07 Mai 2016

Einmal um die ganze Welt


[Lasst das Video einfach beim lesen Schleife laufen]

Gestern war's endlich so weit: Ich bin mit meinem Auto 40.075km gefahren. Einmal um die ganze Welt. Also quasi... de facto natürlich immer im Kreis und Hin und Her auf einer winzigen Doppelinsel irgendwo in den Weiten des größten Ozeans, wo jibt. Aber wenn ich gewollt hätte, ja, dann hätte ich auch mal kurz auf'n Bierchen bei euch vorbei kommen können und auf'm Rückweg sogar noch'n Abstecher zu Mäcces mach'n können, weil ihr ja nich komplett auf der anderen Seite wohnt.

Könnte man ja jetzt sagen: "Hmmm, wo er jetzt bewiesen hat, dass das Auto das kann, muss er ja gar nich mehr mit Flugezug kommen. Nur Vorteile: Mehr Platz, keine flennenden Kinder, laut Metaltechnodeathcore hören ohne das wer meckert, Pilotensitz anstatt Gang ...und Fenster kannste im Flieger ooch nich runterkurbeln ohne Ärger mit den Stewardessen zu bekommen." Gucken wir doch mal, ob das lohnt...

In den 586 Tagen habe ich mal locker 8.26 Tonnen CO² emittiert und um die NZ$ 7200 für Kraftstoff verbraten*. Dazu kommen nochmal $:
- 800 [ADAC mit von-Überall-Abschlepp-Option und Verischerung... nich für meinen natürlich aber wenn ich mal jemanden in seinen fetten Remueratraktor (Kiwigegenstück zum BMW) reinfahre]
- 1000 [TÜV, Reparaturen, Ersatzteile]
- 500 [Road Fee]
- 15 [Falschparken]
....ergo knapp unter $ 10.000. Und ich komme auf ca. 18 Tage reine Fahrzeit.
Mit einem Flugzeug die gleiche Strecke zu fliegen verursacht ebenfalls ca. 8t CO²-Äquivalent**, kostet $ 2200 und dauert ca. 40 Flugstunden.

Randnotiz: NZ$ 1 = 0.6 EUR

Also is Flugzeug zwar nerviger aber eben doch ein Stück weit billiger und schneller... Hat eben alles so seine Vor- und Nachteile.

Immernoch das schönste Fahrerlebnis: Auf Gravel Roads durch den Dschungel brettern ...und natürlich immernoch das schlimmste, was man seinem Auto antun kann.

Das sind so die Straßen, wo man hofft, dass die Milchlasterfahrer an dem Tag streiken

Das is die Aussicht, die ein Käfer hat, der über meinen Kotflügel krabbelt. Schön, wa?

Das is die Aussicht, die ein Possum hat, das grade über die Straße wuselt. Schön, wa?

So sieht es aus kurz bevor man ordentlich schnell in eine Furt fährt...

....und so sieht es aus, wenn man durch eine Furt mit Spaßgeschwindigkeit fährt.


Hier mal ein dickes Lob an die Japaner. Ich hatte ja schon damals bei den mexikanischen Taxifahrern gemerkt, dass die fast nur Nissan/Toyota/Mazda fahren. Es hat auch echt Spaß gemacht die zu reparieren [einfach weil wartungsfreundlich konstruiert] und ich hatte schon damals vermutet, dass die verdammt robust sind und eben nich so vülle kosten wie die Deutschen. Und das mit dem robust [sowohl konstruiert als gefertigt] kann ich nur bestätigen:
 - Die ersten 35.000km kein Öl gewechselt... egal
 - Wer weiß wie lange mit Leck/Riss(?) im Motorblock gefahren... egal
 - Riss im Kühler will sich nich abdichten lassen... egal
 - Hunderte Kilometer Gravel Road... Außer Reifen kaum Verschleiß
 - So ziemlich alle Flüssigkeiten schon viel zu wenig oder maßlos zu viel... egal
 - Strand, Wiese, Watt, Waschbrettgravel, Fluss-Furten, Eis, Wind, Wetter... egal
Ich hab's jetzt echt nu lange genug drauf angelegt. Ich krieg den beim besten Willen und schlechtesten Fahrstil einfach nich kaputt.
Und die Karre ist ein Unfallwagen: Habe ich eher zufällig nach 30.000km raus gefunden - Vordere Stoßstange, Lampen, Spritzschutz und Moterbodenschutz werden hauptsächlich von Fahrwind und Dreck zusammen gehalten.

