27 März 2019

Tongariro Northern Circuit - Doch mal ein Great Walk

Ich habe mich ja bisher immer ein wenig gegen die Wanderrouten, die als Great Walks klassifiziert sind, gesträubt. Total von Touris überrannt, nur weil sie als Great Walks im Reiseführer stehen, obwohl ein paar Meter weiter ähnlich beeindruckende Natur is, die man komplett für sich hat.
Ausnahmen hier waren die geniale Kanutour auf dem Whanganui River, weil nach der Spreetour musste das ja wohl sein und war's auch definitiv wert und dann noch auf Stewart Island, weil da ging damals anders nicht wirklich. Und sonst mal so als Tagesausflug, aber nie in die Hütten.
Jetzt hatten sich meine nächsten Besucher, Britta und Robbl, allerdings dazu entschieden unbedingt den Tongariro Northern Circuit zu machen [das is da wo ich immer auf dem aktiven Vulkan snowboarden war ... oder die rote Raute auf der schwarzen Linie auf der kleinen Karte links unter dem Archiv]. Erst hatte ich ja nicht so wirklich Lust, aber dann habe ich mir mal ein paar echt beeindruckende Fotos von da angeguckt und Sonni meinte auch der is geil und dann dachte ich mir: "Nagut, geben wir dem GW mal 'ne Chance." Hütten gebucht und dann darauf gewartet, dass der Flieger mit Robbl und Britta kommt.

Auf dem Weg zum Tongariro gehen wir nochmal am Taupo Moana [Lake Taupo] wandern und bekommen dabei schonmal einen guten Ausblick auf was da die nächsten Tage auf uns drauf zukommt... Die drei Vulkane, die das zentrale Hochplateau der Nordinsel dominieren...

Auf dem Weg zum Tongariro Nat'l Park: Ganz rechts der Berg mit den Schneeresten is der Ruapehu auf dem ich immer snowboarden war, links daneben der Kegel [ca. Bildmitte] is der Ngauruhoe um den wir quasi rum laufen wollen und die ganzen ziemlich zerklüffteten Bergspitzen links sind der Tongariro nachdem der Nat'l Park benannt is... Im Vordergrund eine Kuh, die sich wundert warum ich sie fotografiere

Am Taupo Moana selbst is wie meistens alles schön und beschaulich... Die Wellen plätschern an den Strand und der Motorbootfahrer im Hintergrund is scheinbar etwas irritiert als wir da aus dem Busch stolpern und sucht sich lieber eine neue Bucht, weil die hier is ja plötzlich total überfüllt mit Menschen seit wir da sind

Die ersten Bäume machen schon einen auf Herbst und tönen sich die Blätter in den Farben der Saison

Der Tongariro Northern Circuit geht einmal um den Ngauruhoe rum. Das ist insofern ganz praktisch, weil der Ngauruhoe liegt in der Mitte der drei großen Vulkane und so kann man mal alle Vulkane sehen und hat auch einmal die Wetter- und einmal die Leeseite. Da hier meistens Westwind ist, macht das auch einen ordentlichen Unterschied: Eine Seite Wüste und die andere pitsche-patsche Nass. Wer sich die Route vorher anguckt, wird sich vermutlich wundern warum der Wanderweg keinen der Gipfel ansteuert sondern sich schön um alle drumrum schlängelt. Liegt daran, dass die Gipfel tapu sind, also Orte die man nicht betreten darf [das deutsche Wort "tabu" kennt ihr ja... das haben wir von den Polynesiern geborgt... hat in beiden Sprachen auch die fast gleiche Bedeutung]. Es ist zwar nicht per Gesetz verboten diese Orte zu Betreten aber in den letzten Jahren und Jahrzehnten gab es schon einen Wandel in der Denkweise der Behörden ggü. den Maori und so wird fleißig darüber aufgeklärt, was man besser nicht machen sollte, wenn man es sich nicht mit den Maorigöttern und -geistern verscherzen will.
Manche machen die Tour in zwei Tagen, wir lieber in vier - nix überstürzen. Also Rucksack gepackt und los... Das erste Stück begleiten uns noch Tagestouris, aber sobald wir etwas mehr in die Natur abtauchen, verlassen sie uns alle und wir haben alles für uns.

Über Stock und Stein, durch Fluss und Bach

Rechts, mit dem Kopf in den Wolken, der Ngauruhoe zu dessen Fuß unsere Hütte für die erste Nacht liegt... Irgendwo da links vor diesem "Hügel" direkt vor dem Vulkan... Dieser Hügel ist ein riesiger erstarrter Lavastrom des Ngauruhoe... kommt später nochmal genauer

Meistens sieht die Landschaft endlos flach aus... aber das täuscht aus der Ferne, weil die Ebene von Flusstälern durchzogen ist, in denen die Vegetation genauso hoch wächst, wie das umgebende Land ... So als würden die Winddämonen eine gewisse Wuchshöhe erlauben und alles was weiter raus guckt wird weggeweht... Nagut und in den Schmelzwasserrinnen ist auch gleich mehr Wasser, was in dieser doch eher rauhen Vulkanlandschaft doch behilflich is. Wer hier oben wohnen will, ob nun als Tier oder Pflanze, muss schon ein bisschen was abkönnen. Nix für Mimosen...

