm... also gib's hier Nazi-Punks, Friedens-Nazis, weltoffene Naziverehrer... fehlen ja nur noch die Nazi-Kommunisten =)

Aber zurück zur Arbeit. Ein fast alltägliches Ritual ist Eis essen. Jeden Tag so gegen 14h kommt der Eisverkäufer vorbei. Man hört ihn schon von weitem "NIIEEVV"... Eis heißt hier "nieve" und wie jeder ordentliche Verkäufer hat auch er seinen typischen Ruf. So kommt z.B. morgens immer jemand die Straße runter "MAAALÄÄäs" [für Tamales --> in Maisblätter eingewickelter Maisteig mit was dazu]. Also eigentlich sind es zwei Eisverkäufer - zwei Brüder. Hab ich aber ewig nicht gecheckt, bis mich einer mal auf seinen Bruder angesprochen hat und ich nur meinte "Kenn ich nich." =) ... Das geile ist aber, die machen das Eis selbst und es gibt jeden Tag eine neue Sorte [neben standart-mäßig Zitrone und zwei weiteren Sorten, die ständig rotieren]. Ends-lecker, sag ich euch! Nur am Anfang war ich echt irritiert: Gibt Eis, alle holen sich was und, ein Kunde der grad zufällig mit da rum steht und mit isst, muss für alle bezahlen =) ... also mit dem Bezahlen wird immer abgewechselt, aber ich find's witzig, dass auch eben manchmal der Kunde mitbezahlen muss. Die Mexikaner essen das Eis im übrigen mit Chilisoße und Chilipulver ... ich bevorzuge da doch eher Honig oder Marmelade.
Inzwischen läuft es echt gut mit der Arbeit. Also hin und wieder stell ich mich doch noch ein wenig doof an, aber viele Sachen laufen inzwischen von selbst. Da heißt's dann nur noch: "Greg, bei dem Volkswagen draußen bitte mal Zündkerzen, Ölfilter und Bremsbacken auswechseln." Und läuft.
Durch meine Arbeit hab ich ja immer dreckige Fingernägel und zumindest in der Woche auch noch abends teilweise schwarze Hände. Nein Familie, das kann man nicht abwaschen! Selbst mit dem Waschmittel in der Werkstatt bekommt nicht alles ab und mit normaler Seife schon garnicht. Und bei den Fingernägeln hilft nur abschneiden. Das lustige ist nur, ich hab mich schon öfters dafür etnschuldigt, besonders wenn ich Essen gemacht habe, aber das stört hier niemanden und es ist logisch, dass wer arbeitet auch mal schwarze Hände hat =)

Wollte eigentlich noch'n Haufen Annekdoten erzählen, hab aber grad alle vergessen ... Hm!

Früh morgens in Cuernavaca:
Sonnenaufgang im Motorblock =)


Die Müllecke, wo sich Altöl und Kühlwasser
an Altmetalltonne zum plausch treffen.
[Randnotiz für die Umweltfreaks:
Das Altöl wird erstaunlich penibel gesammelt.]


Die Werkbank -
so schön unordentlich =)


Güero Loco von der Baustelle.
Ihr fragt euch, warum er Güero heißt?
Ich mich auch =) ...aber "Loco" passt.
Bei uns läuft ja die ganze Zeit Musik in der Werkstatt.
Güero kennt alle Lieder und singt gerne laut mit.
Er interessiert sich für so ziemlich alles und wurde auch
schonmal von Luis für einen Tag adoptiert,
hat ihn aber jedesmal laut beleidigt, wenn Luis
ihn "Hijo" [Sohn] genannt hat =)


Icke bei einem garantiert garnicht
stelltem Foto bei der Arbeit


Frank [rechts] und der immer-Gut-gelaunte
[keine Ahnung wie er heißt, aber er ist immer gut drauf]


Beton wird einfach auf der Straße
angerührt =)


Der faule Arbeitslose [in weiß].
Findet Arbeit doof, kommt aber aus langer
Weile jeden Tag mehrmals vorbei. Er und
Frank beleidigen und kappeln sich in einer
Tour. Trotzdem hängen sie andauernd
zusammen rum =)


Blick die Straße runter


Erinnert ihr euch noch an die gorditos Negros
in Xochicalco? In CV gib's die überall auf den Dächern.