Dieses Jahr erreicht er übrigens seine Volljährigkeit...Bis zum Alter von 7 lebte er in seinem Geburtsland, Japan, und hat dann rüber gemacht, nach NZ. Damals war er noch grün hinter den Rückspiegeln mit keinen 100.000km. Und wenn er mit mir noch die 300.000km schafft, dann gebe ich einen aus. =)

Und zum Abschluss gib's noch eine kleine Annekdote. Ich dachte ich hätte das schon im Blog gehabt aber kann beim besten Willen nichts finden.


Kaikura Sturmflut

Als ich damals von Christchurch hoch nach Auckland gefahren bin standen da so ein Stückchen hinter Christchurch große blinkende Warntafeln: "SH1 gesperrt wegen Sturmflut rund um Kaikura." Hmmm, is ja doof, weil ich muss die SH1 hoch um am nächsten morgen meine Fähre auf die Nordinsel zu bekommen. Auf Karte geguckt: Sämtliche anderen Routen hoch hätten mich etliche Stunden mehr gekostet. Local gefragt, ob er abschätzen kann, wann die die SH1 wieder auf machen. "Jooaaa... sollte nich länger als 6h sein, dann is ja wieder Ebbe." Macht Sinn. Also fahre ich die SH1 weiter bis zur Sperrung. Habe Glück: Bereits nach 1 oder 2 Stunden machen die wieder auf.
Haben grade mal eine Spur behelfsmäßig frei gekratzt, die Wellen spülen noch ab und zu ein wenig über die Straße, überall hat die Flut große Stücken von der Straße raus gebrochen oder fette Steine aus dem Meer rauf geflutet [immerwieder erstaunlich, was so'n bisschen Welle an Kraft entwickelt]. Die ganze Zeit mit Scheibenwischer fahren, wegen der Gischt.
In Deutschland hätten sie die Straße bestimmt erstmal wochenlang gesperrt bis alles überprüft und ausgebessert worden wäre. Hier geht das eben nich, wegen fehlender Alternativrouten und weil sowas permanent passiert, musste halt vorsichtig fahren und gucken.


Straße is noch voll mit dem ganzen Zeugs ausm Meer, hier und da eine tote Robbe

Die Wellen kommen immernoch bis an die Straße ran und sind krass groß... fettes Schauspiel

...und hin und wieder is das Wasser auch noch nich ganz abgeflossen, bzw. neues wird immernoch auf die Straße gespült von den Wellen... aber alles total sicher =)

Ja Qualität der Fotos is nich die beste, aber reicht um sich ein Bild zu machen. Auf dem weiteren Weg nach Auckland, habe ich übrigens noch erste Erfahrungen mit Glatteis gemacht und ein LKW hat nachts fröhlich Kühe auf der Straße verteilt [Anhängertür nich abgeschlossen]... Also manchmal erlebt man hier schon was - schön, wa?

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* Quelle: http://rightcar.govt.nz/

** Annahme von 40h Flugstunden bei 200kg CO²-Äquivalent pro Flugstunde pro Passagier: Frei Schnauze nach http://www.carbonindependent.org/sources_aviation.html

25 März 2016

Frohe Ostern

Was machen Hooligans, wenn mal kurz keiner hinguckt? Das hier:


Wer sich jetzt fragt: Was hat das denn bitte mit Ostern zu tun? Englische Hools singen eine australische Schnulze und machen Schleichwerbung für einen Klamottenkonzern, der sich neuerdings Afrika als sozialen Anstrich ins Logo gepappt hat, weil er ja seine "Mitarbeiter" nur in asiatischen Sweat Shops ausbeutet?
Ostern heißt ja nich nur, dass das Laub von den Bäumen fällt, die Tage kürzer werden, die Zugvögel in den Norden fliegen und die Kiwis Kiwis im Garten verstecken... bei 24°C, sondern auch kulturübergreifende Völkerverständigung und die Vereinigung verschiedener Traditionen. Und so feiern ein Jude, eine Muslima und ein Atheist ein christliches Fest mit heidnischen Wurzeln, gemeinsam vereint, auf der südlichen Hemisphäre. Aber nicht nur die Religionen sind fröhlich und friedlich beisammen. Nein, auch finden sich ein Abtrünniger des Turbokapitalismus mit Allmachtsanspruch, eine Vertreterin einer Monarchie mit halbwegs brauchbarem Sozialsystem und der Repräsentant einer untergegangenen Möchtegern-Kommunisten-Republik in eben jenem Garten. Ein Potpürree der Bräuche: Im Garten Schnapsbuddeln verbuddeln, Crumplets mit poached Egg auf der Veranda, Darts in der Man Cave...