Hier in einer Schmelzwasserrinne... an der Höhe der Büsche links und rechts kann man ziemlich gut erkennen, wie hoch die umgebende Ebene is außerhalb des Flussbetts...

So voll authentisch Natur erkunden ey, ... die ganzen Geheimtipps ausm Lonely Planet, alta ... Bloß nich auf den ausgelatschten Pfaden lang, wa?

Rechts oben ist der Lavahügel vor dem Ngauruhoe, links oben der Tongariro und irgendwo vor uns unsere Hütte...

Ganz interessant in dem Foto hierüber ist auch im Tal dieser "Fluss" aus den lila Blumen, der sich da so durch's Bild schlängelt... Das war mal ein Lahar: Eine Lawine aus Lava, Schlamm, Staub, Eis, Geröll, die bis zu 200km/h schnell werden kann... Davor warnen sie auch immer in meinem Skigebiet auf dem Ruapehu. Und hier sieht man mal sehr schön warum die einzige Chance einen Lahar zu überleben "auf die nächstbeste Anhöhe klettern" is: Fließt ganz brav genau die Talsohle entlang... Wir haben in Anbetracht der Vulkane um uns herum auch gleich mal rekonstruiert, was passiert, wenn jetzt ein Lahar kommt und man jetzt nicht rechtzeitig auf eine Anhöhe kommt oder der Lahar einfach zu groß ist: Man wird von den Steinen erschlagen, von der Lava verbrannt, von den heißen Gasen vergiftet, ertrinkt im geschmolzenen Eis, erstickt an der Asche... und vor Schreck bekommt man bestimmt auch noch einen Herzinfarkt, wenn der Lahar da plötzlich um die Ecke kommt... Klingt jetzt vielleicht erstmal grausam so sechs Tode auf einmal sterben, aber wenigstens geht schnell... und spektakulär is auch. 

Schöne Erosionsmuster

Links im Hintergrund der Ngauruhoe und rechts im Vordergrund der Lavahügel, wo da mal irgendwann etwas Lava aus dem Ngauruhoe gelaufen is... Als er noch nicht ganz stubenrein war... Hier sieht man auch wunderbar die Basaltsäulen in dem erstarrten Lavahaufen... Die Geologen unter den Lesern werden wissen, was das bedeutet ;)

Hier sieht man mal schön, dass der Ngauruhoe schön als Comicvulkan taugt... perfekter Kegel mit Kraterrand oben... alles symmetrisch... So muss das... Die Tolkien-Fans unter euch, haben ihn vielleicht schonmal gesehen unter dem Namen Schicksalsberg/Mt Doom

Die erste Hütte war ganz lustig. Die machen da immer so'n Hut Talk, wo die Hüttenbetreuer den Touris was vom Pferd erzählen. War uns zu blöde also haben wir uns raus gesetzt und unsere Nudeln mit Pesto gegessen und den wunderbaren Sonnenuntergang ganz für uns alleine genossen... Sonnenuntergang is fertig und Hut Talk auch, also komm die ganzen anderen Wanderer raus, um noch schnell Fotos vom Abendrot zu machen, anstatt die letzte Minute davon zu genießen... Aber für nur angucken und genießen gib's eben keine Facebook-Likes. Aber das geilste is ja, die Hüttenbetreuerin hatte echt die Chuzpe den Touris während des Hut Talks ewig von den geilen Sonnenuntergängen hier zu erzählen, genau während draußen die Sonne draußen in echt untergeht [aus dem Geschimpfe der anderen Wanderer erfahren]... Chapeau, Madmoiselle Hút-Wârdinè! So hatten wir den immerhin für uns in himmlischer Ruhe mit leckeren Essen.
Die Nachtruhe war dann eher Hölle, heiß, dicke Luft, laut [ca. 20 Leute da drin]... viel geschlafen habe ich nich. Aber gut, das war der Teil, den ich mir schon vorher denken konnte bei Great Walk...

Der nächste Tag würde dann nochmal die meiste Strecke etwas touristischer werden, weil das Stück kann man auch als Tageswanderung machen und das nutzen viele Touris die entweder keine Hütten auf dem Great Walk mehr bekommen haben oder keine Lust auf mehr oder keine Zeit. ...und Kiwis auch hin und wieder.

Wird auch was Steigung und Höhe angeht, der krasseste Tag werden.

Los geht's durch immer kärgere Lavafelder... und da hinten auf den Sattel müssen wa hoch

Noch mehr, diesmal unbewachsene, Lavaströme auf dem Ngauruhoe

Aus den Flüssen sollen wir lieber nix trinken, wegen dem hohen Mineralgehalt... Einige letzte Gräser und Algen stören sich aber nicht daran und umsiedeln munter die Wasserläufe

Noch ein Stückchen weiter mutig voran über die flache Ebene und dann geht's steil hoch... und wie ihr seht, alles mit Touristen überlaufen [NZ-style]

Allmählig lassen wir das zentrale Hochplateau immer weiter hinter uns... Da wo der fette graue Lavastrom endet ist unsere Hütte vom Vorabend

Der Kraterrand des Ngauruhoe bunt gefärbt von den letzten Ausbrüchen mit Mineralien aus den Tiefen der Erde
 Dann kommen wir auf eine Hochebene umgeben von steilen Felswänden aus aufgetürmter Lava. Genau zwischen Ngauruhoe und Tongariro. Trockenes Niemandsland wie auf einem fremden Planeten...