Die Baustelle


Die Werkstatt


Einer meiner kreativen Anfälle,
als es mal wieder ziemlich flojo war


Kühlflüssigkeit in Öl, hmmmm lecker =)


Ein mexikanischer Betonmischer made in Germany =)


Carlos und Luis.
Carlos is Schweißer und somit schon
von Beruf wegen immer besoffen.
Er flucht ausschließlich rum und versucht
mich immer zum Bier trinken gehen zu
überreden. Wenn ich mich dann mit Arbeit
rausrede, flucht er über die anderen, das
die ja eh doof sind. Versucht mich dann mit
allen Anwesenden zu verkuppeln [in einer
Werkstatt logischerweise nur Männer =) ].
Wenn ich mich dann mit Heterosexualität
rausrede flucht er einfach noch so eine Weile
rum... ich mag ihn


Mario


Und ich bei einem weiteren Teil meiner Weiterbildung.
Austarierung von reifen


Meine Aussicht bei der Arbeit


Die Ansicht des mich beobachtenden Kunden

Das Konzert und "Es hat 'nen Doppelnamen, es heißt Amecameca" - Bloggathon Teil 2

Der Post zum Sonntag. Genauer gesagt zum letzten Sonntag. Weil zum Sonnabend gibt's nicht soviel zu berichten... außer zum Sonnabendabend fällt mir grade ein =)

Wollte Sonnabend eigentlich nach Tepoztlan. Von da soll man einen tollen Ausblick auf die Berge drumrum haben. War aber wolkig und da macht es wenig Sinn sich Bergpanoramen anzugucken. Also nur in den Barrancas [die Schluchten von CV] unterwegs gewesen und ein wenig meine Reiseziele in Mexiko geplant [ich weiß ja immernoch relativ wenig über genaue Reiseziele, aber das kommt langsam]. Am Vorabend war wieder auf der Freitags-Party bei Tavo [Letis Cousin]. Dort wurde ich dann zu einem Konzert von der Band in der Tavo spielt eingeladen, was an eben diesem Sonnabendabend sein sollte.
2 Bands. Ein Tribut an Led Zepelin. Hmm, jetzt nicht so mein Favorit, aber hey, die Chancen auf 100% untouristisches lass ich mir bestimmt nicht entgehen und ich stand auf der Gästeliste. =)
Ich also abends hin. Es war für um 19h angekündigt, aber Tavo hat mich schon vorgewarnt, dass es wohl erst Sinn macht, gegen 19:30 aufzutauchen, und die Band um 20:00 - 20:30 anfangen wird. Ich war pünktlich um 20:45 da und das Konzert ging um 21h los =)
Es war in einem echt schönen, großen Hinterhof im Zentrum. Der Hinterhof relativ grün mit Freifläche und großer Treppe zum sitzen. Gut viele Leute da, größtenteils offensichtlich nicht nur Freunde der Bands sondern Led Zepelin Fans.
Da ich fast alle Anwesenden um mindestens eine Kopflänge überrage, will ich mich nicht bis ganz vorne durchdrängeln. Hier sei noch dazu erwähnt, dass in der Mitte alles voll mit Gartenstühlen stand [eine Kultur die anscheinend in Amerika nicht unüblich ist ... mich wird ja mal interessieren, was in Europa passiert, wenn man da den Leuten Stühle auf ein Rockkonzert hinstellt =) ] und die Treppe schon komplett besetzt war, also sitzen ging nicht mehr und es gab nicht sooo viele Stehplätze mit Sicht, da wollte ich mich als fast einziger Güero nich noch ganz vorne hinstellen .... *Boing!-Dose-am-Kopp* [wer den Wortwitz versteht, war schonmal in Mexiko =) ]
Soundcheck. Fast gegen Ende des Soundcheck kommt dann Rachel vorbei [ich kenne sie von den beiden Parties bei Tavo und sie ist trotz des Namens Mexikanerin ... evtl auch Rajel??], begrüßt mich und meint nur zu mir "Ey lass mal nach vorne gehen!" und läuft vor. Hmm, nagut, ich drängle mich mit vor und hocke mich an einen Pfeiler ... das erstaunliche ist, ich kann trotz der vor mir auf Gartenstühlen sitzenden Mexikaner noch gut viel sehen, von dem was auf der Bühne abgeht =)))
Und Kinnas, ich muss schon sagen: "Die ham's drauf!" Echt geiles Konzert. Erstmal hat die Besetzung immer wieder gewechselt. Tavo hat sich mit einer Sängerin abgewechselt. Nebenbei hat Tavo ab und zu noch Keyboard oder Gitarre gespielt und auch bei den anderen Instrumenten wurde ab und zu gewechselt. Dann hatten sie's musikalische echt drauf: der Schlagzeuger hatte ein mehr-minütiges Solo hingelegt da sind mir und den anderen Zuschauern fast die AUgen ausgefallen - extremst abwechslungsreich, mit Söckern, mit Händen, schnell, langsam, kraftvoll, leise, extremst schnell, Pausen wo du denkst "Was'n nu los? Lebta noch?" .... also live kann ich mich an so'n vielfältiges und langes Solo nicht erinnern. Vielleicht das vom Soulfly-Drummer auf irgendeinem WFF ... und dann später noch ein paar kleine Soli, auch nicht von schlechten Eltern. Gleiches gilt für den Giatrristen von Tavos Band, sein Bruder Oscar - krass gut. In einem Lied hat er die Gitarre mit teilweise Geigenbogen gespielt und auch hier und da geile Solos hingelegt. Und der Sound von der Gitarre und besonderns der vom Bass waren imho sehr gut ... ich mag ja, wenn Konzerte im kleinen Rahmen [Bar oder kleiner Club] sind, weil dann [wenn der Soundmensch sich ein wenig Mühe macht] die einzelnen Instrumente natürlicher klingen und nicht so glattgebügelt wie auf CD oder vielen großen Konzerten... hat vielleicht auch was mit der Akustik von kleineren Orten/Verstärkersystemen zu tun [kein Plan]. Und auch der Gesang von Tavo und der Sängerin war erstaunlich gut und vielfältig, nur meist etwas leise, weil irgendwie die beiden Mikros nicht 100% in Ordnung waren, aber mal abgesehen davon - fett!
Irgendwann wurden dann sogar in der ersten Reihe ein paar Stühle frei, weil die Leute sich was zu essen geholt haben. Inzwischen war der halbe Freundeskreis von Tavo und Konsorten auch da. Ein Teil kannte ich von den beiden Parties, den Großteil nicht.
Nach Konzertende noch beim Abbau der Anlage geholfen. Alles ins Auto und mit dem Auto zu einer Party [hat ewig gedauert ...manchmal sind se doch ein wenig langsam die Mexikaner =) ], dort alles wieder aufgebaut und dann noch ein Konzert von der Band gehört =) ...diesmal aber nicht nur Led Zepelin sondern ein Haufen Coversongs - aber kultig.
Der Ort selber war auch Endfett. Großer Hinterhof mit Riesenpool und Palmen. Aber um 2:00 war leider Schluss. Also zumindest Tavo und so sind nach Hause und ich auch, weil ich mir so das Taxi sparen konnte. Außerdem wollte ja am nächsten Morgen früh raus um nach Amecameca zu fahren.