In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser und LesX und Analphabeten und Dyslexiker, wünsche ich euch allen ein wunderbares Fest der Glückseeligkeit... und wenn ihr niemandens Eier suchen könnt, verzagt nicht, sondern macht euch einfach ein Berliner Pilsner auf und seht es durch die Augen von olle Brian und seinem Kumpel Jesus, die an diesem Tage vor fast 2000 Jahren von ihren römischen Freunden ein bisschen an die frische Luft gehängt wurden:


16 Januar 2016

Die erste Sonne des neuen Jahres

...haben wir nicht gesehn. Schuld waren Alkohol und Wetter. Aber schön der Reihe nach.... erstmal sind wir von Napier nach Mahia [gelber Stern auf der blauen Linie] gefahren. Mahia is so'n kleiner Wurmfortsatz an der Ostküste. War ich auch schonmal so halb drauf [Für die Leute mit gutem Gedächtnis: Da wo die Waldarbeiter um unseren Campingplatz den ganzen Wald abgefackelt haben und wir quasi mitten in der Hölle gecampt hatten]. Aber weil alle möglichen Kiwis so viel von Mahia geschwärmt haben, dachte ick mir: Na denn musste dir dit wohl noch ma richtig ankiekn, wa?

Plan war dann da irgendwo ganz an der Spitze an nen Strand kommen. Beim Befahren der Halbinsel standen da so Schilder: "Heavy Vehicle Operation - Extreme Care!" Hmmm, was den für Heavy Vehicles? Tagebaubagger? Wieso denn extreme care, wird einen ja nicht einfach umfahren so ein Vehicle. Naja, wird schon... also die Ostseite runter Richtung Südspitze. Erst Asphalt. Zweispurig. Dann einspurig. Dann Gravel. Dann ca. Auto-breit. Und irgendwann sehen wir ein Stückchen vor uns eine riesige Staubwolke. Die Staubwolke brettert fröhlich die Straße lang - immer jib-ihm durch die engen Kurven berg-auf-berg-ab. Muss was großes und schweres sein. Bewegt sich dafür aber verdammt schnell. Irgendwann erkennt Cornelia vor der Staubwolke einen großen, roten LKW. Hmmm, komisch, was macht der denn hier? Die Straße führt ins Nix. Aber immerhin wissen wir jetzt, was diese Heavy Vehicle Operation is. Und warum extremst care. Wobei das eigentlich keinen Sinn macht vorsichtig zu sein. Wenn da ein LKW auf Gravel mit hohem Tempo um die Ecke kommt, kannste vorsichtig sein wie de willst, bremsen kann der nich mehr. Und ausweichen kannste ooch nich. Also bleibt quasi nur eins: Wenn man in der Ferne die Staubwolke sieht und die kommt auf einen zu, irgendeine Nische am Straßenrand suchen und das Auto da rein buchsieren. Aber auch nich wirklich vieler Orts möglich. Also so schnell wie möglich dem LKW hinterher, weil so lange der auf der Straße is, kann keiner von vorne kommen. Aber auch immer zig hunderte Meter hinter dem bleiben, weil das Ding so endlos viel Staub macht.

Keine Ahnung wie der das macht, der muss die Strecke schon tausend mal gefahren sein und jede Kurve genau kennen... Hier sei nochmal erwähnt die Straße ist nur ein Müh breiter als mein Auto.