Staubwolken werden vom Wind aufgepeitscht und ziehen rasant vom einen Ende der Ebene zum anderen um sich da an den Felshängen niederzulassen

Immer wieder entstehen die Staubteufel aus dem nix...

...und eh man sich versieht steht man mittendrin und der trockene Staub raubt einem den Atem während der Wind heftig an einem zerrt... Wenn das hier roter Boden wäre, könnte man sich echt vorstellen auf dem Mars zu wandeln... Eine beeindruckend schöne und verwunschene Lebensfeindlichkeit

Der feine Staub zeichnet Muster auf den Boden zwischen die Brocken, die vor Äonen aus den umliegenden Vulkanen geschleudert wurden und sich seitdem vermutlich keinen Zentimeter bewegt haben.

Wir klettern auf der anderen Seite der Ebene die nächste Felswand hoch und gucken in ein weites Tal auf der anderen Seite. Der Wind ist hier am höchsten Sattel inzwischen so stark, dass man aufpassen muss, nicht runter geweht zu werden. Erst später müssen wir da auch noch runter. Die Leeseite der Vulkane - noch trockener und wüster als der Aufstieg

Aussicht während unserer Pause, geschützt vor den Böen von einem großen Felsblock

Dann die letzten Meter hoch zum Red Crater, dem höchsten Punkt der Wanderung... im Hintergrund die wüste, windige Hochebene ...und welcher Vulkan das ist, könnt ihr ja inzwischen bestimmt selber erraten Ü

Im Red Crater - Das Tor zur Hölle... Voll bunt... Ziemlich einladend eigentlich... Das Himmelstor wird immer so langweilig weiß dargestellt mit'm dicken Gitter davor... und hier echt schön, wirklich imposant und offen für jedermann... Da is doch klar, wo der Weg hingeht =)

Hier nochmal der ganze Red Crater in all seiner Farbenpracht... Rechts das Tor zur Hölle... Hier sieht man nochmal ganz gut, was für ein großes Portal das is

Gipfelschokolade auf dem höchsten Punkt der Tour... Die hamwa uns hier wirklich verdient. Man kommt die steilen Gräte hier zwischen Geröll, Sand und glattem Fels nur noch echt langsam hoch und der Wind tut sein übriges... aber passt voll zu der Stimmung hier oben in einer fremden Welt zu sein, die eigentlich nicht für Menschen gemacht ist. In der man als Mensch höchsten eine gewisse Zeit geduldet wird, bevor die Taniwha einen vertreibt... Also so ganz abwegig sind die Geschichten der Maori doch nicht...
Hier nochmal zwei Panorama von ganz oben... müssta wahrscheinlich drauf klicken um was zu erkennen:

Tongariro mit Blue Lake und Emerald Lake rechts...

Red Crater mit Ngauruhoe

Dann geht's wieder bergab, wobei man da auch nicht wirklich schneller voran kommt als bergauf. Am besten is den feinsandigen Grat mehr runter zu rutschen. So als würde man in dem Vulkanstaub Ski fahren wollen...

Blue Lake.. da kommen wir heute nicht mehr hin... Dahin biegen die ganzen Tagestouristen ab..

Hab ich schonmal die tollen Farben erwähnt?

Die Emerald Lakes. Deren Wasser zu berühren ist auch tapu, also darf man nicht drinne schwimmen

Sieht schon verlockend aus, allerdings wer weiß wie hoch da der Schwefel-und-sonst-was-Gehalt drinne is... vielleicht reicht auch angucken... Manchmal kommen die Tapus auch nicht ohne Grund


Farben... da ... und da ... und überall

Meine Mitwanderer halbwegs geschützt vor den Elementen... hinter ihnen ist diesmal kein Staub an der Klippe sondern Dampf aus den Tiefen der Erde...

Falls irgendwer noch Zweifel hatte, dass die Vulkane aktiv sind... Schwefeldampf verbreitet den Geruch fauler Eier

Farben!

Hier mal eine Fumarole [Dampfaustrittsstelle] die nur marginal aktiv ist und deshalb kann man mal nah ran... drumrum auch alles wieder mit Mineralien jedweder Couleur überzogen

Hmmm, Deutschlandsteine... Tz, gleich mal umdrehen...

Wieder eine Fumarole, wo man sogar mal ins innere der Erde gucken kann... Einfach ein Loch im Boden, wer weiß wir tief, wo heißer, stinkender Dampf raus kommt...