Immer, wenn ich Amecameca lese, höre, sage, schreibe oder drüber nachdenke, habe ich automatisch einen Ohrwurm von "Uwe, Uwe" von den Wallerts [wer's nicht kennt: http://www.youtube.com/watch?v=QlMyv9e1qKI ] ...
Aber gut, Amecameca ist der Ort, der am nächsten an den beiden VUlkanen Popocatepetl und Ixtaccapetl [oder so ähnlich] liegt. Also ich mit dem Bus früh morgens nach Cuauthla, da schnell was gegessen und dann nach Amecameca. Der gesamte Weg von CV nach Amecameca war schon echt schön. Und die Leute im Hochland sind weitaus gesprächiger als in CV und DF. In Amecameca war grade Markt - viel los. Leider hatte das Touri-Büro zu. So bin ich ein wenig durch die Stadt und da ich nicht einfach so Richtung Popo [die beiden Vulcane heißen hier nur Popo und Ixta] loslaufen wollte, weil der Vulkan immernoch aktiv ist.
Daher bin ich dann in der Stadt einfach auf einen kleinen Berg, wovon man einen super Überblick üder die Stadt und die beiden Vulkane hat. Oben auf dem Berg ist eine Kirche. Hier wurde ich auch erstmal von ein paar kleinen Kindern angesprochen wie ich heiße und woher ich komme. Zum Schluss hat mich dann noch einer nach einem Peso gefragt und ich dachte mir schon, "Ach deshalb so interessiert und freundlich" und so meinte ich "Nö, hab nichts", aber da wurde der fragende Junge schon von dem kleinsten zurecht gewiesen, er solle nich betteln. Fand ich dann echt witzig - richteh so, ham trotzdem nüscht jekriecht =)
Das erstaunliche an der Kirche war, dass der Friedhof überall im Boden war. Ganz viele Gehwegplatten waren Grabsteine - überall. Ich bin immer um alle rumgelaufen aus respekt, aber selbst vorm Eingang der Kirche war alles voll mit Platten. Hier und da waren Essensstände oder Tourizeugs. Einige Kinder haben auf dem Friedhof Fußball gespielt - hier dreht sich offensichtlich keiner um, wenn auf seinem Grab Fußball gespielt wird.
Dann bin ich zurück nach Amecameca, hab mir einen Bus geschnappt und bin wieder nach Cuauthla ... wie schon in Ecuador, hatte ich auch hier Probleme mit dem lateinamerikanischen "ua"-Laut und so musste erstmal ein Fahrgast dem Busfahrer übersetzen, wo ich hin wollte =) ... eine 1 1/2 stündige Busfahrt kostet hier echt nur 1 Euro - nicht schlecht.
Im Busterminal von Cuauthla kam dann eine etwas größere Gruppe rein und hat laut rumgeplappert. Irgendwann hat sich eine 50 - 60 jährige Frau neben mich gesetzt und mich gefragt wie ich heiße und woher ich komme. Blabla-Small-Talk. Und, dass sich ihre Freundin [oder Tochter?] für mich interessiert. Ihre Freudin war allerdings auch schon so um die 40. Lächle höflich und lasse das unkommentiert im Raum stehen. Sie setzt sich zurück und die Gruppe plappert weiter. Teilweise habe ich das Gefühl, dass es auch um mich geht. Na hoffentlich wollen die nich mit meinem Bus nach CV. Mein Bus wird aufgerufen und zum Glück stehen sie nicht mit auf. Juhu! Auf dem Weg zum Bus spricht mich plötzlich die alte Frau nochmal an, ob ich der 40-jährigen nicht meine Telefonnummer geben könnte. Ich lüge, ich hätte gar kein Telefon. Leider habe ich sie nicht korrekt verstanden. Ob ich nicht die Nummer der 40-jährigen haben will, damit ich sie mal anrufen kann. "Ööhm... Nein danke!" Hmmm, hab ich wohl das Herz einer Mexikanerin gebrochen, aber irgendwie hatte ich nicht so recht Lust eine schon etwas betagtere Mexikanerin zu heiraten, die ich eben mal so auf dem Busterminal gesehen hab und die offensichtlich schon Kinder hat [waren mit in der Gruppe].
Auf dem Weg nach CV gab's noch'n ordentlichen Stau aber immerhin bin ich heil und unverheiratet in meinem Wohnort angekommen =) ....