Da sind mir diese Verkehrsteilnehmer doch weitaus lieber =)

Irgendwann sehen wir den LKW vor uns auf der Straße stehn. Der Fahrer läuft grade an seinem Gefährt zurück um ein Kuhgitter zu schließen, das er grade passiert hat. Er sieht uns. Wir kommen kurz vor dem Kuhgitter zum stehen. Er guckt uns an, grußlos und macht das Gitter zu. Komisch... oder zumindest Kiwi-untypisch. Dann brettert er weiter.
Immerhin konnten wir sehen was er geladen hat: Kies. Warum zum Geier bringt jemand Kies ans äußerste Ende von Mahia? Irgendwie wird das alles immer dubioser. Neben dem Kuhgitter steht ein Schild. "Achtung: Großbauarbeiten - ganz viele Gefahren, Grundstück nach Gesetz blablabla nur betreten, wenn man diese kennt." Pfffffff, wat wees ick? Zumal da nich steht was für Gefahren, nur "multiple hazards". Naja, die werden ja da keine Raketenabschussbasis bauen. Etwas unentschlossen stehen Cornelia und ich vor dem Schild. Es sagt ja nich direkt "Betreten verboten." Und hinterm Gravel is der Strand.

Plötzlich hält neben uns ein Jeep. Drinnen sitzt ein Typ mit Agentensonnenbrille. Er guckt das Gitter an, guckt uns an, steigt aus und kommt langsam rüber. Der ganze Typ sieht von Haltung und Stil absolut wie ein Agent aus und nicht wie jemand der hier zum Angeln hinfährt. Er fragt uns, ob alles okay is. Wir klären unser Erlebnis und die Überlegung, was uns das Schild und das Verhalten vom LKW-Fahrer nun sagen sollen. Er klärt uns teilweise auf, was läuft: RocketLab baut da eine Raketenabschussbasis.

Einschub: In dem Moment fiel's mir wieder ein. RocketLab ist eine neuseeländische Raketenfirma. Die wollen kommerzielle Raketen bauen und haben auch schon erfolgreiche Testflüge absolviert. 2017 oder 2018 wollen sie dann pro Monat eine Rakete ins All schießen. Ich hatte mich auch schon mal aus Spaß bei denen beworben und war bei nem Vorstellungsgespräch. Wir sind aber beidseitig ganz schnell zu dem Schluss gekommen, dass das nix wird. Da muss man absoluter Nerd sein und kein Leben außerhalb haben. Raumfahrt eben. Nee danke, ick nich! Aber gibt ja genug Space-Freaks..... Und die haben in der Tat in den Nachrichten erzählt, dass RocketLab zum Jahreswechsel irgendwas auf Mahia macht.

Kurz Cornelia aufgeklärt und dann mit dem Agenten beraten, wie das Schild zu interpretieren ist. Er ist total ruhig die ganze Zeit und überlegt auch immer bevor er was sagt. Wägt ab, scheint aber schon genau zu wissen was geht. Also nicht nur Haltung und Stil sind definitiv Agent sondern seine ganze Art: Nach kurzem Für und Wider fragt er mich nur rhetorisch: "Da steht nicht, dass es verboten ist, was würdest du tun?" Sein Angebot bei ihm mitzufahren lehne ich doch erstmal ab. Er macht das Tor auf und meint nur ich solle schon mal vor fahren er kommt dann nach und macht das Gitter wieder zu.
Auf der Weiterfahrt erörtern Cornelia und ich, wie unsere Überlebenschancen stehen, woher der Agent wohl sein mag und welche Rolle er spielt und wofür er uns braucht. Irgendwann kommen wir an die Stelle wo der LKW steht. Der Fahrer bedient jetzt einen Bagger um den abgeladenen Kies zu verteilen und würdigt uns keines Blickes. Arbeitet einfach weiter. Er muss das schon eine Weile machen: Überall Kieshaufen. Etwas weiter führt links eine Straße runter. Wieder ein großes Warnschild: "4WD only. Straße bei Nässe nicht befahren." Ich gucke mir die Straße an und gebe dem Schild recht. Gradeaus geht die Straße nicht wirklich weiter weil da irgendwelche halb verlassenen Farmen sind.
Etwas später kommt der Agent an. Ich zeige auf das Schild und sage ich komme nicht weiter und ob wir auf sein Angebot zurückkommen können bei ihm mitzufahren. In seinem Auto zaubert der Agent eine extremst genau Karte [Hohe Auflösung, Höhenlinien, jede Straße, jeder Pfad, jede Bucht] hevor. Hätte er von seinem Sohn bekommen, der da die besten Fishing-Spots eingemalt hat. Ja, nee, is klar - uns kann er nich mehr täuschen.
Dann geht es los die krass steile Straße runter Richtung Strand. Irgendwann blockieren vor uns arbeitende Bagger und Planierraupen die neu in den Berg gekerbte Straße. Unser Agent hält an, überlegt, steigt aus und nähert sich in großem Bogen den Straßenarbeitern. Die ignorieren ihn erst, stellen dann ihre Maschinen ab und schnattern eine Weile mit ihm. Wir bekommen kein Wort mit, weil wir noch im Agentenauto und 100m entfernt sind. Irgendwann macht er sich auf den Rückweg zu uns, veschwindet dabei kurz aus unserem Blickfeld. Die Arbeiter arbeiten nicht weiter sondern machen Pause. Dann kommt er zurück und meint hier gäbe es nichts weiter, fährt uns zu unserem Auto zurück und düst davon. Wir stehen noch kurz doof rum, gucken in die Einöde und überlegen, ob wir irgendwas von 007 oder Will Smith gelernt haben.

