16 Januar 2016

Tip-Toeing on the Edge to the New Year

Eigentlich dachte ich mir ja: "Ey super, 11 Tage Zwangsurlaub, fahr ick doch einfach wieda auffe Südinsel und toppe das Sylvester vom letzten Jahr." Etliche Kilo Feuerwerk zu Guy Fawkes besorgt [man kann hier Feuerwerk nur im November kaufen] und dann mal nach Fähren auffe Südinsel geguckt... Tja, also entweder schon ausgebucht oder zu ganz sinnfreien Zeiten für $400 - pro Richtung! Och nö, dachte ich mir, Nordinsel is ja ooch schön, wa? Feierste einfach Ostküste.

Gesagt, getan. Musste am 24. noch halbtags arbeiten, denn war Firmengrillen und dann ging's nach Tauranga [genauer gesagt Papamoa - blauer Marker auf der roten Linie]. Da habe ich mich mit Cornelia getroffen, die grade von Coromandel runter kam. Eigentlich wollte ich ja Weihnachten komplett ignorieren [wozu bin ich schließlich ausgewandert, nech?], aber die Firma hatte allen Untertanen eine $100-Kreditkarte geschenkt. Also sind wir davon super-fancy essen gegangen. Omnomnomnom lecker, sag ich euch. Hab lange nich mehr sowas leckeres Gegessen. Das wohl leckerste Steak wo jibt [im Pfeffer-Kaffee-Mantel] und die wohl zarteste Ente auf der südlichen Hemisphäre. Hat dann aber auch gleich mal meinen Kreditkartenrahmen gesprengt =)

Am nächsten Tag ging dann die eigentliche Tour los. Von Tauranga nach Waikaremoana [grauer Marker auf der roten Linie]. Waikaremoana war der große See mit den Felsklippen, wo wir letztes Jahr schonmal waren.

Darauf habe ich mich seit letztem mal die ganz Zeit gefreut: 3 - 4h Gravel! Und diesmal war so gut wie kein anderes Auto unterwegs. Konnte man ordentlich durch den Dschungl heizen... und auch das ist wieder mal ein ganz offizieller State Highway

Abends dann in Orangiwangiknofi angekommen.... das is eine DOC-Site kurz vor Waikaremoana..... und erstmal schön Feuerchen gemacht. Keine Sau da und für Lau... und mitten im Dschungl ein gefliestes Klo - wenn das mal kein Komfort is


Wenn ihr janz jenau hinkiekt, könnta mein dämonisches Grinsen sehn ...ick beschwöre da grade die Geister der Ahnen, damit uns nachts kein Ast auffe Karre fällt

Hat schon echt Flair, wenn man auf einer Lichtung mitten im größten Dschungl der Nordinsel sitzt, Feuer am start hat in dem man sich lecker Essen zubereitet und dann der Mond langsam über die Baumkronen klettert und alles in so'n fahles Licht taucht... kann ick nur empfehlen.

Und wie das gebrannt hat Kinnas . Heidewitzka! Leider sollte das nicht nur das erste sondern auch das letzte Feuer auf dieser Tour sein... anscheinend wollten die Götter noch mehr Opfergaben haben. Jetzt wollte ich aber nich Cornelia den Geistern dar bieten, sonst hätte ich ja den Rest der Tour mit mir selber reden müssen

Ihmchen habe ich vor den Flammen gerettet - er hatte sich an einen der Feuerholzstämme geklammert. Allerdings ist er quasi direkt nach dem Verlassen von Urewarewa [der Dschungl um Waikaremoana] eingegangen. Er dachte sich wohl: Heimat oder Tod! Lieber Sterben als unter einer fremden Sonne zu wachsen und fremde Wasser zu trinken. Besonders Auckland!! [Was dem Berliner der Schwabe ist dem Restneuseeländer der Aucklander - ich entschuldige mich auch immer, wenn ich sage, dass ich in Auckland wohne um nich gleich auf die Fresse zu bekommen ...die Ablehnung hat es sogar bis in die deutsche Wikipedia geschafft]