Auf dem Weg von CV nach Cuauthla.
Krasse Felsen...


...und sanfte Hügel.


Also wenn ich Fußball spielen würde, dann hier.
Direkt vorm Popo und Ixta.
Randnotiz: Genau als ich in Amecameca
ankam, hat sich leider der Himmel zugezogen.
Vorher war er blau, aber aus'm-Bus-Fotos
sind meist nicht so toll...


Triste Landschaft ggü. CV, aber weitaus besser,
für Landwirtschaft


Die Kirche oben auf dem Berg


Oh nein, Rauchschwaden an einer
Flanke des Ixta. Evakuiert die...
doofen Touris zuerst =)


Amecameca mit Popo





Gräber im Boden überall


Und hier noch ein HDR-Panorama

HDRs, Panoramen, Stacks und CHDK - Bloggathon Teil 1

Vorwort:

In Berlin gib's den Marathon, in Mexiko den Teleton [die wichtigste mexikanische Spendengala ... vielleicht ähnlich der polnischen vorweihnachtlichen Spendengeschichte, wovon dann das "Haltestelle Woodstock" finanziert wird, damit die verarmte Jugend aus Polen und Deutschland auch mal auf ein Festival kann ;) ] und ich mach heut 'n Bloggathon. Weniger anstrengend als Marathon, weniger Telefonkosten als der Teleton und vor allem weniger nervig als Reaggeaton =) [Jaja, 5 Mark in die schlechte-Wortspiel-Kasse]

Überblick:

So, ich hab schon des öfteren was von Panoramen und HDRs [die Fotos mit erweitertem Helligkeitsspektrum] erzählt und auch schonmal hier und da was hochgeladen, aber ich werd heute mal zeigen womit ich manchmal so 4 Stunden tot kloppe =) ...

Des Weiteren will ich noch was zum letzten Wochenende schreiben und ein Update zu meiner Arbeit mit neuen Fotos hochladen. [Teile 2 und 3]

Auf die Plätze, Fertig, Los:

Teil 1 - Fotos

Nur noch vorneweg: Das ich an einigen Sachen so ewig sitze und die Ergebnisse noch nicht wirklch ausgereift sind, liegt hauptsächlich an meinem Rechner, der halt nicht mehr der Jüngste ist. Aber ich hab mir vorgenommen zwischen den Jahren nochmal ordentlich Fotomaterial zu sammeln und dann jeweils gleich zu verarbeiten, da ich langsam ein wenig ein Gefühl dafür kriege, auf was zu achten ist und nicht mehr nur blind drauf los arbeite bzw. fotografiere. Deshalb seht das mehr als so'n Statusbericht für die Leute, die sich für Fotos interessieren =)




Das HDR aus Acapulco find ich echt geil...
Deshalb das mal gleiche vorne weg =)


Das ganze kann man dann natürlich
noch ein wenig übertreiben =)


Hier mal ein "normales" Foto...
weißer Himmel und dunkle Felsen
Acapulco - Costera, Pazifikseite


Das ganze als HDR.
Blauer Himmel und grüne Felsen.
Allerdings mit dem Problem der Geisterbilder.
Steve hat auf einem Foto der Reihe zu mir
geguckt und während der Reihe die Arme bewegegt
und das Programm hat dann Probleme die Infos
zu verarbeiten.