Und selbst hier an diesem alles andere als freundlichen Ort finden sich nahe am Wasser etwas windgeschützt ein paar einsame mutige Pflänzlein, die sich von so einer Landschaft mal garnix sagen lassen und einfach vor sich hin wachsen... soviel dazu, was Mutter Natur so alles ab kann, wenn's ums bloße Überleben geht... Zitat Ian Malcolm aus Jurassic Park: Das Leben findet einen Weg... Und dann hockt es da und zeigt Dir Einzelkind erstmal, was Trotzigkeit eigentlich bedeutet =)

Die Felswand vor der Robbl und Britta vorhin standen von der anderen Seite... auf dem Weg nach unten

Vor uns liegt jetzt Mordor... wieder eine weitere aber nochmal andere Marslandschaft... Vielleicht fährt da ja irgendwo eine kleiner NASA-Rover rum und schnüffelt an Felsen

Die Landschaft verliert wieder etwas an Farbenpracht, aber die Flussbetten sind noch jeweils unterschiedlich bunt von den ausgewaschenen Mineralien

Irgendwann sind wir etwas geschützt vom Wind und haben wieder links und rechts sich hoch auftürmende Klippen alter Lavaschichten

Und glücklicherweise ist Mordor dann auch wieder ziemlich flach also kommen wir die letzten paar Kilometer gut voran... Und auch wieder alles für uns... Die Tageswanderer sind alle weit, weit weg...

An der Hütte angekommen zieht sich langsam alles mit Wolken zu... Jetzt muss es WIRKLICH ungemütlich da oben sein... Glück gehabt mit dem Wetter...

In der Nähe unserer Hütte zaubert ein kleiner Wasserfall etwas grün ins grau-braun

Oh nein, so warten sie getrennt durch die Fluten und harren einander bis ein mutiger DoC-Mitarbeiter ihnen eine Brücke baut, sie zu vereinen

Also wenn man genau im Flussbett steht, sieht es sogar fast idyllisch hier aus

Während wir uns Armbrot in der Hütte machen und mal wieder den Hut Talk ignorieren, kriechen dicke, dunkle Wolken immer weiter ins Tal. Die letzten Wanderer kommen und man sieht ihnen an, dass in den Wolken wandern nicht so lustig is [alldieweil einige auch den Walk in zwei Tagen anstatt vier machen... Schuld eigene].
Wir hatten echt so Glück mit dem Wetter bisher. Ich erzähle Britta und Robbl, dass das ja auch so bleiben wird. Der Wind morgen soll irgendwo zwischen NW und SW stehen und somit sind wir weiterhin von den Bergen geschützt vor Regen. Also selbst wenn's morgen etwas wolkig is, werden wir hier auf der Seite keinen Regen bekommen... Deshalb is ja auf der Seite auch so viel Wüste... regnet hier kaum... also fast nie eigentlich.

Am nächsten morgen stehen wir bei weiterhin konstantem Westwind auf und wandern los... .... .... .... im Regen.

Endlose Einöde. Der Wind peitscht den Regen in feinen Bändern über die Wüste. Die Dünen vor mir verschwinden im Nebel. Außer meinen Schritten auf dem steinigen Sandboden und dem Heulen des Windes herrscht Stille. Keine Menschseele außer mir...

...an dem Tag Laufe ich etwas vor um die Einsamkeit zu genießen. Wieder ein total krasser Gegensatz zu den Tagen davor auch wenn der Grundtenor in diesen lebensfeindlichen Weiten der Gleiche ist. Es passt alles so perfekt zusammen. Vor und hinter mir niemand. Eine fremde, mystische Welt durch die ich laufe, bewohnt nur von den Geistern der Natur. In meinem Kopf geht das Kino los. Eine rauhe, tiefe Erzählstimme kommentiert meine Wanderung durch diese unendliche, verlassene Landschaft. Schritt für Schritt spinnt sich in meinem Kopf eine Geschichte zusammen, was mich hierher verschlagen hat und was das Ziel meiner Reise ist. Gibt es überhaupt eins? Maorilegenden vermischen sich mit der Realität um mich herum. Ich dringe immer tiefer vor in diese sagenumwobenen Welten...

Keine Sorge, weder hab ich vor dem loswandern eine Flasche Schnapps gesoffen noch was von dem lustigen Tabak geraucht oder irgendwelche Pilze vom Wegesrand probiert. Die Umgebung ist einfach so stark und beeindruckend, dass sich das Kopfkino von ganz alleine einstellt. Und ich bin auch echt froh über den Regen. Dadurch wird nochmal alles anders und intensiver...

Durch die Feuchtigkeit stechen die vereinzelten Pflanzen als bunte kleine Punkte aus dem Einheitsgrau hervor...

Da wo sie etwas windgeschützt wachsen können, bilden sie kleine Gemeinschaften aus, um zusammen den Elementen zu trotzen und vorm ins Bett gehen noch eine Runde schnattern zu können...

Plötzlich kommt ein größeres Tal und die Wüste ist einfach so zu Ende...

Da wo der Wald beginnt warte ich auf Robbl und Britta... Die Wanderung in meinem Kopf endet hier erstmal... Echt so geil. Wir haben auch doppelt Glück. An dem Tag ist die kürzeste Wanderung. Wir müssen nur noch über den Berg mit dem Wald und dann kommt die Hütte. So spannend die Wanderung auch war - langsam freu ich mich schon auf die Wärme des Kamins, weil langsam der Regen doch überall rein kriecht, trotz Regenjacke...

In dem Tal mal wieder der gleiche Effekt, dass in dieser Mischung aus Windschutz und Wasser die Natur wieder so tut als wäre alles easy-going hier

50m außerhalb is Wüste... hier mystischer, nebelverhangener Wald...