Am nächsten Tag gings dann zum Waikaremoana. Letztes mal hatte ich ja das Ding noch 'Lake' Wakaremoana genannt. Allerdings habe ich inzwischen gelernt das 'Moana' auf maori ein großes Gewässer bezeichnet... das is also so'n bisschen wie PIN-Nummer, HIV-Virus oder Mount Maunganui [Maunga = Berg auf maori].
In der Parkinfo haben wir gelernt, dass das jetzt kein Nationalpark mehr ist [der Urewarewa-Dschungl ....hmmm vermutlich heißt jetzt "Rewa" Wald =) ], weil sich die Maori den vom DOC zurück geholt haben [ähnlich wie Whanganui, wo wir die Kanutour gemacht hatten]... und war ganz ineteressant über die Probleme und Lösungsideen mit dem Typen in der Info zu reden. Und er konnte sogar deutsch, weil Teil seiner Familie kam aus Österreich. Er war aber bisher nur in Deutschland, weil er hatte im Maoribatallion gedient. Das Maoribatallion hat sich in den Weltkriegen doch einen Namen gemacht und ein Gefangenenlagerkommandeur im 2. WK und König von Hannover [oder so] hat sich so gut mit den gefangenen Maori verstanden und fand die so beeindruckend, dass er sie zu seinem 89. Geburtstag nochmal nach Hannover eingeladen hat, also war er vor kurzem in Deutschland in einem Schloss mit Dienern und allem drum und dran... aber sehta, wusstet ihr, dass wir noch Könige haben? Ich kenne nur den Prügelprinzen von Hannover der auch mal gerne den Türken an die Messestände pisst...
Ah, und Hitler meinte: Gebt mir eine Million Maorikämpfer und die Welt gehört mir.... [dummerweise gab es keine Million]. Und ich mein, wenn der Führer das sagt...

Die Straße direkt am See fetzt auch einfach nur... es sei denn, dir kommt ein Jeep mit ebenfalls 60km/h entgegen, dann zerfetzt es dich.

Da wird's am nächsten Tag rauf gehen - die Klippen auf der anderen Seite... war ich zwar schon mal, aber das war so fett, das kann man ruhig öfters machen.


Ich hatte ja schon öfters von meinem Faible erzählt oben auf Wasserfällen rumzuklettern anstatt doof davor zu stehn. Endlich habe ich mal ein ordentlich großes Exemplar gefunden [hoch und mit ordentlich Wasser]


Voll die Wasserrutsche... da mal reinspringen... Huiiii.....

...wobei einem die Lust ein wenig vergeht, wenn man einen Schritt zurück geht... weil es wäre mehr Huuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii *platsch-matsch*







Abends waren wir dann Rosie Bay [der einzige kostenlose DOC-Campingplatz direkt am Waikaremoana]... widerlich voll da... Und ganz viele Franzosen... erinnerte mich kurz an Akaroa genau ein Jahr zuvor. Was Michel Le Baguette in Akaroa macht leuchtet mir ja noch ein - schließlich hat sein Vorfahr Akaroa gegründet - aber hier? Vielleicht kommen die einfach immer um Weihnachten raus?

Am nächsten Tag ging es dann auf die Klippen aber erstmal eine schönen Platz zum frühstücken gesucht... und wir wurden nicht enttäuscht:

Schön einen Parkplatz direkt am See gefunden... ein ganz sicher ganz 100%ig offizieller Parkplatz... In diesem Punkt werde ich immer mehr Kiwi - wenn man da nicht mit Auto hin kommt, lohnt es auch nicht =)

...überall das gleiche Problem. Da geht man einmal kurz spazieren und schon hat man vergessen hinter welchem Stein man geparkt hat. Und dann sucht man die Karre wieder ewig.

Wenn mal wer ein Werbefoto für Mazda braucht: Da bitte.

Unser Parkplatz hatte sogar eine Küchennische....

....und eine voll konkrete Aussicht. Allet was man sich wünschen kann.

Der Weg hoch nach Bald Knob [Die Klippe] war echt geil.... letztes mal war ja Sonne und geiles Wetter und diesmal komplett anders wegen der Wolken überall... total mystisch...

"Ja, nee, geh ma noch'n Stückchen nach links... ja, super, 'n Stückchen noch... fast gut...."

Als wir dann am Bald Knob waren, klarte es auch langsam auf.