Insel an der Südspitze Mahias. Auf dem Festland davor werden wohl bald Raketen starten. Aber entweder is da bisher noch nix oder wir durften es nicht sehen.

Mist, was mir grade beim Schreiben auffällt. Der Agent war wahrscheinlich garnich da, um die Basis auszuspionieren oder zu sabotieren. Das alles war nur, damit wir da nicht die Straße weiter runter laufen zum Strand!! Jetzt erst so von außen betrachtet, merke ich, dass wir anscheinend den Typen völlig falsch eingeschätzt hatten. Passt doch wir Arsch auf Eimer. Ein bisschen mit Infos füttern, die unrelevant sind, Vertrauen gewinnen und dadurch die Kontrolle bekommen.... ....hmmmmmm ...oder aber er wollte genau das erreichen? Dass wir das glauben?

Naja Wir sind dann erstmal wieda los, weil der LKW-Fahrer langsam fertig wurde und ich wollte den nicht zu sehr im Nacken haben auf dem Rückweg.


Trocknes Hinterland. Seht ihr ja selber. Is ja auch klar, regnet kaum, brüllende Hitze. Da is ja logisch, das da nix wächst, ne? Warum erwähn ich das also? Merkt euch das einfach mal kurz... Behaltet das im Hinterkopf.


Auf dem Rückweg sind wir dann noch runter zu einer Bucht an der Ostküste und hatten endlich unsern Strand

Wieder zurück im Nordenwesten der Halbinsel. Ich finde das sieht irgendwie voll animert aus.

...garnich real, sondern einfach mit Terragen erzeugt. Schöne Computerwelt


Hmmm, ja die Fotos doppeln sich hier grade so'n bisschen aber ich konnte mich einfach nich entscheiden, sucht euch selber das schönste aus

Die ganze Zeit, permanent, rieseln da kleine Steinchen runter. Erosion live und in Farbe.

Und Robben gib's da auch. Hach ja, Robbe müsste man sein: Den ganzen Tag faul in der Sonne am Strand auf einem Stein liegen - wat für'n Leben =)

Und dann haben wir da auch den perfekten Campingplatz gefunden. Extra die Leute gefragt die da wohnen, ob wir da pennen dürfen, essen gekocht und plötzlich kommt da wer an und schickt uns weg. Wir waren nämlich nich auf dem Grundstück der Leute, die wir gefragt haben sondern beim Nachbarn und der wollte zwar kein Hump Back sein, aber eben auch nich, dass wir da campen... also zum offiziellen Freedom Campingplatz - Schade.

Sogar ordentlich Feuerholz hätt's da gegeben. Aber gut, hat halt nich sein sollen.

Am nächsten Tag haben wir die Westküste von Mahia abgefahren. Auf dem Weg zum einzigen Naturschutzgebiet auf Mahia.


In the Mahia Natural Reserve one can explore the David Loop Track. Goyems to be kept on a leash. Closed on Shabbat. Wearing a Kippah as sun protection recommended. Left side of Picnic Area for Milk Shakes, Right side for BBQ. Track founded by Esmahel Goldstein.