Man kann das ganze auch unterdrücken.
Steve ist jetzt zwar nicht mehr verschwommen,
aber dafür ist komischerweise der Himmel grau.
Muss ich also noch 'ne optimale Lösung finden.


Auch bei den mehrreihigen Panoramas muss
man sich vorher genau das Motiv überlegen,
sonst ist es so wie hier, dass die Felswand
extremst fett wirkt...
[CV - Barrancas]


...oder das eigentliche Motiv in den Hintergrund
rückt [Xochicalco --> hier finde ich das einreihige
Panorama besser, was ich damals hochgeladen habe,
siehe Xochicalco-Post]


Dieses Panorama aus CV [Puente 2000] find ich
eigentlich ganz lustig, aber auch hier wirkt die
Schlucht ggü. dem Original sehr eng


Und hier der erste Versuch eines HDR-Panoramas
Fällt erst kaum auf, aber es ist 180° von oben nach
unten ... siehe meine Füße und die Schlucht
bis hoch zu Sonne =) [CV - Barrancas]


Dazwischen gibt es natürlich noch ewig viele andere Versuche, die völlig doof waren. Das Panorama von der geilen Klippe in Acapulco bekomm ich garnich hin. Da streiken AutoStitch und PanoramaStudio, weil zuviel Ozean ist [Fotos lassen sich nicht anordnen].

Ein weiteres HDR-Panorama findet sich noch im Amecameca-Post.

Mit Stacks [Fotoreihe mit verschobener Fokusdistanz, die dann zu einem überall scharfen Makro zusammen gefügt wird] wollte ich auch noch was machen ...folgt dann noch "morgen" =) ...

04 Dezember 2009

Acapulco - Teil 2

Wir haben uns den Wecker extra auf 9:00 gestellt, weil Steve und ich erst zum Strand wollten, ich mir noch ein Busticket kaufen musste [nicht dass ich 20:30 da antanze, um den letzten Bus zu nehmen und plötzlich issa voll] und wir noch zur Quebrada wollten, wo Einheimische von einer Klippe 35m in die Tiefe springen [is mehr oder weniger weltberühmt - Steve und ich hatten beide vorher schonmal davon gehört, bzw. das in einer Doku gesehen - hatten aber beide vergessen, dass es in Acapulco war und als wird das im Guide gelesen haben, uns beide sofort wieder an die Doku erinnert =) ]...
Das erstaunliche war, dass wir auch beide ohne murren sofort 9:00 aus dem Bett sind, uns frisch gemacht und gefrühstückt haben. Die frische Seeluft und die offene Bar am Strand sowie im Hostel haben wohl dafür gesorgt, dass wir keinerlei Kater bekommen haben. Allerdings haben wir erstmal unseren Plan geändert: Wir gehen Vormittags zur Quebrada, auf dem Weg dorthin kauf ich mein Busticket und nachmittags gehen wir baden... hatte hauptsächlich mit dem Check-Out um 11:00 zu tun und es war so generell sinnvoller und praktischer. Also Rucksack gepackt und zum Busterminal.
Auf dem Weg dorthin sind wir noch durch einen großen Park mit einem kleinen Zoo. Dann Busticket gekauft und diesmal durch's Hinterland zur Quebrada [Costera kannte ich ja schon]. War echt ein schöner Weg und so hat man auch mal das untouristische Acapulco gesehen, wo der normale Mexikaner wohnt, der sich keine Villa leisten kann.