Das Fundament von einem Hexenhaus? Finger von Dämonen im Erdboden? Praktische Stufen?

Commandante Robbleto plant seinen nächsten taktische Zug gegen die Truppen der Gringos =)

Endlich bei der Hütte angekommen, haben wir schonwieder Glück. Riiiesengroß und schön und neu... Ganz viel Platz zum Sachen aufzuhängen... Wir dürfen die Schuhe mit rein nehmen um sie am Kamin zu trocknen... Die Hut Wardine begrüßt jeden mit ein paar aufmunternden Worten nach diesem Marsch durch den Regen... Diesmal bleiben wir sogar für den Hut Talk und diesmal lohnt es sich auch, weil sie selbst Maori ist und echt viel zum Land erzählen kann aber auch zu ihrer Arbeit beim DoC und wie in der Hochsaison drei Mal die Woche ein Hubschrauber kommen muss um die ganze Scheiße der Wanderer wegzufliegen ... jedes Mal eine Tonne ... das is schon ein bisschen gemein... Meine Defäkationsendprodukte bekommen einen gratis Hubschrauberflug - Ich muss zurück laufen... Und noch ganz viel anderes spannendes Zeugs: Z.B. war hier früher alles Wald, bis der von den Maori abgeholzt wurde und seitdem is hier erst Wüste - krass.

Der letzte Tag ist wieder schönes Wetter und relativ Ereignislos. Ich übe mich in Kartenlesen während ich durch die Landschaft stromere... also schließe ich einfach mit einem Foto vom letzten der drei Vulkane: Ruapehu - da wo ich immer Winterurlaub drauf mache und der mich den letzten Tag die ganze Wanderung begleitet..


26 März 2019

Wieder mal auf Achse...

Ihr kennt das ja bestimmt: Jeden Tag zur Arbeit gehen is öde, zu Hause immer sein Geschirr abwaschen müssen nervt und dann geht draußen auch noch der Sommer los. Was macht man da wenn's mal wieder so weit is? Job kündigen, Wohnung kündigen und schon mal den Motor warm laufen lassen, während man mit Kollegen und Ex-Mitbewohnern ein letztes Adieu-Bier trinkt.

...damit die ganzen Kollegen auch wissen, wie unglaublich schwer einem das fällt sich vom Job zu trennen, schon Wochen vorher mit einem Arbeitslosigkeitscountdown anfangen, selbst am Montag gute Laune haben und den Schreibtisch immer mehr wie eine große Silvesterparty aussehen lassen.

Dann endlich der wunderbare Moment: Arbeitsschuhe in den Mülleimer und Sandaletten an [Wichtig: Während man mit seinem Chef darüber redet, wie schön's denn war]


Erstmal einfach nur raus. Direkt von Arbeit in die tieftse Natur. Kein kaltes Neonlicht, kein Handyempfang, keine Zivilisation außer einem Plumsklo mitten im Wald. Einfach nur hundert Kilometer kurviger Gravelroad in die Tiefen des Te Urewera, dem größten Urwald der Nordinsel und da nix außer Sonne, Bäume, Vögel, das Rauschen vom Bach und ein kaltes Bier aus der Kühlbox.

So muss das: Bett fährt mit, Bier bleibt kalt im Chilli Bin und Essen macht man warm überm Feuer...Und wer sich jetzt wundert, wie direkt an der Straße mein Lieblingsort sein kann: Da kommt so alle Jubeljahre mal ein Auto vorbei - da is selbst für NZ-Verhältnisse wenig los.

...und wenn einem langweilig ist, geht man raus in den Garten spielen... Staudamm bauen oder Wald erforschen oder gucken was hinter der nächsten Flussbiegung kommt. [Welch Überraschung: Noch'ne Flussbiegung]

Und wenn man am Vorabend richtig Feuer macht, reicht die Glut am nächsten Morgen sogar noch für den Kaffe ohne das man was dafür tun muss Ü


Falls wer grade verwirrt is, dass der Sommer in NZ ja nun bald schon wieda vorbei is: Korrekt, aber die Bilder oben sind vom Dezember letzten Jahres. Ich bin nur bisher noch nicht dazu gekommen was zu posten, weil jetzt den ganzen Sommer immer was war... Jetzt grade habe ich mal ein paar Tage frei vom rumreisen [Also eine Urlaub vom Urlaub] und kann mich also mal wieda ein wenig um den Blog kümmern.

Alleine Reisen is auch schön, aber lustiger wird's ja wenn sich Freunde mit dazu gesellen. Als erstes haben mich Ramy und Ansche besucht und nach einem wunderbaren Musikfestival zum Jahreswechsel ging's danach auf große Tour: Nord- und Südinsel. Von der Nordinsel habe ich leider gar keine Fotos obwohl wir auch hier einiges gesehen haben, was für mich neu war - z.B. der Südosten der Nordinsel. Aber nicht weiter schlimm. Man kann ja auch einfach mal nur genießen und muss nicht alles dokumentieren.