So und ihr erinnert euch ja noch an das trockne Hinterland weiter oben, wa? Das ja so is, weil das eben trocken und heiß is. Segende Sonne, alle Bäche ausgetrocknet. Da kann ja nix wachsen. Die Straße führt an dem Naturschutzgebiet vorbei und auch von außen sieht das ziemlich öde aus. Kaum geht man da 5m rein, fällt die Temperatur um locker 10°C, die Luftfeuchtigkeit schnellt nach oben und es sieht so aus:


Die ganze Halbinsel wäre also voll mit angenehm kühlen Dschungl, wenn da nicht initial alles abgehackt worden wäre. Keine Erosion. In dem Bächen im Reservat floss Wasser [Schwamm Wald]... so krass der Unterschied. Man müsste einfach mal mit jedem Kiwigör da hin: Eine bessere Art live zu erleben wie krass sich der Eingriff des Menschen auswirkt geht wohl kaum. Erzählen, Filme, Infotafeln oder Animationen sind ja vielleicht schön und gut aber das is schon nochmal was anderes.


Dinosaurierschwanz

Voll die geilen Fraktale....

Hier nochmal das Bild von oben, 1000fach reingezoomt =)

Wie gesagt, drumrum Steppe - Hier kaum vorstellbar...

Aber nich nur Fraktale, sondern auch was für meine Sammlung: Geometrische Formen in der Natur: Ein perfektes Dreieck

Dann geht's weiter die Ostküste [diesmal wieder der Nordinsel, nix mehr Mahia] hoch.

Tolaga Bay.... eine der vielen Möglichkeiten Sylvester zu feiern

So, ich kannte ja Ostküste bisher nur total leer. Keine Touristen da. Und viele Leute wohnen da ja auch nich. Aber zu Sylvester ändert sich das radikal. Es sind zwar immer noch keine Touristen da und wohnen tun da immernoch nich viele. Dafür kommt scheinbar jeder Kiwi, der einen Wohnwagen, Wohnmobil oder einfach nur ein krasses Zelt hat, hier her. Is ja schließlich der Platz an dem man als erster das Licht des neuen Jahres erblicken kann.

Einschub: Ja, es mag wohl stimmen, dass es Länder oder Inseln gibt die mehr als UTC+12 haben [Kiribati, Tonga, Chathams, etc] und daher das neue Jahr da früher anfängt. Aber so jemanden kann man ja wohl nich ernst nehmen. "Was wir sind immer bei allem die letzten weil wir auf der falschen Seite der Datumsgrenze wohnen? Na dann überspringen wir einfach einen Tag und sind dann allen voraus. Ätschibätsch." Kinderquatsch! Jetzt mag der gewiefte Leser einwenden: Ja aber es gibt ja auch UTC+12 jenseits der Datumsgrenze und damit beginnt zwar das neue Jahr zur gleichen Zeit aber die Sonne geht da früher auf. Punkt 1 zählt das auch nicht: Grenze is Grenze und damit Basta. Kann doch nich jeder einfach machen was er will. Wozu gibt es denn bitteschön Grenzen, hä? Damit eben nich Hinz und Kunz da einfach ... also soweit kommt's noch, ja? Aber ich muss mich auch garnich aufregen, denn zum Glück hat Mutter Natur die Erde schief gemacht:

Sonnenaufgang am 01.01.16 in NZ danke an https://www.fourmilab.ch/cgi-bin/Earth

Einschub cont'd: Somit sehen nur die Pinguine und Polarforscher schon vorher das Licht des neuen Jahres. Aber sie sehen ja wiederum die Sonne nich aufgehn, ergo is das ja gar kein neues, frisches Licht sondern der Mist vom alten Jahr.... 

Aber von den Pinguinen zurück zu den Kiwis. Alle anna Ostküste. Jede Bucht voll mit Wohnwagen und quasi ganzen Haushalten. Die Kiwis fahren da echt alles auf: Jeeps, Quads, Boote, Pferde, Outdoorduschen, Wassersilos [Bierresevoir?], Fischfangausrüstung, etc. p.p., usw. usf. ...und damit das da alles hinpasst wird quasi der Grünstreifen zwischen Strand und Häusern in jeder Bucht an der Ostküste Freedom-Camping-Area. Finde ich ne coole Einstellung von den Behörden. Allerdings Freedom-Camping an der Ostküste kostet, so man der Geldeinsammelfrau über den weg läuft. Scheint aber nur eine für die ganze Ostküste zu sein - wir haben nur von ihr gehört.