Aber irgendwie hatte ich da die Wanderwege breiter in Erinnerung... aber is ganz sicher auch wieder offiziell. Sonst wäre da ja ein Zaun und ein Verbotsschild. Is ja klar.

So, Bild durchgescrollt? Habta Cornelia gesehn? Dann viel Spaß beim Suchen... [is bei dem Bild in der Tat etwas schwer zu finden, aber sie is drauf]



Ich suche immer noch mein Auto

Gnihihi.... ja, musste sein =)




Dann ging's weiter nach Napier.... schön wieder mal im Whirl Pool sitzen. Hatten wir uns nach der Wanderung auch echt verdient.

Soooo.... zweiter Teil der Sylvestertour is in der Mache.... ich hab das mal aufgesplittet, weil sonst wird doch etwas viel und dann habt ihr schonmal was zu lesen....

14 Dezember 2015

Endlich Urlaub - Roadtrip zur East Coast

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Dieser Post ist einem kürzlich von uns gegangenem Reisedokument gewidmet.

Auch wenn ich Dich nie persönlich kennen gelernt habe, hast Du doch auch mein Leben bereichert. So weiß ich aus den Erzählungen Deiner Nächsten, dass du stets ein treuer Begleiter warst und erst durch Deine Stempel und Aufdrucke viele Wünsche, Erlebnisse und Erfahrungen Deiner Nächsten ermöglicht wurden.

Mögest Du in Frieden Deine letzte Ruhe auf dem Wairoa City Landfill Friedhof finden.

Vielen Dank an alle, die uns in dieser erfahrungsreichen Zeit Beistand geleistet haben:
Die netten Damen vom Wairoa City Council
Der Binman, der Dein letztes Geleit so würdevoll gemacht hat.
Alle, die in Wellington dabei mitgeholfen haben, den weiteren Weg so unbeschwerlich wie möglich zu machen.

Wir werden Dich nicht vergessen.
R.I.P

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So, ich hatte nicht nur meinen ersten Urlaub hier... [also ich meine endlich mal ehrlich verdienten Urlaub... nicht dieses monatelange Aussteiger-Hippie-Hobo-Rumgereise...] zusätzlich hatte ich auch meinen ersten Besuch hier. Als ich letztes Mal in Berlin war, hatte ich Cornelia getroffen und schon zwei Tage später hatte sie einen Flug nach NZ gebucht, um mich zu besuchen... Jaaa, da staunta, wa? ...Voll der Casanova, ne? ...Also gut, böse Zungen behaupten ja, die Reise war schon lange vorher geplant und das war mehr Zufall alles, aber von so'nem Gerede lass ich mich ma garnich beeinflussen, steh ich voll drüber, ey... =)

Da ich nur 4 Tage Urlaub hatte [man darf hier nur nehmen, was man sich schon erarbeitet hat] plus ein Wochenende war der Plan, ich fahre Cornelia die Ostküste runter bis nach Wellington und dann schippert sie rüber zur Südinsel für die letzten 3 Wochen und ich fahre wieder nach Auckland. Und wer bei "war der Plan" hellhörig geworden is, kennt mich anscheinend schon ein wenig.

Von der Arbeit ging's direkt zum Flughafen, Cornelia abholen, und von da aus nach einem ersten Flat White [ich habe übrigens grade vor kurzem in der Berliner Zeitung gelesen, dass grade auf irgendeiner super hippen berliner Kaffemesse 'Flat White' kredenzt wurde und auch schon erste Szenecafés das in Berlin im Angebot haben... ich bring beim nächsten Berlinbesuch einfach mal einen Stapel Pappkaffebecher von McDonalds, BP, Starbucks etc. mit auf denen groß "Flat White" angekreuzt is und laufe damit durch Kreuzkölln um Hipster zu ärgern] direkt in die Natur. Hunua-Ranges: Niemand da, gratis Camping ohne Dusche, schön mit Lagerfeuer und drumrum nur Wald.... NZ halt. Wir sitzen da so rum und ich wunder mich die ganze Zeit wie die Kühe in den Wald kommen und was die da machen. Cornelia hatte auch keinen Plan, also gehen wir irgendwann los Kühe suchen. Dis waren Frösche! WTF? Die klangen selbst noch ganz dichte bei wie eine rollige Kuhherde. Wahrscheinlich neuseeländische Ochsenfrösche oder so...