Das erste größere Highlight war dann im Norden der Südinsel eine Kajaktour durch die Malborough Sounds. Das ist so eine Fjordlandschaft und wenn man etwas weiter rein fährt ist da sogar zur Hochsaison relativ wenig los.
Am Vorabend der Bootstour haben wir da in der Nähe gecampt und abends sogar noch Rochen vom Steg aus gesehen. Die sind anscheinend in NZ gar nicht mal so selten, aber ich hatte noch nie welche hier gesehen und finde die ja immer wieder total beeindruckend. Und dann haben wir noch für lau Green Mussles bekommen, weil da in der Nähe eine Muschelfarm war und die da beim Verladen immer was über haben ... oder was daneben fällt oder so. So oder so: Frischer können ja Muscheln kaum sein. Haben wir uns beraten lassen wie man die kocht und gab's dann zum Armbrot. Bin ja kein riesiger Fan von Meeresfrüchten, aber so is schon geil.

Wir wollten erst für zwei Tage die Kajaks buchen und irgendwo draußen in den Sounds übernachten aber leider sollte am nächsten Tag der ablandige Wind etwas stärker werden und der Bootsverleiher hatte Sorge, dass wir es nicht mehr zurück schaffen. Und ein Tag ist besser als kein Tag, also haben wir das als Tagestour gebucht und ab in die endlosen, verschnörkelten Buchten.
Ich durfte zum Glück das Einer-Kajak haben. Ist zwar etwas mehr zu paddeln, aber dafür ist man autark...

Los geht's auf die Sounds. Das weiße Ding mit dem roten Streifen rechts auf meinem Boot is eine Notfall-Leuchtfackel. Wie gemein is das denn bitte schön? Da platziert jemand genau vor meiner Nase Feuerwerk und ich darf es nicht benutzen! Absolutes Training für meine Selbstkontrolle...

Vorbei geht's an Buchten, Seitenarmen und kleinen Felsen...

Wenn man einen schönen Platz gefunden hat und langsam doch merkt, dass Paddeln anstrengend is, macht eben Pause und stärkt sich ein wenig...

Aussicht ist eigentlich überall schön, ob nun aufm Wasser oder an den kleinen Stränden...

...und das Wasser is total klar also kann man voll weit rein gucken, was so unter einem passiert... Rochen habe ich leider keine mehr gesehen, dafür zwei Pinguine entdeckt. Ich schätze mal, dass es Jungtiere waren, weil sie tagsüber in ihren Höhlen saßen. Allerdings hatten sie auch schon ihren Frack an... Vielleicht kurz davor die elterliche Höhle zu verlassen?

Ansche und Ramy haben mir irgendwann den Namen "Lonesome Rider" verpasst, wenn ich da so alleine mit meinem Schlapphut auf dem weiten Wasser inmitten großen Fjorde rumgepaddelt bin [Grüße an Indiana Jones von der Spree-Kanutour =) ]

Hier das obligatorische und völlig authentische Gruppenfoto
Der Wind wird in der Tat langsam etwas mehr und die Wellen etwas rauer. Man braucht, sobald man von den schützenden Klippen etwas weiter weg is, doch ordentlich Kraft wenn man gegen den Wind paddelt. Hingegen, wenn man quer zum Wind Fährt, muss man teilweise kreuzen, weil sonst die Wellen das Kajak ordentlich durchschütteln. Und so'ne Eskimorolle mitten aufm Sound muss dann doch nicht sein. Hier machen sich jetzt die Nachteile des Einer verstärkt bemerkbar. Aber ich will gar nich rumheulen... Wir alten Seebären haben da schon ganz andere Sachen durchgestanden... Aber ich verstehe nun ein wenig die Vorsicht des Bootverleihers: Weder sind die Wellen wirklich groß, noch ist der Wind wirklich stark, aber so'n kleines Plastikschiffchen is auch nich für Orkanerforschungsreisen auf dem offenen Ozean gemacht, nech?

Der Pharao plant, wie wir mit möglichst wenig Gegenwind noch möglichst viel zu sehen bekommen. ...Hmmm, oder war das mal wieda ein: "Dieses ganze Land könnte bald Dir gehören."? :)

Über Land abkürzen geht auch nicht, da die einzige, die sich nicht an den steilen Klippen um uns rum stört, die gute alte Vegetation ist. Und dichtes Unterholz und Wandern mit Kajak aufm Rücken sind'ne dumme Kombination

Also machen wir uns langsam auf den Rückweg immer möglichst nah an den Klippen entlang. Da ist auch mehr zu sehen und auch gefühlt kommt man schneller voran als weitab von jedem Fixpunkt

An einigen Stellen waren da große Bäume gefällt, die dann nur ins Meer gekippt sind und so gelassen wurden. Ich habe erst den Sinn nicht verstanden, bis ich mal näher ran bin: Eine natürliche Muschelfarm.Wenn man da um die Ecke wohnt, kann man bei Ebbe dahin und sich ein nahrhaftes Armbrot direkt vom Baum sammeln.