Wir sind dann bis Tokumaru Bay [2015] und haben uns da eine schönen Campingplatz zwischen Strand und erster Häuserreihe gesucht. Nicht lange dann waren wir auch schon zu den Leuten, vor deren Haus wir gecampt haben, eingeladen:
Er [kommt grade vom Surfen wieda]: Was macht ihr Sylvester?
Icke: Ja wir machen Feuerwerk und saufen....
Er: Ja, na, wir haben da Grill und machen Party, kommt doch rüber.
Und weg issa. Naja. Super. Irgendwann tingeln wir da mit unserm Gin und Bier und der riiiiiesen Box Feuerwerk hin. Endsfettsuperoberlecker Grillparty mit allem drum und dran. Hin und wieder gab's ein bisschen Regen, aber die hatten Megagroßen Pavillion am Start und da stand man dann für die 10min eben drunter. Dann wurde irgendwelcher uralter Rum verkostet. Live-Rap-Show, ...erst rappt der eine ordentlich was vom Kasten und dann steigt der Zweite ein und beide legen gemeinsam ihre Show hin... wussten nur vorher nicht vom jeweils anderen das er rappen kann und im Publikum wusste das anscheinend auch keiner selbst während der Show ...erst als sie das danach aufgeklärt hatten, dass sie selber überrascht waren =)
Mittennacht hatten wir beinahe verschlafen wegen dem ganzen gefeiere. Dann ordentlich Feuerwerk und weiter feiern. Und irgendwann vor Sonnenaufgang ins Bett. Wecker gestellt und am nächsten morgen pünktlich etliche Stunden nach Sonnenaufgang wach geworden.
Der Kater wurde mit Neujahrsanbaden vertrieben. Das Wasser war so warm, dass man da locker 20, 30 Miniten in den Wellen rumtoben konnte ohne, dass man zu frieren angefangen hätte.... Einige Kinder wollten dann wissen, ob wir mit ihrem Papi einen Battle hatten, wer das krassere Feuerwerk gemacht hat [die hatten ein heftiges Strandfeuerwerk]. Hatten wir zwar nicht offiziell, aber Punkt 1 habe ich sowieso gewonnen und Punkt 2 finde ich es schön, dass ich schon wieda mal zu Sylvester ordentlich für Aufmerksamkeit gesorgt habe =) ....unsere Gastgeber haben sich auch zig mal für das geile Feuerwerk bedankt - Gern geschehen.

Und während in Villa Occidente noch Dinner For One geguckt wird, wird in Villa Oriente schon fleißig am Strand rumgeritten. Tokumaru Bay - Twentysixteen - East Coast
Dann da noch eine Nacht geblieben und dann zum Mt Hikurangi. Der Gipfel is der Punkt an dem man als erstes in Neuseeland das Licht der Aufgehenden Sonne sehen kann. 1700m hoch und relativ nah an der Küste also sieht man da die Sonne noch vorm Strand. "Aaaaccchhhh, und warum warste nich da zu Sylvester?" ....ganz einfach der Berg is Sylvester geschlossen. Der is den dortigen Maori heilig, aber man darf da normalerweise auch rauf - außer eben Sylvester ...da machen die Maoris da oben ihre eigene Party. Pakehas [Weiße] und andere Iwi [Stämme] kommen da nich rein.
Inzwischen geht es mit dem Wetter immer weiter bergab. Aber wir wollen trotzdem Mal hingucken.

Kein Fahrzeug kommt uns die 20km zum Mt Hikurangi entgegen.

Aussicht vom Autoparkplatz am Fuße des Mt Hikurangi. Wieder was zum merken: Behaltet mal im Hinterkopf, wie leer das Flussbett is. Könnte man ja super durchlaufen, wa? Und da bei der kleinen Baumgruppe in der Mitte könnte man bestimmt su-per Zelten, wa? Wat soll schon passieren?

Auch am Mt Hikurangi selbst is nüscht los. Wir fragen noch bei einem Local nach ob's sicher is hochzugehen und damit jemand bescheid weiß, wo wir sind. Wir haben sogar Wetter technisch ziemlich Glück weil es klart etwas auf und regnet kaum noch....