Bei der Quebrada selbst hat man zwei Möglichkeiten den Clavadistas [die Leute die da runter springen] zuzugucken. Kostenlos von der Straße aus, etwas weiter weg oder für 30Pesos von einer kleinen Plattform aus genau gegenüber der Klippe. Da [wenn wir das richtig verstanden haben] das Geld vom Eintritt für die Clavadistas ist - oder zumindest teilweise, haben wir natürlich den Eintritt bezahlt. Darüber hinaus hat man von der Plattform des besten Ausblick.
Wir sind etwas zu früh da und auf der Plattform ist noch fast niemand außer uns und einigen Clavadistas die grade nach unten ins Wasser klettern. Allein das hätte mir schon Probleme bereitet und ich wär wahrscheinlich bereits beim Abstieg ins Wasser gefallen, nachdem ich hier und da mit meinem Kopf einen Steinvorsprung mitgenommen hätte =) ...
Danach planschen die jungen Clavadistas im Wasser rum und üben kleine Sprünge [in dem Alter konnte ich noch nicht mal schwimmen, geschweige denn in dieser Brandung auch nur 10 Sekunden überleben] während die älteren sie beobachten.
Langsam füllt sich die Plattform mit Gringos und anderen Güeros. Auch die Straße füllt sich langsam - ich konnte es nicht genau erkennen, aber ich wette mal hier eher Mexikaner, die das Spektakel lieber kostenlos genießen =)
Irgendwann klettern die Clavadistas die Felswand hoch. Und sowas von schnell. Okay, sicherlich haben sie das schon 1000mal gemacht, aber trotzdem haben die die 35m Höhenmeter schneller zurückgelegt als ich dafür zu ebener Erde brauche - und die Klippe ist 90° steil...Generell läuft das so ab, dass erst Sprünge von weiter unten und vom 25m-Plateau erfolgen, alleine und im Team, und ganz zum Schluss vom 35m Plateau - Nachts ist der letzte Sprung mit Fackeln. Jetzt ist es aber nicht nur die Kunst den Aufprall auf's Wasser zu überleben, sondern muss der Sprung auch genau ge-timed werden, damit man mit einer Welle aufkommt, weil sonst das Wasser nicht tief genug ist. Danach gilt es noch die Brandung zu überleben und heil aus dem Wasser rauszukommen bzw. erstmal auf die Klippe rauf. Der Ort ist relativ heilig und oben auf der Klippe sind auch 2 Schreine und der 35m-Clavadista betet dort vor jedem Sprung.
Als sich alle aufgestellt haben, stellt sich erstmal jeder Springer vor und fordert seinen Applaus ein. Ich bin erstmal erstaunt von welchen Höhen selbst die Jungen Clavadistas springen. Und dann geht es langsam Stück für Stück höher.
Bei der 25m Plattform angekommen springt erstmal einer und danach steht da einer etwas abseits und noch ein paar andere rum. Der abseits Stehende ist in Springposition, ein anderer ruft ihm die ganze Zeit was zu und zählt [es sieht fast so aus, als würde er sich nicht trauen und der andere labert ihn zu, dass es doch endlich springen soll]. Plötzlich brüllen drei Clavadistas [der im Abseits, der Zählende und noch einer weiter rechts] ganz laut Ola [ = Welle] und springen zu dritt. Wow - echt fett.
Jetzt geht es zum letzten Springer auf dem 35m Plateau. Vorher wird noch alles aus dem Wasser gesammelt, was da so ruschwimmt, weil die paar Quadratzentimeter Oberflächenspannung die so ein Blatt im Wasser bindet, können bei der Höhe tödlich sein. Er betet nochmal, fordert nochmal Applaus ein und beobachtet dann das Meer und springt. Schönet Ding ... ich sach et euch ... schönet Ding. Also auch schon die Clavadistas vorher haben hier und da eine Rolle oder andere Kunststückchen gemacht, aber der Typ ... fett! Ich kriegs nich mehr zusammen aber bis zum Schluss dachte ich der Typ kommt nicht gut auf, aber selbst das Eintauchen: perfekt. 10 von 10 Punkten! Ich muss mir das nochmal nachts mit Fackeln angucken - unbedingt.
Dann machen wir uns auf den Rückweg. Am Ausgang stehen nochmal die jungen Clavadistas und fragen nach Trinkgeld [mit einer großen Plastetüte =) ] ... ich werfe nochmal 20Pesos rein, weil das ist die Sache echt wert.

Auf dem Rückweg über die krass-konstruierte Kliff-Straße entdecke ich, dass ich voll die ßücho-Sonnenbrille hab. Ich hab mich erst geärgert, dass meine Sonnenbrille den Kameramonitor schwarz erscheinen lässt, weil ich sie dann zum Fotos machen immer absetzen muss [ich hatte in Acapulco das erste mal meine Sonnenbrille auf - hier gehört's dazu =) ]. Und zu allem Übel ist das bei Steve's Kamera nicht der Fall. Als ich ihm seine Kamera zurückgebe, merke ich, dass das nichts mit dem Monitor zu tun hat, sondern damit wie ich die Kamera halte. Aha - Sonnenbrille mit Polarisationseffekt. Ein paar Meter weiter die Straße runter bemerke ich auch noch, dass durch meine Sonnenbrille die Riffeln auf dem Meer komplett blau leuchten, wenn ich den Kopf aber schief halte ganz normal silber glänzen. Schöner effekt - mal gucken was sie noch so kann =)