Die Wettervorhersage vom Bootsverleiher war ziemlich akkurat... Gen Nachmittag/Abend wird der Wind und die Wolken mehr... Also ist auch ganz gut die Nacht an Land zu schlafen und zu wissen, man kann am nächsten Morgen mit dem Auto weiter


Dann geht's weiter durch den Norden der Südinsel Richtung Westen zum Farewell Spit. Wer sich sonst nix zu merken hat, wird sich bestimmt erinnern, dass ich da ja schonmal war: [Klicke hier für Fotos von damals]... deshalb poste ich jetzt hier nur einfach ein paar Fotos von Sachen die ich damals nicht hatte. Das ist ja das schöne hier in NZ, selbst wenn man den gleichen Ort nochmal besucht, kann man trotzdem jedes mal so viel neues entdecken, wenn man "einfach nur mal irgendwo rauf [geht], wo man noch nich war und schon wieder ganz andere Einblicke, An- und Aussichten, Eindrücke, etc" [Zitat von einem durchaus gewieften & gewitzten Reiseblogschreiber der Neuzeit: Erstveröffentlicht hier]


Nur kurz zur Erinnerung oder falls ihr nicht auf den Link oben klicken wollt: Etwas südlich vom Farewell Spit ist eine wunderbar wilde Landschaft mit ganz vielen Stränden, Klippen, Felsbögen...

...und wilder Natur, durch die man sich durch kämpfen muss, wenn man da lang wandert.

Hier haben wir dann auch wieder einiges an Robben bzw. Seelöwen gesehen. Ich habe ja hier vor den Viechern einen gehörigen Respekt entwickelt und versuche ihnen nicht wirklich nahe zu kommen und schon gar nicht zwischen sie und das Meer [ihr Fluchtweg, den man ihnen nicht abschneiden sollte]. Alldieweil Ramy und ich vorher beobachten konnten wie eine entweder dumme oder unglückliche Touristin ein gutes Stückchen unterhalb von uns in den halb vom Meer gefluteten Höhlen eine sehr Nahe Begegnung mit einem Seelöwen  hatte, welcher das nicht so lustig fand und dann der Touristin erstmal klar gemacht hat, wem die Höhle gehört. Sie konnte auf einmal erstaunlich schnell über die Felsen klettern und ziemlich erschreckt gucken.
Irgendwann begegnen wir wieder einer Robbe. Ansche und Ramy sind schon lange vorbei. Ich finde das ja irgendwie relativ wenig Platz zwischen Wellen, Felsen und Seelöwe ist. Ein paar Kinder am Strand haben da weit weniger Schiss. Aber jedes Mal wenn ich mir dann denke, "Jetzt könnte ich doch vorbei." ist die Robbe von den Kindern genervt oder bewegt sich einfach so ein wenig wohin. Und so dauert es Ewigkeiten, bis sie endlich im Meer verschwindet und ich mich vorbei traue. Zum Glück hatten wir keine Eile.

Irgendwann wird der Strand total breit und der kräftige Westwind treibt Sandböen über die Dünen. Man fühlt sich auf einmal wie in der Wüste während die feinen Sandkörner auf die Waden einprasseln. Nature at its rough side.

Die obere feine Sandschicht ist vielerorts weggepustet und man kommt echt gut voran. Außer im Windschatten der Sanddünen, wo man durch tiefen Zuckersand waten kann... macht beides Spaß

Plötzlich taucht in der Wüste ein rot-brauner See auf... Also eigentlich ein Fluss... Also so eine Art Lagune... Genau genommen ein tiden-beinflusstes Watthinterlandsgewässer mit vermutlich hoher Eutrophie aufgrund von Nährstoffeintrag, was zu einer Algenblüte geführt hat oder aber Mineralanreicherungen die sich als Sediment ablagern... Was weiß ich schon?

Da wo die Flussseelagune ins Meer fließen will, drückt eine windgepeitschte Brandung das rotbraune Wasser immer weider zurück, so als würde das Meer es nicht haben wollen...

Ich versuche rauszufinden wie das alles zusammen hängt und kletter auf einen der Felsen. Aber leider bekommt man nicht wirklich einen Überblick... Immerhin einen schönen Ausblick Ü

Dann geht es einen der Hügel hoch um weiter zu kommen. Und man kann den ganzen Spielplatz von den Stunden davor sehen: Die Wüste, der mystische See, der Strand mit den Klippen... Beeindruckend, weil teilweise, wenn man da unten in den Landschaften jeweils drinne ist, vergisst man den ganzen Rest um sich herum mal schnell eben und kann sich vorstellen z.B. wirklich mitten in einer endlosen Wüste zu sein... Und von hier oben wirkt das fast wie eine Modelllandschaft in der alle möglichen Schauplätze für Filmsets oder so nebeneinander gebaut wurden

Der Weg führt uns weiter und die Klippen werden immer höher und schroffer und die Einschnitte und Buchten immer tiefer und enger...

Bald geht es dann fast die ganze Zeit direkt an einer krassen Steilküste entlang... Hier das Movieset vom letzten Rosamunde Pilcher Film =)

Na, wer traut sich da mitm Kajak durch?

Und ganz am Ende sieht man das eigentliche Farewell Spit... Der Sand im Hintergrund. Das nördliche Ende der Südinsel und das Ende der Westküste. Aber soweit kommen wir heute nicht mehr


Dann geht es weiter nach Golden Bay / Abel Tasman. Das ist wieder etwas mehr im Zentrum der Nordküste der Südinsel aber wir müssen da sowieso vorbei um nach Süden zu kommen. Hier auch das Gleiche wie bei Farewell Spit: Da gib's schon ganz viele Fotos von hier im Blog. Deshalb hier nur was es da spannendes Neues gibt.