Am nächsten morgen ging's dann weiter nach Coromandel [Die Halbinsel östlich von Auckland, grüner Marker auf der roten Linie, nur diesmal ganz in den Norden]. Je weiter man nach Norden fährt je mehr Gravelroad, je schmaler der Streifen zwischen Brandung und Klippe, je verknoteter die krassen Coromandelbäume. Aber noch was und da ärger ich mich echt, dass ich das nich dokumentiert habe: Die Straße führt eben große Abschnitte direkt am Hauraki Golf lang und am Anfang war der total aufgewühlt braun, das wurde dann irgendwann gelblich-blaustichig, später Swimmingpool-blau, grünlich-blau, türkis-blau, tief-blau, krass dunkelblau bis hin zu silber-schwarz-blau ganz im Norden. So ein krasses Farbspiel und dazu noch Sonnenschein. Eigentlich hätte ich alle paar Kilometer ein Foto machen müssen damit man den ganzen Farbverlauf sieht ...hab ich aber nich - konnte ja keiner vorher wissen.
Wir haben dann auf der DOC-Campsite ganz an der Nordpitze gecampt. Die hatte sogar einen Warden [jemand, der nach dem Campingplatz guckt] und der Typ war so genial: Bestimmt schon Rentenalter, hat er seine Hütte mehr oder minder aufgegeben und sich einen Bus zu seinem Zuhause umgerüstet und fährt jetzt fröhlich durch die Gegend... Mit ihm ne Weile geschnattert und dann erstmal Feuerholz sammeln gefahren [voll Kiwi-Style =) ]... zum Glück hat meine Karre ein Roof-Rack und Spanngurte.
Dann abends wieder schick Lagerfeuer und mal den Duty-Free-Gin angetestet. Und wer schonmal mit mir Alkohol konsumiert hat, der weiß ja um meine vorsichtige, zurückhaltende, gar abweisende Art wenn es um den Genuss von Spiritousen geht. ... ...Naja, zumindest hat uns dann am nächsten morgen der Kumpel vom Warden gratuliert, dass wir den Kampf gegen die Ginpulle ja fast gewonnen hätten ...also ich vermute ja, die Enten haben sich dran vergriffen.




Meer - Strand - Straße - Klippe... das fetzt so unglaulich da die Gravel Roads lang zu fahren

Ganz ganz oben auf Coromandel


...und jetzt da schnell runter zum Strand =)



Diese fett verschnörkelten Bäume krauchen da überall rum

I'm a logging truck // I carry tree trunks huckepack // That's why I hack se ab // Oh yea, I'm a logging truck

Jaja, Meer-Schafe-Hügel-Wolken-Bilder sind nix neues in dem Blog, aba hey, dit is nu ma Neuseeland, Kinnas, wat erwartet ihr?









Vormittag sind wir dann da noch etwas im Norden rumgewandelt und dann irgendwann los Richtung Südost-Coromandel auf die nächste DOC-Site. Unterwegs noch schön geil Fish & Chips gegessen. Omnomnom... Also die meisten DOC-Sites auf Coromandel haben sogar duschen, aber das is ja öde. Glücklicherweise hatte die DOC-Site da einen Fluss... 5cm kalt. Aber Sonne trocknet ja schnell und egal ob man danach nu wirklich sauber is oder auch nich: Man fühlt sich definitiv so.

So, Beweis: Auto is Strand-fähig [Irgendwo Coromandel] ... und inzwischen [Zwei Wochen nachdem dieses Foto enstanden is] habe ich auch noch nachgewiesen, dass die Karre sogar Watt-fähig is... allerdings nur bedingt, weil man sollte vermutlich besser nich stehen bleiben oder zuviel Gas geben. Dann is der Spaß ganz schnell vorbei und aus dem Auto wird im 6h-Intervall abwechselnd eine Insel oder ein Schattenspender für Wattwürmer und eine 24/7-Anwohner-Attraktion und -Umweltverschmutzung...  Aber keine Sorge, nix passiert, und weil er so brav mitgespielt hat, gib's sogar mal wieda neues Öl =) ...musste auch grade das ein oder andere Kilo Sand-Zement-Gemisch vom Unterboden kratzen: Standen da so mitten inna Pampa Schilder: "Cement splashes! Wash your car today." ...so ganz offizielle Baustellenschilder... ich dachte mir nur: "Was zum Geier? Wo soll ich denn hier bitte mein Auto waschen?" Aber so ist das hier nunmal....