Dann geht's zum Zocalo lecker essen - im gleichen Restaurant wie gestern. Der Kellner begrüßt mich mit ... ähm ... wie heißt das, wenn man zur Begrüßung die Fäuste gegeneinander haut? Naja, also damit und wir labern 2, 3 Sätze. Steve ist beindruckt von meiner Street-Credibility [wie heißt das auf deutsch? =) ], kommt aber auch sehr schnell auf den Trichter, dass man dieses Niveau hier relativ zügig erreicht und besonders wenn man Spanisch kann. Da Steve nicht so richtig weiß, was er bestellen soll, empfehle ich ihm das, was ich am Vortag hatte und bestelle mir etwas, was ich nicht kenne. Steve ist so begeistert von dem Essen, dass er sich erstmal alle Essen notiert, die ich schon gegessen habe und ihm empfehlen kann [ist das gleiche =) ], sowie ein paar Worte Spanisch, um erstmal das Eis zu brechen und nicht als doofer Gringo dazustehen. Spanisch lernen wollte er eh irgendwo in einer Sprachschule in Guatemala, aber ich hoffe mit der Liste von Essen, die es durchzuprobieren gilt, verliert er sämtliche Lust an Pizza und Hamburgern und probiert sich den Rest seines Urlaubs durch die Küche Lateinamerikas [auch er will runter nach Argentinien]. Wie schon so oft, gebe ich zusätzlich noch meine Standart-Tipps für Ecuador, Peru und Bolivien raus [die Nacht alleine im Dschungel in Mindo, die Bootsfahrt in einer Hängematte auf einem Bananenboot nach Iquitos, das Bier auf dem Wayna Pichu und die Nacht auf der Isla del Sol im Lago Titicaca - für alle die mal dahin wollen =) ]. Leiste auch wieder Feldarbeit für Couchsurfing. Also wenn er jetzt nicht in die Kultur der Länder rein kommt, und nur Gringo-Back-Packer-Stil reist kann ich auch nicht dafür, aber er kommt ja nicht aus Queensland oder California, also bin ich bester Hoffnung =)

Dann fahren wir mit dem Bus die Costera runter zum Playa Condesa beim K3. Die Busse da sind echt der Oberkult. Von außen kann man nichts von innen sehen und fragt, sich wie der Busfahrer was sieht, da die Frontscheibe fast komplett mit irgendwelchen stylischen Folien zugeklebt ist. Einige Busse verfügen über eine fette Anlage aus der laut Mucke dröhnt. Es gibt klimatisierte Busse und wenn nicht, macht man das Fenster auf und lässt den Arm rausbaumeln =)

So chillen wir uns an den Strand. Baden, labern, Bierchen. Und irgendwann kommen wir auf die geniale Idee "Hey, lass mal zu den Felsen schwimmen und rauf klettern." Im Prinzip nicht gefährlich - die Felsen sind vom Meer und Wetter rundgeschliffen. Es gibt in der Bucht kaum Wellengang ergo keine Brandung. Man glaubt dem Pazifik zwar sofort, dass er 10.000km breit ist, weil auch ohne Wellen gibt es im Uferbereich ein zwar gemächliches aber trotzdem starkes hin und her des Meeres, aber nichts beunruhigendes. Wir schwimmen also raus. "Ah Super an einer Stelle sind die Felsen flach ergo kommt man raus." Ich will mich grade gemütlich rückwärts mit einem Rückstrom auf die Felsen treiben lassen, als was piekt. Es dauert ein, zwei Sekunden bis ich mich von den Felsen lösen kann. Meine halbe rechte Hand, Teile der linken und ein Teil des Rückens sind gespickt mit irgendwelchen Stacheln. Scheiße: Seeigel. Na Super! Blöde Fauna. Ich schwimme zurück und entferne mir die Stacheln aus den Händen - das geht ohne Probleme, da die Stacheln sehr groß und dick sind. Für die Stacheln im Rücken bitte ich Steve zur Hilfe. Er hat glücklicherweise auch eine Pinzette mit. In meiner Hand bleibt ein Schwarzer Punkt, den ich selbst mit Pinzette nicht entfernen kann. Tut aber nicht weiter weh, also bleibt der erstmal da. Steve aus dem Land der Gifttiere will mich erstmal zu Strandarzt schicken, aber da alle Stacheln bis auf den einen raus sind und ich noch nie was von giftigen Seeigeln gehört habe, lehne ich ab. Das Meersalz brennt ein wenig aber das war's dann auch.
Am nächsten Tag auf Arbeit sollte das Ding, was noch in meiner Hand ist, sich sowiet rausgearbeitet haben, dass ich es mit den Fingernägeln entfernen kann ... guckt euch das Foto an. Und noch einen Tag später habe ich noch einen kleinen Stachel im Rücken entdeckt. Entfernt euch mal n Stachel aus'm Rücken, wenn ihr so ungelenkig seid, wie ich =))) ..aber nach langem Probieren klappte auch das. Krabbel mir noch einmal so'n doofer Seeigel über'n Weg - dann gibt das aber 'n Ding auffe Mütze - das sag ich euch. =)
Najuti. Vor uns macht ein dicker Mexikaner haufenweise Fotos von einem hässlichen Bodybuilding-Mexikaner. Der ist aber die ganze Zeit unzufrieden mit den Fotos und posed so ewig vor uns rum - sehr amüsant =) ...Passend dazu quatscht uns etwas später eine Tunte an, weil sie ihren Freund sucht, der irgendwo auf dem Meer mit einem Jet-Ski verschwunden ist. [An die politisch Korrekten unter euch, der Typ war sowas von Klischee-Schwul, dass jedes andere Wort eine Beleidigung wäre =) ]. Ich beruhige ihn ein wenig auf spanisch. Und wir kommen ins Gespräch. Als er erfährt, dass ich als Güero in einer Autowerkstatt arbeite, kann er es fast nicht glauben: "Nein! Waas? Duuu? Als Weißer, mit so schönen, blauen Augen und so einem hübschen Gesicht? .... Also wirklich, kaum zu glauben, dabei ist das doch so eine schmutzige Arbeit..." =) ...das mit der "schmutzigen Arbeit" meint er nicht abwertend, aber es ist in der Tat etwas ungewöhnlich und auch in den Staaten, wo er zur Zeit mit seinem Freund wohnt, wird die schmutzige Arbeit den Mexikanern überlassen. Ergo ziemlich komisch, dass ein Güero nach Mexiko kommt um sowas zu machen =)... Als sein Freund wiederkommt stürmt er gleich zu ihm hin, stellt uns alle gegenseitig vor und erzählt bei mir gleich nochmal die unglaubliche Geschichte vom schönen Güero in der Werkstatt. Auch sein Freund ist erstaunt.
Also, wenn sich wer leicht bekleidete Frauen am Strand angucken will, fahrt zur Springbreak nach Acapulco und nicht in der Off-Season ;)
Dann waren wir noch bis nach Sonnenuntergang am Strand [diesmal war leider keiner zu sehen, aber trotzdem geile Farben] und danach waren wir noch schnell essen und dann musste ich auch schon los zu meinem Bus.