Aber auch hier zur Erinnerung: Golden Bay is auch Strand und Meer und Felsen und Natur, aber im Gegensatz zum wilden, rauen Farewell Spit alles total schön kuschelig und ruhig.

Hier kann man auch am Strand lang wandern. Und um von Bucht zu Bucht zu kommen...

...muss man ein wenig klettern...

...was einem aber immer wieder tolle Aussichten bringt.
 Allerdings sollte man bei dem Klettern auch über kleinere Klippen immer eins beachten - egal wie schön der Ausblick grade anderswo ist: Guckt immer dahin, wo ihr hin klettert. Sonst ist da plötzlich ein Loch im Buschwerk, was ihr erst bemerkt, wenn ihr euer Gewicht schon auf dem Fuß habt. Und dann fallt ihr da runter, landet doof auf dem nächsten Stück Boden was da dann so kommt, müsst erstmal ewig Pause machen, weil ihr grade den Adrenalinkick eures Lebens hattet und hier und da auch noch was ordentlich weh tut und blutet und viel viel später stellt sich dann auch noch raus, dass ihr euch das Handgelenk gebrochen habt. Und sowas is ja mal voll dumm. Das macht man ja nicht... Ha, wie ich da jetzt nur drauf komme... Sowas abstruses...

Aber nehmen wir mal an, einem von uns oder evtl sogar mir wäre so etwas passiert... also ganz rein theoretisch... dann könnte das ja auch noch ein spannendes Ende nehmen. Weil mit so geschundenen Beinen und Armen is ja zurück klettern voll unpraktisch. Gut wenn man da einen netten Kiwi mit einem großen Motorboot findet, der einen bis zum Strand in der Nähe vom Parkplatz zurück fährt. Dann bekommt man auch noch einen gratis Motorboot-Ride durch die Buchten von Golden Bay. Das wiederum wäre ja schon wieder was cooles, wa?


Und wenn man bei eben jenem Sturz auch noch im Wasser landet am Ende, dann ist ja auch noch höchstwahrscheinlich die Kamera hinüber... Oder sollte es etwa möglich sein, dass so eine kleine alte Knipse ein Salzwasserbad überlebt? Wenn nicht, ist dieses Foto von kackenden Komoranen das letzte was meine kleine Canon für diesen Blog geschossen hat. Da erstmal kein Lebenszeichen von meiner Kamera kam, is der Rest dieses Posts nur Handyfotos... Und ergo kaum was fotografiert... Nicht meine Generation ... ich mein, was kommt als nächstes: Landkarten lesen mit'm Handy?

Dann ging es weiter durch den zentralen Norden der Südinsel auf der Leeseite der Alpen. Ansche hatte sich für ein paar Tage ein eigenes Auto gemietet, weil sie noch weiter in den Süden wollte. Ramy und ich haben so lange die kargen Landschaften im Zentrum erforscht.

Das Foto is grade mal nur für mich und alte Erinnerungen. Mein Wohnort in Christchurch für längere Zeit damals, markiert mit einem Verkehrskegeldenkmal...

Ramy und ich entdecken an der Rakaia Gorge ein total genialen Not-For-Profit Camingplatz mit super Aussicht und billig und trotzdem allen Komfort den man so braucht.

Irgendwie ließen uns auf dieser Reise Taniwhas nicht los. Taniwhas sind Gestalten aus der Welt der Maori. Meistens lassen sie dich eine Zeit lang in ihrem Land gewähren, aber wenn Du es übertreibst, machen sie dich tot... Und so sehen sie laut einem lokalen Künstler aus.

Wir wandern vom Campingplatz aus die Rakaia Gorge hoch...

Da hinter der Brücke rechts verbingen wir die Nacht... Direkt vorm Flussbett

Bevor die Bauern im Inland das ganze Wasser dem Rakaia entnehmen um damit ihre Weiden zu bewässern ist das eigentlich ein reißender Fluss... Ich habe ihn ein paar Tage zuvor an der Mündung gesehen und der Unterschied ist schon krass. Leider kein Foto von der Mündung...

Überall da, wo der Mensch nicht den ganzen Wald für Rinder abgehackt hat, ist keine trockene, karge Landschaft sondern feuchte, kühle Flora selbst im Hochsommer

Am nächsten Tag fahren wir in die Alpen rein um ein bisschen Höhenwandern zu gehen...

Am Horizont ist sogar noch Schnee und Eis zu erkennen. Aber soweit werden wir es wohl heute nicht mehr schaffen..

Langsam gewinnen wir an Höhe und Ausblick... Im Frühjahr muss das krass sein, wenn da die ganzen Wassermassen von der Schneeschmelze durch Tal schießen...

Irgendwann erreichen wir die Vegitationsgrenze und da ist es auch an der Zeit für uns umzukehren, weil die ganzen Hänge irgendwie so aussehen, als könnte sich da jederzeit eine Steinlawine lösen.... und schließlich waren wir schon lange genug im Land der Taniwhas.