Großteil des Aufstiegs geht leider über Weideland...

...sogar mit Kühen!! Wenigstens kann ich Cornelia mit meiner Angst vor Kühen anstecken.


Kurz unterhalb der Hütte hat da ein Künstler diese Figuren aufgebaut....

Die Hütte is an sich ganz gemütlich aber hat kaum noch Feuerholz und da der Regen wieder einsetzt, macht sammeln keinen Sinn.

Wir haben zwar nicht viel Hoffnung am nächsten Tag einen Sonnenaufgang zu sehn aber wir Stellen uns trotzdem den Wecker auf um 3:00.... falls der Regen nachlässt. Am nächsten Morgen um 3:00 höre ich draußen einen brachialen Regensturm, mache den Wecker aus und schlafe weiter. Als wir dann Stunden später aufstehn tobt der Regensturm immernoch. Rausgehen is die Hölle. Sofort is man klitschnass, selbst wenn es nur die 3m zur Toilette sind. Proviant würde im Notfall noch einen Tag reichen. Um 12h lässt dann der Sturm etwas nach, aber immernoch unmöglich auf den Gipfel zu kommen, aber immerhin sollte man jetzt vom Berg runter kommen. Nach wenigen Metern is alles durchnässt, überall plötzlich kleine Bäche... Auf dem Rückweg müssen wir wegen Jungbullen auch noch größere Schlenker laufen [später hieß es, die würden angeblich nix machn... glaub ich ja nich].

PPPFFFFFFÜÜÜÜÜÜÜÜFFFFSSCCCCHHHHHHHÜÜÜÜUUUUUFFFFFFFFFFF
Unten angekommen, kommt die Sonne raus aber der Regen hört ewig nich auf [das is auch so'n Ding hier unten.... Regen und blauer Himmel *kopfschüttel*]

So und guckt euch mal das Flussbett jetze an. Na? Immernoch passierbar? Immernoch campen an den Bäumen? Und das passiert hier binnen Stunden.

Die Fluten reißen ganze Bäume mit

Und die Pegel steigen bis ca. 10cm unter Straßenniveau... etwas mehr Regen und wir wären da erstmal ne Weile nich wieda rausgekommen... also auch nich schlimm, aber muss eben hier immer mit rechnen... quasi überall im Land

Und kaum sind wir wieder zurück am Meer [vielleicht ne Stunde oder 2 später], tut das Wetter so als wäre nix gewesen... auch typisch NZ




In Gisborne haben wir uns nach den Entbehrungen [Entbärungen? Wie schreibt man dis?] und weil wir quasi alles einmal trocknen mussten ein Motel gegönnt... bzw. eine Motor Lodge... [afaik mein erstes Mal in sowas gewesen, oder?] ...aber egal wie es sich schimpft, ich finde ja das bleibt so'n bisschen dodgy... hat irgendwie was anrüchiges [30 Jahre Hollywood Filme haben ein Bild geprägt =) ] ...Wir haben uns sogar eins mit Spa gegönnt - wenn schon, denn schon.

Dann ging's am nächsten Tag zurück. Aber erstmal noch zu der Bäckerei die deutsches Brot ...oder Brot deutscher Backart verkauft.... also die werben nicht mit "deutsch", die machen einfach gutes Brot und die Schlangen da sprechen für sich - auch der Kiwi mag gutes Brot, wenn's denn welches geben würde.
Auf halber Strecke in der Wairoaschlucht machen wir noch eine kleine Wanderung.

Falls sich wer wundert warum in Neuseeland überhaupt wer Autos klaut, nun ja, man fährt dann damit illegale Rennen und zündet sie danach an. Und so so sehen die Überreste von so einem Torching aus, wenn das DOC die Karosserie wieder ausm Wald gezerrt hat... Die Pfütze da unten is auch mehr Motoröl als Wasser... und das mitten im Naturschutzgebiet.

Die Brücke is in den 20ern eingestürzt, wurde dann neu gebaut, is dann verfallen und in den 90ern repariert und soll jetzt angeblich tippitoppi sein.... Nun jaaaa

Aber immerhin die Aussicht von der Brücke is schön


Der nächste Fluss muss dann schon ohne Brücke gequert werden