Fette Krokogator im Zoo von Acapulco


Schonwieder etwas mehr Mexiko:
Weg von der Costera und den Villenvierteln


Die Kathedrale von Acapulco


Die Plattform vor der Quebrada
[die Klippe dahinter]



Clavadistas auf dem Weg nach unten


Brandung mit Kindern drinne
...und anscheinend ohne Seeigel =)


Okay EINE bessere Position als die
Touriplattform gibt es vielleicht doch =)


"Ach du Scheiße, wat musste ick nur
gestern wieder im Suff vor den Schnecken
rumprahlen ick wär ooch Clavadista...
Ach Gottchen is det hoch...
Na wenigstens habbick meine schnieke
Mexiko-Badehose an" =)


Damit ihr mal seht, wie hoch das is!
Da braucht man cojones, cabrones ;)


Die beiden Schreine oben am Kliff


*kletter-kletter*


*hüpf*
Randnotiz, von den Sprüngen hab ich kaum Fotos,
weil ich die mir so angucken wollte
und mich nich mit der Kamera beschäfftigen =)




Die Strände auf der Pazifikseite:
Jetzt nich so proppe, aber schönes Meer =)


Meine Aussicht, wenn ich am Strand war


Die Aussicht der vorbeigehenden Strandverkäufer.
Dass ick so kneiste, kommt vonne Sonne, wa?
Nich vonnet Bier!


Okaaaayyyy... meine wirkliche Aussicht ;)


Mariachis


Die besagten Felsen mit den Seeigeln =)


Sonnenuntergang war gestern,
trotzdem geil



Für die "Mach-ma-Fotos-von-deinen-Freunden"-Fraktion:
Steve ... zwar unscharf aber ich mag die Farben =)


Da! Das Ding steckte senkrecht bis zum Anschlag
in meinem Fleisch... doofe Seeigel!
Aber schön selbst operiert =)


Auf dem Panorama sehta links die angesprochene
krass-konstruierte Küstenstraße =)


PS: Für alle, die schon immer die Festival-Bändchen an meinem Arm gehasst haben. Zwei musste ich jetzt schon entfernen. Weil entweder sind meine Arme durch die ganzen Gorditas und Quesadillas fetter geworden oder die Arbeit in der Werkstatt ersetzt in der Tat das Fitness-Studio [ich erinner mich grad an die schönen Sprüche, wenn wir in der Schlosserei irgendwelches schweres Zeugs von A nach B schleppen mussten: "Ja was'n? Im Fitness-Studio müssta dafür Geld bezahlen, und hier gib's das für lau" =) ]... Weil nach dem Duschen haben mich die nassen Bändchen echt kirre gemacht, weil die so eng natürlich auch nicht trocknen. Erstmal die weichen Fusion-Bändchen, weil die natürlich ewig nicht trocknen...

Für alle die, die die Bändchen schon immer gemocht haben [wow, 3mal "die" und grammatikalisch korrekt =) ]. Dank der vielfältigen Auswahl an Werkzeugen in der Werkstatt konnte ich die Bändchen lockern und so zerstörungsfrei entfernen und kann sie so jederzeit wieder anlegen =)