Dann war erstmal Fahrtag bis zum East Cape [oranger Marker auf der roten Linie]. Da dann einfach Freedom Camping. Leider diesmal keine Seelöwen gesehen. Dabei hab ich erst so ewig rumgeprollt: "Alles voll damit da. Stolpert man fast drüber... blabla...." Ja, blöde Natur, macht einfach was sie will. Alle woanders. Am nächsten Morgen hatte Cornelia dann die glorreiche Idee einfach auf den Berg neben unserem Übernachtungsplatz zu klettern. Und ich war mal wieder erstaunt, wie viel das Land noch zu bieten hat. Eigentlich dachte ich: East Cape kennste im Großen und Ganzen. Aber einfach nur mal irgendwo rauf, wo man noch nich war und schon wieder ganz andere Einblicke, An- und Aussichten, Eindrücke, etc. ...also ich muss mir keine Sorgen machen, dass mir hier in Bälde langweilig wird: Einfach weiter suchen und erkunden..




Gravel Road in the morning, Gravel Road at night, schubidu...

Am nächsten Morgen auf dem Berg hinter unserm Schlafplatz... Der kleine weiße Punkt da unten an der Straße rechts, is mein Auto.. also doch schon ordentlich hoch

Das gute alte East Cape

Kopu, sich ausrollendes Farnblatt und fertig entwickeltes .... Alle 3 Entwicklungsstufen in ein Bild gepackt - jetzt fehlt nur noch ein verrottendes Blatt

Typischer Kiwi Ostküstenurlaub ... Camper direkt zwischen Meer und Straße und den ganzen Tag angeln und saufen

Dann gings weiter die Ostküste runter, eine Bucht suchen zum Strandlagerfeuer machen. Hatte Cornelia vorher noch nie nich... nagut, mag an dem Mangel an Stränden in Österreich liegen... aber man kann nicht in NZ gewesen sein und kein Strandlagerfeuer gemacht haben. Wo kämen wir denn da hin? Und mit etwas Freude an Erkunden und Gravelroad-fahren findet man hier auf alle Fälle, was man sucht. Letztendlich sind wir auf der einzigen DOC-Site der East Coast gelandet anstatt Freedom Camping aber da hatte einfach alles gepasst. Und denn abends ein wunderbares Feuerchen, so wie's sein muss...

Dann morgens wieder Wanderung und weiter nach Napier, Michael und Karel besuchen - schön abends im Whirlpool sitzen, Blick über Napier genießen und echtes [in Deutschland gebrautes] 5,0 aus Dosen trinken... und wer jetzt vermutet, dass Cornelia das mitgebracht hat: Nee... Das gab's hier bei Pak'n'Sav [real-Equivalent]... mir wären fast die Augen rausgefallen. Ironie der Geschichte: Hier is das ein echt hochwertiges Bier!

So, wer sich jetzt wundert: Hmmm das klingt doch alles bisher nach dem Plan, den er am Anfang angekündigt hat: Ja, schon, aber war irgendwie zwischendrin ein Tag zu viel vergangen. Eigentlich hätten wir schon Nahe Wellington sein müssen und ich am nächsten Tag zurückfahren. Von Napier runter nach Welli und zurück nach Auckland wäre selbst mir zu hart. Also war die Überlegung ich setze Cornelia in Taupo [Zentrum Nordinsel] ab und fahr dann zurück. Aber Michael und Karel meinten dann: "Was? Nordinsel ohne Rotorua [da, wo die heißen Quellen sind]? Dis geht ja garnich..." Also nochmal Planänderung: Bus für Cornelia Dienstag früh nach Welli gebucht, DOC-Site nahe Rotorua rausgesucht, Wecker auf 4:30 morgens gestellt, damit ich noch halbwegs rechtezeitig zur Arbeit komme... 230km Arbeitsweg is dann doch ne Nummer mehr als sonst, da kann man halt nich bis inne Puppen im Bett rumlümmeln.

Abends in Rotorua waren wir dann noch in Wai-O-Tapu... also ich hielt das ja erst für zu touristisch und zu teuer, aber Michael und Karel meinten, man muss das un-be-dingt gemacht haben. Ja is schon krass beeindruckend, aber eben wenn man am liebsten 6h durch Wälder und Berge über schlammige Pfade und durch Flussläufe stapft, dann is und bleibt das touristisch da.
Wir waren dann auch da wo sich der heiße und der kalte Fluss treffen und man gratis in dem natürlichen Pool bei Wunschtempratur baden kann, aber der war diesmal übelst voll mit Touris.... und auch noch die ganz intelligenten: Da sind überall Schilder die sagen "Halt den Kopp nich unter Wasser, hier jib's Amöbenmeningitis!" ...aber irgendeiner von denen scheint irgendwo gelesen zu haben, dass der Schlamm da in der Gegend ja voll gesund is und hat sich das einfach mal ins Gesicht geschmiert und alle andern haben's nachgemacht.... Gucken uns da also 10 - 20 Meningitisschlamm verschmierte Gesichter an... war mir zu doof. Cornelia hatte dann auch keinen Bock. Rockt sowieso nachts mehr, wenn der Großteil des bekloppten Touripacks weg is..
Apropos Deppen: Also in Wai-O-Tapu steht nirgends explizit, dass man das Wasser nich kosten soll. Also da steht: Nicht anfassen, weil kann kochen. Da steht dass die Farben da von Schwefelsäure, Arsen und so weiter kommen. Und noch'n Haufen andres Bla! Und alles heißt irgendwas mit Teufel, Hölle oder Tod... naja, egal. Es soll Leute geben, die das probiert haben und die könnten euch erzählen, dass das widerlich bitter schmeckt und sich trotz nur Finger ablecken im ganzen Mund verbreitet und auch ein Müsliriegel nur bedingt hilft. Aber wer so trottlig is, würde dass ja niemals nich zugeben, ne?

Teufelsschlund

Schwefelbrühe des Todes

Erstarrter Arsenfluss der Qualenbringer des Styx

Vogelwürgerschlot

Wald des verreckenden Possums

Brodelnde Luziferganggaltratzenpfütze

Blutspuckerküste

Würgteufelstirbrotztodablagerung


Becken der Tausend gepressten Gallen


Letzte Nacht waren wir dann auf eben jener DOC-Site Nahe Rotorua ...echt schön an nem geilen See und fast den letzten Platz bekommen. Erstaunlicherweise eigentlich fast den besten. Dann früh morgens Cornelia zum Bus gebracht und auf Arbeit gedüst...

Hmmmm, also ich hab ja mal wieder ein wenig hier Distanzen unterschätzt, aber trotzdem haben wir doch alles gemacht, was so als grobe Idee vorher da war... eben viel Fahren, Wandern, Klettern, Feiern, Feuern, Machen, Tun.... Schlaf ist ja sowieso nur ein Zeichen für Koffeinentzug... und ich hab inzwischen doch genug Wissen über Kultur und Natur hier angesammelt um eine Woche permanent durchzuquasseln.... eventuelle Wissenslücken kann man dann ja prima mit Halbwissen und garantiert ganz wahren Maorilegenden auffüllen.... da tut das dann auch nichts zur Sache, dass die super-seltene Schaumschwammalge verdammt nach Styropor aussieht =)

Also wenn dit ma keen schöna ersta selbstvadienta Urlaub hier war, denn wees ick ooch nich... Kannick escht nur empfehln sowat...


################### Nachtrag #####################

Erinnert sich ja vielleicht noch wer an meine Whatipu-Tour ganz am Anfang des Südsommers... und wie ich da so vergeblich versucht habe auf den einen Berg zu kommen... bzw., die Felsformation in der Mitte von dem Sumpf... und so kläglich gescheitert bin, wa? Na denn kiekt ma hier:



Das da hinten sind die Sanddünen in denen ich letztes Mal die Küste lang bin

Jaja, ich weiß genau welche Diskussion gleich wieda los geht =)

Ha! Take that, Cutter Rock! In your face!